Schon zu Beginn der Fusionsgespräche schien Deutsche-Bank-Chef Christian Sewing nicht gerade begeistert von einer Verschmelzung mit der Commerzbank gewesen zu sein. In einem Brief an seine Mitarbeiter wies der Westfale schon früh auf wirtschaftliche und technische Probleme eines möglichen Zusammenschlusses hin. Nun hat sich der 49-Jährige mit seiner Einschätzung durchgesetzt. Der Traum mancher Politiker – allen voran Finanzminister Olaf Scholz – von einer deutschen Superbank ist geplatzt.

Das Scheitern der Gespräche zeigt, dass sich Großbanken nicht von Berlin aus am Schreibtisch schaffen lassen. Sie müssen betriebswirtschaftlich Sinn machen. Kosteneinsparungen durch Entlassungen und Größe allein waren kein hinreichend gutes Argument für eine Hochzeit der beiden größten deutschen Banken. Die Vergangenheit hat gezeigt, dass die Übernahme eines Geldhauses viele Probleme – von kulturellen Fragen bis hin zur Integration der IT-Infrastruktur – aufwirft. Dieses Risiko wollten sich beide Banken verständlicherweise nicht aufhalsen.