Noch ist es nur eine Empfehlung des Bundesvorstandes. Aber die regionalen Tarifkommissionen der IG Metall werden in zwei Wochen die Sechs-Prozent-Marke sicher als endgültige Lohnforderung beschließen. Ihre Brisanz erhalten die Verhandlungen aber vor allem durch die Arbeitszeitpläne der Gewerkschaft. Jeder Beschäftigte soll für zwei Jahre seine Wochenarbeitszeit auf 28-Stunden-Woche reduzieren dürfen.

Die Kombination aus mehr Geld und weniger Arbeitszeit summiert sich für die Betriebe zu einer heftigen Belastung. Nach mehreren Jahren mit vergleichsweise friedfertigen Tarifrunden droht diesmal ein Kampf auf Biegen und Brechen. Die Gewerkschaft muss aufpassen, dass sie den Ast nicht absägt, auf dem sie sitzt. Den Anspruch auf Arbeitszeitverkürzung begründet sie mit der Sicherung der Fachkräfte durch attraktive Jobs. Wenn viele Beschäftigte solche Angebote nutzen, brauchen die Betriebe tatsächlich zusätzliche Mitarbeiter. Die aber finden sie aber schon heute in vielen Fällen nicht mehr.