Ist das jetzt der Befreiungsschlag? Drei Top-Manager müssen gehen, 18 000 Stellen werden gestrichen, wohl vor allem in den USA. Das Investmentbanking wird zusammengestutzt. Die Deutsche Bank verabschiedet sich endgültig von ihrem Anspruch, einst gesetzt vor allem von Josef Ackermann, mit den ganz großen der Welt auf Augenhöhe zu agieren. Das ist ein paar Jahre vermeintlich gut gelaufen.

Deutsche Bank verabschiedet sich vom globalen Anspruch

Sie spiele in der ersten Liga, behauptet Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU). Von wegen. Diese Zeiten sind längst vorbei. Die Investmentbanker der Deutschen Bank haben jahrelang gezockt. Und nicht immer auf die Regeln geachtet. Strafen in Milliardenhöhe waren die Folge, ebenso wie enttäuschende Ergebnisse. Trotzdem wurden satte Boni ausgeschüttet, auch im vergangenen Jahr. Der Vorstand nicht ausgenommen.

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Bank-Chef Christian Sewing hat vor 15 Monaten ein schwieriges Amt übernommen. Jetzt greift er endlich richtig durch. Trotzdem bleibt er eine wirklich überzeugende Antwort auf die Frage schuldig, wo und wie die Bank mittel- und langfristig ihr Geld verdienen will.

Wie soll das Institut in Zukunft genügend Geld verdienen?

Es gibt jetzt eine Unternehmensbank. Aber laufen deshalb Firmen zur Deutschen Bank über? Brauchen sie, wie oft behauptet wird, die Deutsche Bank, wenn sie Auslandsgeschäfte machen wollen? Es gibt genügend andere, auch europäische Institute, die das mindestens genauso gut erledigen. Und es gibt die Commerzbank, die heute mit der Hälfte an Beschäftigten, doppelt so viel verdient wie die Deutsche Bank. Wer braucht im Privatkundengeschäft heute noch eine Filiale? Wer einen Berater, der tatsächlich, was legitim ist, ein Verkäufer ist. Eine Direktbank und auch die Volksbank oder Sparkasse vor Ort kann es genau so gut, etwa wenn es um die Finanzierung einer Immobilie geht. Teurer ist sie auch nicht. Im Gegenteil.

Mit Facebook und Co sind neue Konkurrenten in den Startlöchern

Zahlungsverkehr? Die Konkurrenz wird immer größer. Auch durch Tech-Konzerne, wie gerade Facebook mit seiner Währung Libra andeutet. Deutsche Bank Sewing geht zweifellos einen wichtigen und mutigen Schritt, will satte 13 Milliarden in die Digitalisierung stecken. Aber die Deutsche Bank steckt so tief im Schlamassel, dass es Jahre dauern wird, bis sie da raus kommt. Und acht Prozent Rendite schon in drei Jahren, die Ankündigung erstaunt.

Der Aufsichtsratschef macht ein schlechtes Bild

Bemerkenswert bleibt, dass sich ein Mann halten kann: Aufsichtsratschef Paul Achleitner. Er steht seit sieben Jahren an der Spitze des Kontrollgremiums und hat – gelinde gesagt – für die Bank und ihre Eigentümer, die Aktionäre, wenig auf die Reihe gebracht.