Der Griff des US-Präsidenten in die protektionistische Mottenkiste bleibt töricht. Denn er provoziert genau das, was die EU nun beschlossen hat: eine Eskalation. Dabei hielt sich die Brüsseler Kommission noch zurück: Ob man mit höheren Zöllen für Erdnüsse und kalifornischen Orangensaft Präsident Donald Trump stoppen kann, sei dahingestellt. Viel gefährlicher scheint eben diese Ausweitung der Importabgaben auf alle möglichen Produkte. Das ist eine Maßnahme, deren einziger Sinn darin besteht, die USA zu ärgern und zu treffen. Damit erreicht niemand etwas.

Trump wird für seine Stahlbranche keine Umsatzgewinne erzielen können, die Europäer schaffen keinen Durchbruch für einen liberalen Markt. Unterm Strich verlieren alle Beteiligten und – was noch schlimmer ist – langfristig beschädigt der Präsident sogar die Industrie, die er eigentlich schützen will. Weil er ihr das dringend notwendige Messen mit der Konkurrenz erspart, für das sich die Branche in den USA endlich fit machen müsste.