Es gleicht einem Offenbarungseid, was der Deutsche-Bahn-Chef seinen Managern schreibt. Die Bahn habe ihre eigenen Themen nicht im Griff. Der Gewinn rauscht in den Keller, die Schulden nähern sich bedrohlich der 20 Milliarden-Euro-Grenze, die Züge sind unpünktlicher denn je und ein Teil des Konzerns weiss nicht, was der andere tut. "Viel Kraft, wenig Wirkung", schreibt Richard Lutz seinen Managern ins Stammbuch. Die Deutsche Bahn ist unregierbar geworden.

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Hinter dem Unternehmen mit den schönen weißen Zügen steht ein Konglomerat aus fast 700 Einzelfirmen, die teilweise mit der Beförderung von Menschen und Gütern per Schiene nichts zu tun haben. Die einzige Chance ist es, dieses Gewirr zu entflechten. Die Bahn muss sich auf ihre Kernaufgaben besinnen. Dazu braucht sie aber auch politische Unterstützung. Die Bundesregierung muss insbesondere dem Güterverkehr per Bahn Priorität einräumen. Dafür hätte sie auch die Unterstützung von gut 40 Millionen Wählern – den Autofahrern.