Geldautomaten sind für Verbraucher nützliche Alltagshelfer, um noch schnell größere Beträge oder kleinere Summen ab 5 Euro für die täglichen Erledigungen abzuheben. Doch aktuell führen laut Verbraucherzentrale Baden-Württemberg immer mehr Banken einen Mindestbetrag für Geldabhebungen ein. Kunden können in diesen Fällen nur noch größere Beträge ab 50 Euro am EC-Automaten erhalten.

Ab Juli plant die Ing-Diba bundesweit einen Mindestabhebebetrag von 50 Euro: "Für jede Geldabhebung fallen uns Kosten an, die unabhängig von der Höhe des abgehobenen Betrags ausfallen. Viele Abhebungen mit kleineren Beträgen kommen daher für uns besonders stark zum Tragen", erklärt Alexander Baumgart, Pressesprecher der Ing-Diba auf SÜDKURIER-Anfrage.

Knapp 88 Prozent der Bundesbürger nutzen Geldautomaten regelmäßig, um ihr Portmonee mit Geld zu füllen. Laut einer repräsentativen Umfrage der GfK Nürnberg hebt die Mehrheit dabei Beträge von bis zu 100 Euro ab.

Aus Sicht der Verbraucherschützer dürfte die Einführung eines Mindestbetrags für viele Kunden kein Problem sein. Allerdings gibt es auch Menschen, die sorgfältig rechnen müssen: " Diese Umstellung wird besonders Kunden mit einem geringfügigem Einkommen treffen. Diese sind unter Umständen gezwungen, mehr Geld abzuheben, als sie wollen", sagt Niels Nauhauser von der Verbraucherzentrale auf Anfrage dieser Zeitung. Im Zweifel müssten betroffene Kunden ihr Verhalten umstellen. Wer bisher jede Woche 20 Euro abgehoben habe, müsse künftig alle zwei Wochen zum Geldautomaten gehen.

Ist der verbleibende Kontostand unterhalb des Mindestbetrags, kann auch ein geringerer Betrag abgehoben werden: "Bankhäuser müssen es ihren Kunden grundsätzlich ermöglichen, an ihr Geld zu kommen", betont der Verbraucherschützer. Auch bei der Stückelung der Auszahlungsbeträge gibt es zwischen den Finazinstituten Unterschiede. So erhalten beispielsweise Kunden der Deutschen Bank am EC-Automaten seit mehreren Jahren keine 5-Euroscheine mehr: "Eine Kennzeichnung am Gerät informiert über die jeweils verfügbaren Stückelungen", erklärt ein Sprecher der Deutschen Bank.

Aber wie sieht es beim Thema Abhebebetrag bei den Banken in der Region aus? Auf SÜDKURIER-Anfrage sagte Wolfgang Aich, Sprecher der Sparkasse Bodensee: "Bei uns gibt es keinen Mindestabhebebetrag. Je nach Modell des Geldautomaten kann es jedoch vorkommen, dass die kleinste Stückelung 10-Euroscheine sind". Auch andere Banken aus der Region planen keinen Mindestbetrag für Abhebungen an Geldautomaten.

Um sich vor dem Mindestbetrag zu schützen, rät Nauhauser, sich die Post der Banken gründlich durchzulesen. Oft verstecken sich in solchen Briefen Mitteilungen über Preisänderungen. In den Geschäftsbedingungen ist oft festgelegt, dass der Kunde nicht jeder Änderung per Unterschrift bestätigen muss: "Schweigen wird dann als Zustimmung gewertet", sagt Nauhauser.