Florian Müller: Der Mann hat eine turbulente Woche hinter sich. Am Montag trainierte er noch beim FSV Mainz 05, dann gab es die Blitzausleihe zum SC Freiburg und nun beim Bundesliga-Auftakt gleich der Platz im Tor der Südbadener. Müller machte es gut, parierte stark gegen Wamangituka, zweimal Klimowicz und Massimo. Das Sahnehäubchen war die Parade in der fünften Minute der Nachspielzeit, als Stuttgarts Klement einen fulminanten Aufsetzer aus 20 Metern losließ und Müller den Ball reaktionsschnell um den Pfosten lenkte. Es wäre der Ausgleich für den VfB gewesen. – Note: 2

Jonathan Schmid: Guter Auftritt auf der rechten Außenbahn. Defensiv machte ihm Stuttgarts bester Angreifer Wamangituka zwar einige Probleme, aber für den Spielaufbau tat der Franzose einiges. Vor dem Freistoß, der über Grifo, Petersen und Torschütze Sallai zum 0:2 führte, wurde Schmid gefoult. Und: Er spuckte in der zweiten Halbzeit selbst Wamangitkua in die Suppe, als Klimowicz für seinen Kollegen auflegen wollte, Schmid aber noch seine Fußspitze dazwischen brachte. – Note: 3

Philipp Lienhart: Abgeklärt bei Ballbesitz, nicht ohne Fehler in der Kerndisziplin Abwehrarbeit. In Halbzeit eins kam der Österreicher gegen Mangala zu spät, der VfBler schoss aber über das Tor. In Halbzeit zwei stand er unglücklich, als Teamkamerad Höler einen Stuttgarter Pass in den Lauf von Wamangituka abfälschte und prompt zum 2:3 traf. Außerdem hätte sich Lienhart nicht beschweren können, wenn Schiedsrichter Cortus oder Videoassistentin Bibiana Steinhaus auf Handelfmeter gegen ihn entschieden hätten. Das kann er souveräner. – Note: 3,5

Dominique Heintz: Der Innenverteidiger mit dem großen Kämpferherz hatte seine Glanzszene bereits nach einer Viertelstunde. SC-Trowart Müller hatte einen Schlenzer von Wamangituka immerhin so touchiert, dass es nicht direkt zum Einschlag kam, worauf der reaktionsschnelle Heintz kurz vor der Linie klärte. Beim ersten Stuttgarter Treffer durch den eingewechselten Kalajdzic lief er allerdings nur Spalier. – Note: 3

Christian Günter: Dem Kapitän gelang – gemessen an seinen eigenen Ansprüchen – eher wenig. Fahrige Pässe, kaum Offensivaktionen, auch in einigen Zweikämpfen zweiter Sieger. Eine ganz starke Aktion hatte der Tennenbronner dann doch: In der 22. Minute verhinderte er mit resolutem Einsatz einen Torschuss von Didavi aus nur noch neun Metern Entfernung zum Tor. – Note: 3,5

Nicolas Höfler: Der Mittelfeldstratege spielte lange Zeit glänzend. Mit viel Übersicht, vielen unspektakulären, aber gescheiten Pässen. Sein gutes Stellungsspiel erlaubte es ihm, den Schwaben mehrfach die Kugel abzuluchsen. In den letzten 20 Minuten, die sechsminütige Nachspielzeit eingerechnet, ging Höfler allerdings dann die Puste aus. – Note: 2

Wooyeong Jeong: Der Südkoreaner ist ein eleganter Spieler. Leichtfüßig, mit guter Ballbehandlung, hat immer wieder Ideen fürs Offensivspiel – manchmal allerdings auch welche, die die Mitspieler überfordern. War am Spielzug zum 3:0 beteiligt, ließ dann aber auch pustemäßig Federn und machte für die turbulente Schlussphase Platz für Manuel Gulde und damit einen zusätzlichen Verteidiger. – Note: 3

Roland Sallai: Der Ungar kommt immer besser in Fahrt. Nacht Minuten gab er die präzise Flanke für Nils Petersens erfolgreichen Kopfball zum 0:1. Den zweiten Treffer machte Sallai selber und auch beim dritten hatte er seine Füße im Spiel. Seinen Klassepass auf Lucas Höler veredelte der mit einem perfekten Rückpass von der Torauslinie auf Vincenzo Grifo, der per Direktabnahme vollendete. Der offensive Mittelfeldspieler war immer anspielbar und giftig in den Zweikämpfen, starke Leistung. – Note: 2

Vincenzo Grifo: Wo ist Grifo? Kein Problem: da, wo die hellsten Haare sind. Der italienische Nationalspieler läuft zur neuen Saison mit blondierten Haaren auf, alles andere ist so wie immer. Elegante Ballführung, Offensivtempo, gutes Auge für den starken Pass. Und natürlich die Stärke bei Standards. Grifos flach und scharf an den Fünfmeterraum getretener Freistoß beförderte Petersen elegant per Hacke Richtung Tor – VfB-Torwart Kobel konnte zwar reaktionsschnell abwehren, den Abpraller aber verwertete Sallai zum 0:2. Das dritte Freiburger Tor machte der „Vince“ selbst und zeigte danach gar mehrfach Defensivqualitäten – stark. – Note: 2

Lucas Höler: Seine stärkste Szene hatte er kurz nach der Pause, als er den Pass zu Grifos 0:3 spielte. Pech hatte er nach 63 Minuten, als er die Kugel mit der Fußspitze zwar an VfB-Keeper Kobel vorbei gebracht hatte, kurz vor der Linie aber Stuttgarts Verteidiger Anton das 0:4 noch verhinderte. Einen Assistpunkt wider Willen gab es für Höler beim Anschlusstreffer der Schwaben, als er den Ball wunderbar in den Lauf von Torschütze Wamangituka abfälschte. Und in der letzten der sechs Nachspielminuten sah man Höfler aktiv im SC-Strafraum im Ringkampf gegen Anton, allerdings ließ er den Gegenspieler wieder los, kurz bevor der VfB-Freistoß getreten wurde. – Note: 3,5

Nils Petersen: Flanke Sallai, Kopf Petersen, Tor. Schon ach acht Minuten war der Freiburger Torjäger zur Stelle, als ihm Gegenspieler Kaminski zu viel Platz gelassen hatte. Auch am zweiten SC-Treffer war der Mann maßgeblich beteiligt. Grifos Freistoß lenkte Petersen herrlich per Hacke Richtung Tor und wäre VfB-Schlussmann Kobel einfach stehengeblieben, wäre es ein Tor des Monats gewesen. Kobel aber reagierte prächtig und doch umsonst, denn Sallai staubte ab. Abseits der zwei Topszenen spulte der Stoßstürmer wieder ein enormes Laufpensum ab. – Note: 2

Die eingewechselten Lukas Kübler, Changhon Kwon (beide 77.), Manuel Gulde (88.) und Amir Abrashi (89.) bleiben ohne Bewertung.

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