Die ZF hat nach Tagen der Gerangels einen neuen Aufsichtsratschef. Gelöst ist die Krise bei dem Friedrichshafener Branchenschwergewicht damit noch lange nicht. Die wichtigste Personalentscheidung im Haus – ob nämlich Stefan Sommer ZF-Chef bleibt – ist noch immer nicht gefallen. Er selbst beteuert, "gern" weitermachen zu wollen. Und da das mächtige ZF-Aufsichtsratsgremium gestern den Daumen nicht über ihm gesenkt hat, besteht die Chance, dass er die Bedingungen seines Abschieds in gewissem Umfang auch noch selbst mitbestimmen kann. Mehr aber auch nicht.

Dass der neue ZF-Chefkontrolleur Franz-Josef Paefgen sich hinter die von Sommer eingeschlagene Strategie gestellt hat, deutet zwar auf eine gewisse Entspannung hin, wird am Ende aber wohl nicht reichen, Sommer langfristig den Posten zu sichern. Zu tief scheint das Zerwürfnis zwischen den Eignern der ZF, zuvorderst der Zeppelin-Stiftung, und dem smarten Ex-Conti-Manager Sommer. Und die Stiftungen haben bei ZF nun mal das Sagen.