Umweltpolitik ist derzeit en vogue. Sogar bisher nicht gerade für ihre ökologische Ader aufgefallene Unionspolitiker wie Bayerns Ministerpräsident Markus Söder oder CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer entdecken das Feld für sich. Das Kalkül ist durchschaubar: Sie wollen den Grünen, die sich derzeit im Umfragehoch befinden, ein paar Prozentpunkte abjagen.

Wofür braucht es ein Verbot?

Den Opportunismus-Vorwurf kann man Umweltministerin Svenja Schulze sicher nicht machen. Schließlich hat sie sich schon immer für die Umwelt eingesetzt. Aber auch sie scheint mit dem Verbot von Plastiktüten im Zuge der allgemeinen Umwelthysterie über das Ziel hinauszuschießen. Denn in den letzten Jahren ist der Plastiktüten-Verbrauch durch eine freiwilige Selbstverpflichtung des Handels bereits kräftig gesunken. Wofür braucht es dann noch ein Verbot? Noch vor Monaten hatte die Ministerin dieses selbst abgelehnt; ein Ministeriumssprecher stellte die Wirkung in Frage. Es scheint, als wolle Schulze auf der Welle des Zeitgeists reiten.

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