Friedrich Merz hat völlig Recht: Wer künftig im Ruhestand ein gutes Auskommen haben will, sollte sich nicht allein auf die gesetzliche Rente verlassen. Denn das staatliche Rentensystem befindet sich aufgrund der gesunkenen Geburtenrate und der steigenden Lebenserwartung in der Schieflage. Folglich sollte die Rentenlücke im Idealfall durch die zweite Säule (Betriebsrente) und die dritte Säule (private Vorsorge) der Altersversorgung aufgefüllt werden.

Bei letzterer spielen bei uns in Deutschland leider direkte Beteiligungen an Unternehmen eine noch zu geringe Rolle. Gerade mal zehn Prozent der Deutschen besitzen Aktien. Dabei versprechen sie unter allen Anlageformen die höchste Rendite. Wer schon mit 30 oder 40 Jahren in Unternehmenspapiere investiert, kommt selbst bei kleinen Einzahlungen zum Renteneintritt auf ein angenehmes finanzielles Polster. Wenn dann allerdings der Staat einen großen Teil dieser Ersparnisse durch Steuern auffrisst, ist die Freude im Ruhestand nur noch halb so groß. Deshalb ist es richtig, dass der Kandidat für den CDU-Vorsitz pauschale Freibeträge für Kleinaktionäre ins Spiel bringt. Denn wer freiwillig und frühzeitig vorsorgt, sollte belohnt werden.

Freilich sind Aktien kein Allheilmittel. Wer arbeitslos ist oder nur den Mindestlohn verdient, hat selbstverständlich keinen Spielraum, um sich an Unternehmen zu beteiligen. Aber man muss auch nicht so tun, als wären Aktien nur etwas für Millionäre. Schon mit 50 Euro im Monat kann der Einstieg aufs Börsenparkett gelingen.