„Milos-Pantovic-Schalalalala“ schallte durch das Ruhrstadion. Euphorisch und wohl auch etwas ungläubig feierten die Bochumer Fans ihren Helden des Tages mit lauten Gesängen. Bereits zum zweiten Mal in diesem Monat zielte Pantovic aus riesiger Distanz ganz genau. „Dass es auf die Art und Weise ist, ist umso schöner“, sagte der 25-Jährige bei Sky und lächelte. Dank seines Traumtores und des ganz starken Torwarts Manuel Riemann besiegte der VfL den SC Freiburg mit 2:1 (0:0) und verdarb damit das Jubiläum von SC-Trainer Christian Streich.

„Wir sind froh, dass er im Moment ein Zauberfüßchen hat, dass er die Situation gut erkennt“, sagte Bochums Trainer Thomas Reis zu Pantovic. Der eingewechselte Offensivmann traf in der 82. Minute aus dem Mittelkreis zum frenetisch bejubelten Siegtreffer des Aufsteigers in Streichs 300. Spiel als Freiburger Coach in der Fußball-Bundesliga.

Die Enttäuschung bei Freiburg ist groß

SC-Torwart Mark Flekken war beim entscheidenden Gegentreffer am Samstag weit aus seinem Tor geeilt, Abwehrspieler Philipp Lienhart ausgerutscht. Vor der Szene des Tages hatte Sebastian Polter (54.) die Freiburger Führung von Lienhart (51.) vor 19 700 Zuschauern ausgeglichen. Beim 2:0-Sieg gegen die TSG 1899 Hoffenheim am 6. November hatte Pantovic sogar aus noch größerer Entfernung getroffen.

„Es war ein schönes Tor, hat er gut gemacht“, sagte Freiburgs Mittelfeldspieler Vincenzo Grifo anerkennend. Der 28-Jährige ärgerte sich, weil sein Team eigentlich genug Chancen hatte, um die Partie zu gewinnen: „Ich bin enttäuscht.“ Streich war sogar ein wenig fassunsglos. „Ich bin ein Stück weit konsterniert über dieses Ergebnis“, sagte er. „Wir sind gescheitert an einem sensationellen Torhüter und an uns selbst.“

Nah dran und doch gescheitert

Mit nun 16 Punkten setzen sich die Bochumer weiter im Mittelfeld der Tabelle fest. Freiburg musste nach seinem überragenden Saisonstart dagegen nun schon die dritte Liganiederlage in Serie hinnehmen. „Es tut weh, weil wir immer nah dran sind“, sagte Grifo. Mit 22 Zählern ist der SCF insgesamt aber weiter voll im Soll.

Beide Mannschaften starteten mit viel Elan. Angefeuert von den lautstarken Fans, die Pantovic als „unfassbar“ bezeichnete, versuchten die Gastgeber, nach Ballgewinnen schnell umzuschalten. Zumeist verloren sie den Ball aber schon vor dem Freiburger Strafraum wieder oder spielten zu unpräzise in die entscheidende Zone hinein.

Bochum unbeeindruckt von Gegentreffer

Reis, der sich darauf gefreut hatte, Streich kennenzulernen, und sich vor der Partie lange mit dem 56-Jährigen am Spielfeldrand unterhielt, hatte vor dem starken SC-Pressing gewarnt. Ab und an setzten die Freiburger das auch ein. Es war jedoch vor allem die technisch bessere Spielanlage, die sie ab Mitte der ersten Hälfte überlegener werden ließ. Ganz klare Torchancen fehlten den Gästen allerdings bis zur 45. Minute. Dann kam Nico Schlotterbeck nach einer Ecke zehn Meter vor dem Tor frei zum Schuss, traf jedoch nur den Pfosten.

Kurz nach dem Seitenwechsel zielte Lienhart genauer. Grifo flankte und der Innenverteidiger köpfte den Ball aus fünf Metern völlig frei ins Tor. Bochum ließ sich jedoch nicht schocken. Freiburgs Nicolas Höfler verlor den Ball im Spielaufbau, Gerrit Holtmann spielte Polter frei und der Mittelstürmer sorgte für den Ausgleich.

Die Partie war nun wild und reich an Strafraumszenen – vor allem dank des SCF. Die Freiburger drängten auf die erneute Führung. Mit mehreren herausragenden Paraden bewahrte der unter der Woche noch angeschlagene Riemann seine Mannschaft jedoch vor einem weiteren Gegentreffer. Dann kam der große Moment des Milos Pantovic.

(dpa)