Hunderte Beschäftigte haben am Donnerstagmorgen gegen die Verlagerung von bis zu 600 Arbeitsplätzen beim Automobilzulieferer Marquardt in Rietheim-Weilheim (Kreis Tuttlingen) demonstriert. Nach Angaben von Klaus-Peter Manz von der IG-Metall in Albstadt hätten sich rund 1000 Menschen nahe des Stammsitzes des Familienunternehmens versammelt. Die Polizei sprach von etwa 900 Beteiligten.

Weitere Aktionen könnten folgen

Die IG-Metall hatte zu einer „aktiven Frühstückspause“ geladen, um gegen die Pläne der Geschäftsführung mobil zu machen. Die Stimmung auf der rund halbstündigen Veranstaltung sei kämpferisch gewesen, sagte Manz unserer Zeitung. „Die Belegschaft ist entschlossen, etwas zum Erhalt der Jobs zu tun“, sagte er. „Wenn sich die Geschäftsleitung nicht bewegt, werden weitere Aktionen folgen.“

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Vor einigen Tagen war bekannt geworden, dass der Mechatonik-Spezialist Marquardt bis zu 600 Job von den Standorten Rietheim-Weilheim und dem benachbarten Böttingen ins Ausland verlagern will. Ein Milliarden schwerer Porsche-Auftrag zum Bau von Batteriemanagementsystemen soll den Plänen zufolge aus Kostengründen nicht am Stammsitz, sondern in Ostdeutschland bearbeitet werden. Er hätte einen Gutteil der Jobs in Baden-Württemberg halten können.

Marquardt-Jugend sorgt sich um Zukunft

Auf der Veranstaltung meldeten sich neben Vertretern des Betriebsrats und der IG-Metall auch Sprecher der Marquard-Azubis zu Wort, die Perspektiven für ihren weiteren Arbeitsweg einforderten. Auch vom Medizintechnikunternehmen Aesculap in Tuttlingen war eine Delegation von Mitarbeitern angereist, darunter Aesculap-Betriebsratschef und Aufsichtsrats-Vize Ekkehard Rist.

Eine derart breite Teilnahme an einer Protestaktion habe es bei Marquardt „seit Jahren nicht mehr gegeben“, sagte IG-Metall-Mann Manz dem SÜDKURIER. Man erwarte, dass die Geschäftsleitung nun in neue Verhandlungen über die Zukunft des Standorts einsteige.