Über Jahre gingen schlechte Nachrichten wie die Dieselaffäre scheinbar spurlos an den Bilanzen der deutschen Autohersteller vorbei. Die Gewinnwarnung von Daimler ist nun ein erster Hinweis, dass die goldenen Zeiten zu Ende gehen. Bei den Schwaben kommt einiges zusammen: Sie werden mit ihrem US-Werk Opfer des amerikanisch-chinesischen Handelsstreites. Auch wenn Donald Trump das gerne übersieht: Die deutschen Hersteller produzieren in den USA für den Weltmarkt – und zwar gerade die in China begehrten großen Geländewagen. Der Zollstreit trifft also auch die amerikanischen Mitarbeiter. Und er trifft auch die deutschen Konkurrenten.

Dass bei allen Herstellern der neue Abgastest so große Probleme macht, dass einzelne Modelle vorübergehend nicht verkauft werden können, ist mehr als eine Peinlichkeit. Dazu kommen bei Daimler hausgemachte Probleme. Der neue Bundesverkehrsminister zieht die Daumenschrauben an und verlangt einen Rückruf von Hunderttausenden Diesel-Autos. Konzernchef Dieter Zetsche fährt da einen Kurs, den er selbst wohlwollenden Politikern nicht mehr plausibel erklären kann. Nach der Verhaftung von Audi-Chef Rupert Stadler dürften auch in Stuttgart die Alarmlampen so hell strahlen wie ein LED-Fernlicht in den Autos mit dem Stern.