Grillen mit Metallica oder ein Badetag mit den Sportfreunden Stiller – Thomas Naumann hat das alles schon erlebt. Der Bademeister des Strandbades am Hörnle wohnt seit 15 Jahren in einer der beiden Wohnungen, die sich im selben Gebäude befinden, wie die Umkleideräume des Bodenseestadions. Den großzügigen Garten mit Hollywood-Schaukel, Gartenlaube und Feuertonne teilt er mit dem Platzwart des Stadions, Giovanni Spadino.

Das Festival „Rock am See“ führte viele Weltstars ins Konstanzer Stadion. Viele von ihnen kamen vor ihren Auftritten in den Garten von Naumann und Spadino. „Ich denke, dass sie hier besser entspannen konnten, als in dem Backstage-Getümmel“, sagt Naumann. Am eindrücklichsten ist seine Erinnerung an den Besuch der US-amerikanischen Metal-Band Metallica. „Der Schlagzeuger Lars Ulrich saß an der Feuertonne und hat sich gewärmt. Der Sänger James Hetfield saß mit uns am Tisch und hat ein Bier getrunken.“ Dabei hinterließ Hetfield auch eine Flasche „Black Mountain“, ein kanadisches Mineralwasser. Der Behälter wurde zum heiligen Gral für Naumanns Sohn. „Die stand bestimmt zehn Jahre bei uns rum“, sagt der Bademeister und lacht. Auf Naumanns Aufforderung „let’s go to the strand“ seien die Musiker dann aber doch nicht eingegangen. Im Gegensatz zu den Sportfreunden Stiller, die sich durch das kleine Hintertor im Garten an den Fans vorbei zum See geschlichen hatten.

Für Giovanni Spadino und seine Frau Brigitte war der Besuch von Elton John der spektakulärste. „Sein Hubschrauber ist zuerst am FKK-Strand gelandet“, erzählt der Platzwart und schmunzelt bei der Erinnerung daran. Als der Pilot seinen Fehler bemerkte, sei er auf Spadinos Garten als Landeplatz ausgewichen. Daniela Ulrich, Lebensgefährtin von Naumann, erinnert sich noch an die „übergroßen Schuhe“, die Elton John trug, als er aus dem Hubschrauber stieg. Der britische Sänger ist der einzige Star, von dem sich zumindest Brigitte Spadino ein Autogramm holte. „Wir behandeln diese Menschen nicht anders, als jeden anderen auch“, sagt Naumann. Das ist seiner Ansicht nach auch einer der Gründe, weshalb sie immer wieder Zuflucht in seinem Garten suchten. „Dieses Leben möchte ich nicht führen“, sagt Naumann. Die ständige Begleitung von Personenschützern, die ständige Medienpräsenz und ein Leben aus dem Koffer, das sei schon eine Zumutung, so die vier Hausbewohner.

Seit einigen Jahren haben die Star-Besuche im Stadion-Garten abgenommen. Bei „Rock am See“ seien die Künstler ab 2010 in einer eigenen Zeltstadt untergebracht gewesen, seit dem Aus sei es ruhiger im Stadion geworden. Von „Bodensee Ahoi“ haben sie bis auf die Aufbauarbeiten wenig mitbekommen. Falls sich jedoch ein Jürgen Drews in den Garten verlaufen sollte, sei er willkommen. „Jeder, der vorbeikommt, kriegt eine Thüringer und ein Bier“, verspricht Naumann und wendet die Würstchen auf dem Grill.