Wegen der Rot-Grün-Sehschwäche eines Spielers ist der SC Freiburg am Sonntagabend im Heimspiel gegen den FC Augsburg in seinen gelben Ausweichtrikots angetreten.

Normalerweise hätten die Breisgauer wie üblich in ihren roten Shirts gespielt. Da aber der FCA im Schwarzwald-Stadion in grünen Trikots auflaufen wird, hätte beim betroffenen SC-Profi möglicherweise Verwechslungsgefahr bestanden. „Da haben wir gesagt, das müssen wir ändern“, sagte SC-Trainer Christian Streich im Pay-TV-Sender Sky. „Das Risiko wollten wir nicht eingehen.“

Freiburg musste im Spiel auch auf Ex-Nationalspieler Nils Petersen verzichten. Der Stürmer stand wegen eines „nicht eindeutigen“ Ergebnisses seines Corona-Tests vorsichtshalber nicht im Kader.

Großer Schritt Richtung Europa

Nach zuvor zwei Niederlagen setzten sich die Freiburger mit 2:0 (0:0) gegen Augsburg durch. Roland Sallai (51. Minute) und Philipp Lienhart (79.) erzielten die Tore für die Gastgeber. Durch den Sieg verkürzte der SC den Abstand auf den sechsten Rang und Bayer 04 Leverkusen auf drei Punkte. Die Augsburger bleiben nach der Niederlage Tabellen-13., haben aber nur noch sechs Zähler Vorsprung vor dem Abstiegs-Relegationsplatz.

Abgesehen von den gelben Auswärtstrikots blieb die Partie zumindest im ersten Durchgang über weite Strecken farb- und ideenlos. Die Gastgeber begannen zwar ordentlich, verloren im Laufe des Spiels aber an Tempo und Präzision im Aufbauspiel. Auch dadurch entwickelte sich zunächst eine fehlerbehaftete und kampfbetonte Partie, in welcher die Augsburger sich hauptsächlich auf das Verteidigen konzentrierten und über Konter ihr Glück probieren. Erst im zweiten Durchgang wurde der FCA mutiger.

Freiburg hätte schon nach sechs Minuten durch Baptiste Santamaria in Führung gehen können, doch der Franzose scheiterte aus wenigen Metern per Direktabnahme an FCA-Torhüter Rafal Gikiewicz. Doch das Tor hätte nicht gezählt, da Santamarias Bein beim Abschluss im Zweikampf mit Felix Uduokhai zu hoch gewesen war. Augsburgs größte Gelegenheit im ersten Durchgang hatte Rani Khedira (39.), der nach schönem Solo aber knapp drüber schoss.

Augsburg erhöht Druck – Freiburg ist erfolgreich

In vier der vorangegangenen fünf Partien waren die Freiburger ohne Torerfolg geblieben, was sich zunächst fortzusetzen drohte. Doch dann setzte Linksverteidiger Günter zu einem starken Dribbling an, umkurvte mehrere Augsburger und legte quer auf Sallai, der aus kurzer Distanz zur Führung einschob. Im Gegenzug wäre Marco Richter (52.) für den FCA fast der Ausgleich gelungen, doch der Offensivspieler scheiterte aus spitzem Winkel an SC-Keeper Florian Müller. Wenig später parierte Müller auch die Versuche von Khedira (58.) und Daniel Caligiuri (66.) stark.

Die Mannschaft von Trainer Heiko Herrlich erhöhte nun den Druck. Doch erfolgreich waren erneut die Freiburger. Eine scharfe Freistoß-Flanke von Günter köpfte Ermedin Demirovic zunächst an den Pfosten, den Abpraller versenkte schließlich Lienhart. (dpa)