Von wegen milde, friedlich und altersweise. Die Lust an der Auseinandersetzung, die Freude an der Provokation und das Vergnügen, Freund und Feind gleichermaßen zu verblüffen, hatte Heiner Geißler bis zuletzt nicht verloren, auch wenn er längst aus der aktiven Politik ausgeschieden war und die großen Auseinandersetzungen nur noch als Zaungast verfolgte. Doch auch als Polit-Rentner mischte sich der streitbare frühere CDU-Generalsekretär immer wieder ein und überraschte mit unorthodoxen Vorschlägen. Gestern starb er im Alter von 87 Jahren nach kurzer, schwerer Krankheit in seinem Heimatort Gleisweiler in der Pfalz – nur wenige Wochen nach dem Tod von Helmut Kohl, mit dem Geißlers Wirken schicksalhaft auf das Engste verbunden war, im Positiven wie im Negativen.

Denn ohne seinen Entdecker und Förderer Kohl hätte Geißler wohl nie Karriere gemacht. Doch nach dem Bruch 1989 kam es zum totalen Zerwürfnis zwischen den beiden, ohne Versöhnung bis zum Schluss. Am Requiem für Kohl im Dom von Speyer nahm Geißler gleichwohl teil. Bundeskanzlerin Angela Merkel und Politiker aller Parteien würdigten ihn als aufrechten Demokraten und profilierten Politiker.

Heiner Geißler am 16.12.1966 im Bundestag in Bonn während der Debatte zur Regierungserklärung bei einer Rede zur Schulfrage.
Heiner Geißler am 16.12.1966 im Bundestag in Bonn während der Debatte zur Regierungserklärung bei einer Rede zur Schulfrage. | Bild: - (dpa)

Streitbar, mutig und dennoch immer mit einem gewissen Schalk im Nacken – so kannte man ihn. Und so sah er sich auch selber, auch wenn er kurz vor seinem Tod selbstkritisch einräumte: „Ich hätte noch mehr Krach schlagen müssen.“ Dabei hat es in seinem langen politischen Wirken an Krach nicht gefehlt. Der am 3. März 1930 in Oberndorf am Neckar geborene Jurist, der das Jesuitenkolleg St. Blasien im Schwarzwald besuchte und vier Jahre als Novize dem Jesuitenorden angehörte, galt zeit seines Lebens als unbequem und aufmüpfig, als scharfzüngiger Querdenker, Vordenker und Provokateur. Als Sozialminister von Rheinland-Pfalz von 1967 bis 1977 unter den CDU-Ministerpräsidenten Peter Altmeier, Helmut Kohl und Bernhard Vogel brachte er das erste Kindergartengesetz in der Geschichte Deutschlands auf den Weg. Sein Mentor Helmut Kohl ernannte ihn nach der Wende 1982 zum Bundesminister für Jugend, Familie und Gesundheit. In seine Amtszeit fielen die Neuordnung des Zivildienstes, das Erziehungsgeld und der Erziehungsurlaub und die Anerkennung von Erziehungsjahren in der Rentenversicherung.

CDU-Generalsekretär Heiner Geißler (l.) wird zu Beginn dieser Sitzung eher verhalten von Bundeskanzler Helmut Kohl begrüßt.
CDU-Generalsekretär Heiner Geißler (l.) wird zu Beginn dieser Sitzung eher verhalten von Bundeskanzler Helmut Kohl begrüßt. | Bild: Peter Popp (dpa)

Heiner Geißler: Stationen seines Lebens

Zusammengestellt von Dieter Löffler
  • 1946

    Heiner Geißler kommt als 16-Jähriger an das Jesuitenkolleg in St. Blasien und macht dort das Abitur. Als Geißler am 3. März 1930 in Oberndorf am Neckar zur Welt kommt, wohnt die Familie in Spaichingen. Der Vater kommt in Konflikt mit den Nazis und verliert seine Stelle. Die Familie muss oft umziehen, unter anderem lebt sie in Oberndorf, Spaichingen und Tuttlingen. Geißler will zunächst Priester werden, studiert dann aber in Tübingen Jura und beginnt, sich in der CDU politisch zu engagieren.

  • 1967

    ARCHIV - Am 19.5.1969 stellt der neue Ministerpräsident von Rheinland-Pfalz, Helmut Kohl, in Mainz sein neues Kabinett vor. Das Foto zeigt in der ersten Reihe v.l. Innenminister August Wolters, Landwirtschaftsminister Otto Mayer, Ministerpräsident Helmut Kohl und Wirtschaftsminister Hanns Neubauer, in der zweiten Reihe v.l. Kultusminister Bernhard Vogel, Justizminister Fritz Schneider, Sozialminister Heiner Geißler und Finanzminister Hermann Eicher. Der frühere Bundeskanzler Helmut Kohl (CDU) ist tot. Er starb im Alter von 87 Jahren, wie sein Anwalt Holthoff-Pförtner der Deutschen Presse-Agentur am 16.06.2017 mitteilte. Foto: Manfred Rehm/dpa +++(c) dpa - Bildfunk+++ | Verwendung weltweit
    Bild: Manfred Rehm (dpa)

    Geißler wird Sozialminister in Rheinland-Pfalz. Helmut Kohl, später Ministerpräsident in Mainz (im Bild rechts neben einem lachenden Geißler), hat ihn aus Baden-Württemberg abgeworben. Dort zieht er 1965 als Abgeordneter für den Wahlkreis Reutlingen in den Bundestag ein. Als Kohl 1982 Kanzler wird, nimmt er seinen Weggefährten mit nach Bonn und macht ihm zum Bundesfamilienminister. Zudem ist Geißler CDU-Generalsekretär und hält Kohl in der Partei den Rücken frei. Der Plan fliegt auf, Kohl macht reinen Tisch und serviert Geißler ab.

  • 1989

    Geißler bricht mit Kohl. Als CDU-Generalsekretär stand er stets loyal zu seinem Vorsitzenden, ritt scharfe Attacken gegen den politischen Gegner und managte die CDU in drei Bundestagswahlen. Später wirbt er für einen neuen Kurs der Mitte und bringt konservative Parteimitglieder gegen sich auf. Wenige Monate vor dem Mauerfall kommt es zum Eklat. Geißler hält Lothar Späth für den besseren Kanzler und will Kohl beim Parteitag in Bremen stürzen.

  • 1990

    ARCHIV - Der CDU/CSU-Fraktionsvorsitzende und Freizeitkletterer Heiner Geißler während eines Aufstiegs am 13.8.1995 bei Dahn in Rheinland-Pfalz. Heiner Geißler ist nach Angaben seines Sohnes Dominik tot. Geißler starb im Alter von 87 Jahren. (zu dpa «Ex-CDU-Generalsekretär Heiner Geißler ist tot» vom 12.09.2017) Foto: Werner Baum/dpa +++(c) dpa - Bildfunk+++
    Bild: Werner Baum (dpa)

    Geißler lässt sich keineswegs in den Vorruhestand drängen. Er bleibt Mitglied des Bundesvorstandes und Fraktionsvize. 1999 bringt er den CDU-Spendenskandal richtig ins Rollen, als er die Existenz von Sonderkonten bestätigt. 2002 folgt der Abschied von der aktiven Politik. Geißler hält Vorträge, schreibt Bücher, schließt sich den Globalisierungskrititikern von „Attac“ an. Zugleich bleibt er seinem Hobby als Bergsteiger und Gleitschirmflieger treu – obwohl er 1992 bei einem Absturz mit dem Gleitschirm schwer verletzt wird.

  • 2010

    Der Vermittler im Streit um das Bahnprojekt Stuttgart 21, Heiner Geißler, kommt am Dienstag (30.11.2010) in Stuttgart in den Verhandlungssaal des Rathauses. Nach acht Runden Faktencheck zum umstrittenen Bahnprojekt Stuttgart 21 will der Vermittler Heiner Geißler seinen Schlichterspruch präsentieren. Voraussichtlich wird Geißler Verbesserungsvorschläge für das 4,1 Milliarden Euro teure Bahnvorhaben vorlegen, bei dem der Stuttgarter Hauptbahnhof unter die Erde verlegt und mit der Schnellbahntrasse nach Ulm verbunden werden soll. Foto: Uwe Anspach dpa/lsw  +++(c) dpa - Bildfunk+++ | Verwendung weltweit
    Bild: Uwe Anspach (dpa)

    Geißler kehrt auf die politische Bühne zurück und wird Schlichter im Streit um das Bahnhofsprojekt Stuttgart 21. Der CDU-Politiker ist da bereits 80 Jahre alt, folgt aber dem Wunsch des damaligen baden-württembergischen Ministerpräsidenten Stefan Mappus. Auch die Grünen sind einverstanden. Geißler bringt Fachleute, Projektgegner und Befürworter an einen Tisch und verkündet Ende November 2010 seinen Schlichterspruch: Er spricht sich für eine Fortführung des Projekts aus, fordert aber Nachbesserungen.

  • 2017

    Heiner Geißler (l, CDU), ehemaliger CDU-Generalsekretär und Bundesfamilienminister, und Norbert Blüm (CDU), früherer Bundesarbeitsminister, treffen am 01.07.2017 vor dem Pontifikalrequiem für den verstorbenen Altkanzler Kohl vor dem Dom zu Speyer ein. Heiner Geißler ist nach Angaben seines Sohnes Dominik tot. Geißler starb im Alter von 87 Jahren. (zu dpa «Ex-CDU-Generalsekretär Heiner Geißler ist tot» vom 12.09.2017) Foto: Roland Holschneider/dpa +++(c) dpa - Bildfunk+++
    Bild: Roland Holschneider (dpa)

    Geißler nimmt mit seinem früheren Ministerkollegen Norbert Blüm in Speyer an der Trauerfeier für Helmut Kohl teil. Zu einer Aussöhnung war es nicht mehr gekommen, Geißler bleibt bis zuletzt streitbar und kritisch. Seinen Ruhestand verbringt er mit seiner Ehefrau Susanne im pfälzischen Weinort Gleisweiler, wo er auch einen Weinberg besitzt. Das Paar hat drei erwachsene Kinder. Sein Sohn Dominik ging ebenfalls in die Politik, er ist Pressesprecher von Kanzleramtsminister Peter Altmaier.


Zwölf Jahre, von 1977 bis 1989, war der begeisterte Bergsteiger und Drachenflieger CDU-Generalsekretär, niemand amtierte länger als er. Unter seiner Ägide entstand das Grundsatzprogramm der CDU, mit dem er die Partei gesellschaftspolitisch modernisierte. Zudem ging er keinem Konflikt aus dem Weg. So warf er den Sozialdemokraten und Grünen vor, die „fünfte Kolonne Moskaus“ zu sein, und im Streit um den Nato-Doppelbeschluss attackierte er die Friedensbewegung mit den Worten: „Der Pazifismus der Dreißigerjahre hat Auschwitz erst möglich gemacht.“ Ein wütender Willy Brandt bezeichnete ihn damals als den „schlimmsten Hetzer seit Goebbels“.

ARCHIV - Bundeskanzler Helmut Kohl (l.) und schüttelt dem scheidenden Generalsekretär Heiner Geißlerwährend des 37. Bundesparteitags der CDU im September 1989 in Bremen die Hand.
ARCHIV - Bundeskanzler Helmut Kohl (l.) und schüttelt dem scheidenden Generalsekretär Heiner Geißlerwährend des 37. Bundesparteitags der CDU im September 1989 in Bremen die Hand. | Bild: -- (dpa)

Da Heiner Geißler zu den CDU-Politikern um Lothar Späth und Rita Süssmuth gehörte, die Helmut Kohl 1989 auf dem Bremer Parteitag als Parteichef stürzen wollten, verlor er sein Amt als Generalsekretär. Kohl verzieh ihm seine Beteiligung an dem geplanten Putsch nie, Geißler selber wurde zu einem der schärfsten Kritiker Kohls und nannte die CDU 1995 eine „führerkultische Partei“.

Als Schlichter nach Stuttgart

Auch als Rentner blieb er beschäftigt. Regelmäßig vermittelte er als Schlichter in festgefahrenen Tarifkonflikten, 2007 schloss er sich gar den Globalisierungsgegnern von „Attac“ an und kritisierte die kapitalistische Wirtschaftsordnung als „falsch und inhuman“, da die Interessen der Finanzmärkte vor denen der Menschen rangierten. Und noch einmal im Scheinwerferlicht der Öffentlichkeit stand er, als er in den Jahren 2010 und 2011 als Schlichter im Konflikt um das Bahnhofsprojekt „Stuttgart 21“ fungierte. In dieser Rolle habe er die Polarisierung hinter sich gelassen und erreicht, dass sich die Konfliktparteien an den Fakten orientierten, würdigte Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) den verstorbenen CDU-Politiker. „Das hat uns alle schwer beeindruckt. Ich denke mit großer Freude an diese Zeit zurück“, sagte Kretschmann. Er habe Geißlers stilbildenden Ansatz mit seiner Politik des Gehörtwerdens aufgegriffen. Anfang des Jahres erschien sein letztes Buch: „Kann man noch Christ sein, wenn man an Gott zweifeln muss? Fragen zum Luther-Jahr.“ (Martin Ferber)

Seine größte Rolle nach seinem Abschied aus der Bundespolitik: Heiner Geißler 2010 als Schlichter vor dem Hauptbahnhof Stuttgart.
Seine größte Rolle nach seinem Abschied aus der Bundespolitik: Heiner Geißler 2010 als Schlichter vor dem Hauptbahnhof Stuttgart. | Bild: Bernd Weissbrod

Seine Wurzeln lagen im Südwesten

Seine Schuljahre in St. Blasien bezeichnete er einmal als „eine der besten und schönsten Zeiten in meinem Leben“. Im Jesuitenkolleg im Südschwarzwald, dort, wo inmitten dunkler Tannen die mächtige Barockkuppel des Doms stolze 62 Meter in den Himmel ragt, lernte er zu reden und zu diskutieren – und, wie er später einmal sagte, „Niederlagen wegzustecken und immer wieder neu anzufangen“. St. Blasien blieb er zeitlebens verbunden, so wie jenen Gemeinden im Süden Baden-Württembergs, in denen er aufwuchs und die seinen Lebenslauf prägten.

Heiner Geißler, nunmehr im Alter von 87 Jahren gestorben, stammt nicht aus Oberndorf am Neckar, wie es immer wieder heißt, sondern aus Spaichingen bei Tuttlingen. Am Fuß des Dreifaltigkeitsbergs ist er aufgewachsen, dort war sein Vater Chef des Vermessungsamts. Die Kindheit war nicht einfach, denn die Machtergreifung der Nazis 1933 änderte alles. Vater Heinrich Geißler saß für die katholische Zentrumspartei im Gemeinderat und war ähnlich streitbar wie später der Sohn. Er wurde über Nacht entlassen und die Familie stand ohne Einkommen da. Von da ab begannen Jahre der Not und der Wanderschaft: Mal wohnte man bei den Großeltern in Oberndorf, dann in Tuttlingen, dann erneut in Spaichingen. Für die gesamte Familie war es ein unsicheres, unstetes Leben wider Willen.

Besuche in der Region: Hier 2004 bei der SÜDKURIER-Veranstaltung „Schwarzwälder Gespräche“ in Höchenschwand. <em>Rohrbach</em>
Besuche in der Region: Hier 2004 bei der SÜDKURIER-Veranstaltung „Schwarzwälder Gespräche“ in Höchenschwand. Rohrbach

„Er verteidigte Freiheit und Menschenrechte so hartnäckig, weil er als Kind das Gegenteil erlebt hat“, sagt Erwin Teufel, der wie Heiner Geißler aus Spaichingen stammt und den Weggefährten seit Jahrzehnten kennt. Beide gründen 1956 zusammen mit dem späteren Bundestagsabgeordneten Franz Sauter den Kreisverband Rottweil der Jungen Union. Der Abiturient aus St. Blasien hat sich da schon von seinem Wunsch, Priester zu werden, verabschiedet. Geißler bricht sein Philosophiestudium in München ab und wechselt nach Tübingen, wo er Jura studiert. „Schon damals verfolgte er seine Ziele mit ungeheurer Kraft“, erinnert sich Teufel im Gespräch mit dieser Zeitung.

Als geradezu schicksalhaft erweist sich die Begegnung mit Josef Schüttler, dem legendären CDU-Politiker aus Singen am Hohentwiel, damals Sozialminister in Stuttgart. Schüttler erkennt das enorme Potenzial des jungen Geißler. Und: Er sieht familiäre Parallelen. So wie Geißlers Vater hatten die Nazis auch ihn aus Amt und Brot gejagt. Seinen Lebensunterhalt verdiente der spätere Minister unter Hitlers Herrschaft als Straßenkehrer in Singen.

2011 am Rande einer Veranstaltung in Gottmadingen: Interview zu Stuttgart 21 mit Politikredakteurin Margit Hufnagel. <em>Bild: Tesche</em>
2011 am Rande einer Veranstaltung in Gottmadingen: Interview zu Stuttgart 21 mit Politikredakteurin Margit Hufnagel. Bild: Tesche

Schüttler holt den Jung-Juristen Geißler als persönlichen Referenten ins Sozialministerium nach Stuttgart. Es ist der Beginn einer bemerkenswerten Karriere. 1965 zieht Geißler für den Wahlkreis Reutlingen in den Bundestag ein und macht bundesweit Parteifreunde auf sich aufmerksam. Einer von ihnen heißt Helmut Kohl. Der Nachwuchspolitiker aus Rheinland-Pfalz überredet Geißler, nach Mainz zu kommen und dort das Sozialministerium zu übernehmen. Auf Mainz folgt Bonn, später Berlin: Fortan sind die Karrieren der beiden Parteifreunde eng miteinander verzahnt, im Guten wie im Schlechten.

Dem Landstrich seiner Jugend blieb Geißler dennoch zeitlebens eng verbunden. Immer wieder kam er zurück in die Städte und Gemeinden zwischen Schwarzwald, Bodensee und Heuberg, hielt Vorträge, beteiligte sich an Podiumsdiskussionen. Seine Rolle als Schlichter beim Bahnprojekt Stuttgart 21 verfestigte sein Image als Querdenker, Geißler war als 80-Jähriger gefragter denn je. Auch beim SÜDKURIER machte Geißler regelmäßig Station: Bereitwillig gab er Interviews oder kam zum Redaktionsgespräch ins Verlagshaus nach Konstanz.

2013: Geißler – in bester Laune – wird am Schmotzigen Dunschtig vor das Narrengericht Stockach zitiert. <em>Bild: dpa</em>
2013: Geißler – in bester Laune – wird am Schmotzigen Dunschtig vor das Narrengericht Stockach zitiert. Bild: dpa

Unvergessen auch sein Auftritt 2013 beim Narrengericht in Stockach. Seine Strafe – je 60 Liter Grüner Silvaner, Grauer Burgunder und Dornfelder – lieferte er anstandslos ab. Besonders eng blieb der Kontakt mit den Orten seiner Kindheit. In Tuttlingen war seine Schwester verheiratet: Ehemann Erich Weber war als SPD-Stadtrat weitum bekannt und von ähnlicher Streitlust getrieben wie der prominente Schwager von der CDU. Auch in Spaichingen tauchte Geißler immer wieder auf und besuchte den Weggefährten aus Jugendjahren. „Er war ein verlässlicher, treuer Freund“, sagt Erwin Teufel. Im Sommer wollte Geißler noch an den Dreifaltigkeitsberg kommen. Doch da machte die Gesundheit schon nicht mehr mit. Jetzt ist Heiner Geißler in seiner Wahlheimat in der Pfalz gestorben. (Dieter Löffler)

10. Juli 2013: Heiner Geißler beim Redaktionsgespräch beim SÜDKURIER in Konstanz. Links Chefredakteur Stefan Lutz, es folgen der damalige Kulturchef Wolfgang Bager, Politikchef Dieter Löffler und Politikredakteurin Margit Hufnagel. <em>Bild: hanser</em>
10. Juli 2013: Heiner Geißler beim Redaktionsgespräch beim SÜDKURIER in Konstanz. Links Chefredakteur Stefan Lutz, es folgen der damalige Kulturchef Wolfgang Bager, Politikchef Dieter Löffler und Politikredakteurin Margit Hufnagel. Bild: hanser
Geißlers Eintrag im SÜDKURIER-Gästebuch vom 10. Juli 2013. Der Wortlaut: Es war nicht das erste Mal, hoffentlich nicht das letzte Mal beim Südkurier. Vielen Dank für die „nachhaltige“ Diskussion. <em>Bild: Steller</em>
Geißlers Eintrag im SÜDKURIER-Gästebuch vom 10. Juli 2013. Der Wortlaut: Es war nicht das erste Mal, hoffentlich nicht das letzte Mal beim Südkurier. Vielen Dank für die „nachhaltige“ Diskussion. Bild: Steller