Christian Streich will einfach nur seine Ruhe. Die erste Saison-Niederlage im Topspiel beim FC Bayern (1:2) setzte dem Trainer des SC Freiburg spürbar zu, noch mehr nerven den 56-Jährigen nur die Fragen nach den Europapokal-Ambitionen seiner auch in München starken Mannschaft. Die Niederlage war zwar verdient, in Erinnerung dürfte aber auch etwas anderes bleiben: Die Bayern nahmen den Sport-Club ernst, sehr ernst – und die Freiburger hielten über weite Strecken gegen den Rekordmeister sehr gut mit. Also wurde Streich am Ende erneut nach den Zielen seines Teams gefragt.

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„Ich beschäftige mich nullkommanull mit irgendwelchen Prognosen und dem ganzen Gerede von Champions League und so einem Zeug“, sagte der Coach. „Das Wichtige ist, dass ich das fernhalte von der Mannschaft und mich nicht unter Druck setzen lasse und die Spieler auch nicht.“

„Kümmert euch um Bayern, Dortmund und um andere und lasst unsere Jungs in Ruhe.“
Christian Streich

Dass dann auch noch danach gefragt wurde, ob sein in dieser Saison so überzeugender Stürmer Lucas Höler nicht einer für die deutsche Fußball-Nationalmannschaft wäre, brachte dann endgültig Streichs Sehnsucht nach der Breisgauer Geräuschlosigkeit zum Ausdruck. „Kümmert euch um Bayern, Dortmund und um andere“, entgegnete er. „Lasst unsere Jungs in Ruhe.“

Wenn die Freiburger weiter so auftreten wie bisher, dürfte das allerdings schwierig werden. Noch immer stehen sie nach der Niederlage in München auf dem dritten Platz, der zur Teilnahme an der Königsklasse berechtigen würde. Und noch immer haben sie die wenigsten Gegentore aller Bundesligisten kassiert. Hätte Janik Haberer nicht erst in der Nachspielzeit das 1:2 erzielt, wäre vielleicht sogar noch ein Remis für den SC drin gewesen. So aber stand die erste Saisonpleite gegen eine Mannschaft, die Freiburg erstmals seit langem die Grenzen aufzeigte.

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„Mehr als wir heute gemacht haben, können wir nicht machen“, sagte Streich. Leon Goretzka (30. Minute) und Robert Lewandowski (75.) erzielten die Tore für die Münchner, die noch mehr Treffer hätten erzielen können. Auf der anderen Seite durften sich die Gastgeber beim erneut starken Manuel Neuer im Tor bedanken, dass Freiburg nur einmal erfolgreich war. Die 75 000 Zuschauer in der erstmals seit anderthalb Jahren wieder voll besetzten Allianz Arena bekamen jedenfalls beste Topspiel-Unterhaltung zu sehen. „Wir wussten, wenn es irgendwo schwierig wird, dann hier in München. Das war der maximale Prüfstein“, sagte SC-Kapitän Christian Günter.

Krachend gescheitert ist der Sport-Club in diesem Test jedenfalls nicht. Vielmehr dürfte der Auftritt Mut machen für das kommende Heimspiel gegen Eintracht Frankfurt am 21. November. Doch erst mal steht die Länderspielpause an. Dann wird es im Breisgau auch wieder ein wenig ruhiger. (dpa)