Ein Vorstoß der Euro-Finanzminister zur Reform der Währungsunion hat den Euro nach Ansicht von Experten nicht krisensicher gemacht. Durch die beschlossenen Maßnahmen würde der Euro „nicht stabiler“, sagte der Banken- und Finanzexperte Hans-Peter Burghof von der Universität Hohehnheim unserer Zeitung. „Wir haben den Topf, aus dem Geld verteilt werden kann, nur größer gemacht“, sagte er. Nach monatelangen Debatten einigten sich die Finanzminister der Euro-Gruppe in Brüssel unter anderem darauf, den Euro-Rettungsschirm ESM zu stärken. Dieser soll künftig weitere Aufgaben erhalten und unter anderem auch Banken direkt retten dürfen. Andere Finanzinstitutionen wie der Internationale Währungsfonds (IWF) werden so zurückgedrängt.

Mehr Geld für Krisenbanken

Falko Fecht, Finanzwissenschaftler an der Frankfurt School of Finance, erkennt darin ein Problem. Immerhin sei der IWF in Finanzfragen von der EU komplett unabhängig. „Der ESM ist dies nicht“, sagte er. Generell sei man aber im Ringen um die Stabilität der Euro-Zone allerdings „einen kleinen Schritt weitergekommen“, sagte er. Bundesfinanzminister Olaf Scholz sprach indes von „großen Durchbrüchen“.