Der Schweizer Sanitärkonzern Geberit, der in Pfullendorf 1500 Mitarbeiter beschäftigt, bleibt auf Wachstumskurs. Wie das Unternehmen bei seiner Bilanzmedienkonferenz in Zürich mitteilte, wuchs der Umsatz im vergangenen Jahr um 5,9 Prozent auf 3,081 Milliarden Schweizer Franken (2,7 Milliarden Euro). Der Gewinn (Ebit) erhöhte sich um 5,4 Prozent auf 744 Millionen Franken (654 Millionen Euro). Dabei erwirtschaftete Geberit 90 Prozent seines Umsatzes in Europa.

Der Erlös in den anderen Weltregionen fällt entsprechend geringer aus, auch wenn vor allem die Region Fernost/Pazifik mit fast 14 Prozent ein besonders hohes Umsatzwachstum vorweist. Deutschland bleibt mit einem Umsatz von 934 Millionen Franken nach wie vor wichtigster Absatzmarkt für Geberit. Auf der Produktebene verteilen sich die Erlöse relativ gleichmäßig auf die Produktgruppen Installations- und Spülsysteme (1,1 Milliarden Franken), Badezimmersysteme (gut eine Milliarde Franken) und Rohrleitungssysteme (928 Millionen Franken).

14 Millionen Euro fließen nach Pfullendorf

Die Investitionen wuchsen auf 162 Millionen Franken. 14 Millionen Euro über zwei Jahre hinweg investierte der Konzern in eine Kapazitätserweiterung des Standorts Pfullendorf, wo auch das Logistikzentrum von Geberit beheimatet ist. Unter anderem errichtete Geberit in der Stadt im Linzgau ein Gebäude für die Produktion von Spülkästen. Auch in die Werke in Langenfeld, Lichtenstein und Ozorkow (Polen) investierte Geberit hohe Millionenbeträge.

Ein Schwerpunkt von Geberit ist derzeit der Ausbau der digitalen Marketing-Aktivitäten. So stiegen die Marketingausgaben 2018 auf 112 Millionen Schweizer Franken. Davon wiederum floss über ein Fünftel in das digitale Marketing. Auch bei der Personalentwicklung lässt sich der Fokus aufs Marketing ablesen. Während in der Produktion 189 Arbeitsplätze abgebaut wurde, was vor allem auf die Schließung zweier Werke der 2015 erworbenen Firma Sanitec in Frankreich zurückgeht, stellte Geberit 85 Mitarbeiter im Bereich Marketing und Vertrieb ein. Unter dem Strich beschäftigt der Konzern aktuell weltweit 11 630 Mitarbeiter.

Der Brexit tut auch Geberit weh

Im laufenden Jahr will Geberit weiter wachsen. "Ziel im Jahr 2019 ist es, über das gesamte Produktsortiment und in allen Märkten überzeugende Leistungen zu erbringen und wie in den Vorjahren Marktanteile zu gewinnen", teilt der Konzern mit ohne sich auf ein bestimmtes Umsatzziel festnageln zu lassen. Unter anderem sollen 2019 die Marken Keramag, Sphinx, Allia und PozziGinori durch die die Marke Geberit ersetzt werden, um das Markenportfolio zu vereinfachen. Auch kleinere Übernahmen seien denkbar, so Geberit-Chef Christian Buhl.

Der drohende Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union stelle auch für Geberit ein Problem dar. "Der Brexit führt zu Unsicherheiten und das spüren wir", sagte Buhl. So erwarte das Unternehmen in Großbritannien einen Umsatzrückgang. Allerdings betrage der Umsatzanteil auf der britischen Insel nur 4 Prozent, so dass sich die Auswirkungen in Grenzen halten.