26 Millionen Tonnen Plastikmüll fallen jedes Jahr in der EU an. Jetzt haben die EU-Kommission, das EU-Parlament und Regierungsvertreter beschlossen, dass die ersten Kunststoff-Artikel ab 2021 verboten werden.

  1. Welche Kunststoff-Artikel sind betroffen? Von diesem ersten Schritt sind solche Produkte betroffen, für die es Alternativen gibt. Dazu gehören Plastik-Geschirr und -Besteck, Trinkhalme aus Kunststoff, Luftballon-Halter, Wattestäbchen und Lebensmittelbehälter aus expandiertem Polystyrol, wie sie verwendet werden, um Obst oder Gemüse zu verpacken.
    Auch die Trinkhalme trifft der Bann der EU.
    Auch die Trinkhalme trifft der Bann der EU. | Bild: Julian Stratenschulte/dpa
  2. Und was folgt nach dem erstenSchritt? Auch die nächsten Maßnahmen wurden bereits beschlossen. So dürfen in fünf Jahren Einwegflaschen aus Kunststoff nur noch dann verkauft werden, wenn die Deckel mit der Flasche fest verbunden sind. Damit will die EU verhindern, dass diese Deckel in der Umwelt landen.
    Auch Luftballonhalter soll es künftig nicht mehr geben
    Auch Luftballonhalter soll es künftig nicht mehr geben | Bild: Jakkarin – stock.adobe.com
  3. Warum werden die Hersteller nicht an den Kosten für die Beseitigung beteiligt? Sie werden an den Kosten beteiligt. Dies ist ebenfalls beschlossen worden. Was die wenigsten wissen: Auch Zigarettenstummel enthalten Plastikteilchen. In der EU gibt es konkrete Überlegungen, die Hersteller der Glimmstängel zu verpflichten, für die Entsorgung der Kippen-Reste aufzukommen. Die Produzenten würden dann am Aufwand für die Straßenreinigung beteiligt. Für eine Reihe weiterer Produkte (etwa Feuchttücher und Kosmetika wie Epilier-Cremes) wird es eine strenge Kennzeichnungspflicht geben. So sollen Verbraucher besser darüber informiert werden, dass diese Artikel Kunststoff-Partikel enthalten.
    Künftig muss es ohne sie gehen: Wattestäbchen
    Künftig muss es ohne sie gehen: Wattestäbchen | Bild: shotsstudio - stock.adobe.com
  4. Und was bringt das Ganze? Nach Angaben der Kommission werden durch dieses Verbot der Ausstoß von 3,4 Millionen Tonnen Kohlendioxid pro Jahr verhindert. Verbraucher dürften bis zu 6,5 Milliarden Euro im Jahr sparen. Um das ganze Ausmaß zu veranschaulichen, helfen diese Zahlen: Jeder EU-Bürger verbraucht pro Jahr 71 Trinkhalme, macht zusammen 3,6 Billionen im Jahr.
  5. Warum werden Plastiktüten nicht auch verboten? Es gibt bereits EU-Vorschriften zum Umgang mit den Tüten. Für Taschen aus Kunststoff muss der Kunde einen Aufpreis zahlen. Die dünnen Tüten, die vor allem für Obst und Gemüse benutzt werden, sollen auf Dauer ebenfalls verschwinden. Hier braucht der Handel aber noch Alternativen, um die Hygiene sicherzustellen. Das Gleiche gilt auch für Mehrweg-Kaffeebecher, die in vielen Coffeeshops Einzug halten.