Die Flughafen Friedrichshafen GmbH (FFG) braucht frisches Geld, um langfristig auf wirtschaftlich gesunden Beinen stehen zu können. Claus-Dieter Wehr, FFG-Geschäftsführer, plant bis einschließlich 2020 mit neuen Darlehen der Gesellschafter in Höhe von rund 13,5 Millionen Euro, wie er am Dienstag auf einer Pressekonferenz erklärte. Hauptgesellschafter sind die Stadt Friedrichshafen und der Landkreis Bodenseekreis. Zusammen halten sie knapp 80 Prozent der FFG-Anteile. Beschlüsse des Gemeinderats wie des Kreistags stehen noch aus. Doch von einer breiten Mehrheit ist in beiden kommunalen Gremien auszugehen. Kritik an einer weiteren finanziellen Beteiligung der Stadt haben bisher nur die Grünen geäußert.

Die gewährten Darlehen sollen im Jahr 2021 in Eigenkapital umgewandelt werden – dann soll die Eigenkapitalquote bei 51 Prozent statt wie bisher bei 23 Prozent liegen, sagte Wehr. Ferner sollen mit den Darlehen die Kredite bei Banken von 17 Millionen Euro auf rund 12 Millionen Euro abgeschmolzen werden. Knapp sieben Millionen Euro der neuen Darlehen sollen zur Tilgung verwendet werden. 6,7 Millionen Euro von Stadt und Kreis sollen für Investitionen genutzt werden. Das bis 2022 nötige Investitionsvolumen bezifferte Wehr mit rund 13,2 Millionen Euro.

Hintergrund für die Finanzspritze der Gesellschafter ist, dass die FFG seit 2015 tief in den roten Zahlen steckt. In 2015 wie in 2016 weist die FFG-Bilanz jeweils 1,5 Milllionen Euro an Verlust aus. Für 2017 wird mit rund zwei Millionen Euro gerechnet. Diese Verluste beruhen vor allem darauf, dass nur noch die Lufthansa innerdeutsche Flüge von Friedrichshafen über Frankfurt anbietet. Direktflüge nach Berlin, Hamburg oder Düsseldorf, wie sie die Fluggesellschaften Intersky und VLM angeboten haben, gibt es zurzeit nicht. Beide Gesellschaften mussten Insolvenz anmelden – die österreichische Intersky stellte im November 2015 den Betrieb ein. Die belgische VLM, die die Linien übernahm, gab im Juni 2016 auf.