Die Entscheidung des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) von Ärzten, Kassen und Kliniken zu vorgeburtlichen Bluttests trifft auf kontroverse Reaktionen. Linke, Grüne und katholische Kirche kritisierten die Entscheidung, solche Tests unter engen Grenzen von den Kassen zahlen zu lassen. SPD und FDP begrüßten den Beschluss.

Life-Codexx-Chef sieht Chance für Frauen

Der Chef des Konstanzer Unternehmens Life-Codexx, Michael Lutz, das das Verfahren maßgeblich mitentwickelt hat, wies auf die Vorteile hin. „Bei Markteinführung war es unser erklärtes Ziel, mit dem Test den betroffenen schwangeren Frauen eine zuverlässige und sichere Alternative“ zu deutlich risikoreicheren Untersuchungsmethoden wie der Fruchtwasseruntersuchung anzubieten, sagte Lutz. Betrachte man nun den enormen Rückgang dieser Untersuchungen, „dann haben wir dieses Ziel zu unserer großen Freude bereits heute erreicht“.

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Gentests auf das Down-Syndrom, die mit einfachen Blutuntersuchungen einhergehen, gelten als risikolos im Vergleich zu den seit mehr als 30 Jahren üblichen Fruchtwasser-Checks. Diese sind allerdings bereits Kassenleistung. Seit Markteinführung des Tests im Jahr 2012 durch das Konstanzer Unternehmen steigt die Nachfrage kontinuierlich. Auch die Zahl der Praxen, in denen der Test durchgeführt werden kann, steigt – von anfangs 70 bundesweit auf rund 3000 heute.

Die Kosten für den Test haben sich nach Angaben von Life-Codexx von rund 1250 Euro auf knapp 200 Euro reduziert. Jetzt übernimmt diese in bestimmten Fällen die Krankenkasse. Man freue sich, dass sich so immer mehr Frauen für den Test entscheiden könnten, sagte eine Life-Codexx-Sprecherin dem SÜDKURIER.