Fußball-Landesliga: Sechs der sieben Schwarzwälder Landesligisten haben am Wochenende ihr Punktekonto aufgebessert. Nur Obereschach ging leer aus, schlug sich aber gegen Pfullendorf achtbar. An der Spitze und im Tabellenkeller zeichnet sich ein spannendes Saisonfinale ab.

Tabellenführer FC 08 Villingen II hat mit dem 3:1-Erfolg in Hilzingen das interne Saisonziel bereits erreicht. „Wir wollten die bisherige Bestmarke einer Villinger U 23-Mannschaft von 55 Punkten verbessern. Jetzt stehen wir bei 58 Zählern. In 15 Jahren hat das keine Mannschaft aus unserem Klub in der Landesliga geschafft. Das ist aller Ehren wert“, sagt Trainer Marcel Yahyaijan. Seine Elf spielte in Hilzingen geduldig und ließ sich auch vom 0:1-Rückstand kurz vor der Pause nicht aus dem Konzept bringen. „Es war kein einfaches Spiel. Unsere erste Halbzeit war zäh, weil wir die nötige Aggressivität haben vermissen lassen. Dazu kam ein katastrophaler Platz. Der Gegner hat mit Mann und Maus nur verteidigt“, ergänzte Yahyaijan.

Im Spiel des Tabellendritten gegen den Vierten brachte der FC Schonach aus Walbertsweiler ein 2:2-Unentschieden mit. Ein gewonnener oder zwei verlorene Punkte? „Es war für uns mehr drin. Wenn wir mit einer 3:0-Führung in die Pause gehen, darf sich Walbertsweiler nicht beschweren“, antwortet Enrique Blanco. Seine Elf habe sich nach dem Ausgleich in Minute 47 schnell wieder erholt und hatte nach der erneuten Führung die Partie im Griff. „Walbertsweiler hat die Brechstange ausgepackt. Letztlich war das 2:2 ein dummes Gegentor, was uns zwei Punkte genommen hat“, so Blanco. Mit nunmehr 50 Punkten hat der FC Schonach zwei Drittel aller möglichen Zähler geholt. Nun wollen die Schonacher mehr. Am Donnerstag besteht die Chance dazu, wenn der Tabellenzweite SC Pfullendorf ins Skidorf kommt.

Mit zwei Treffern kurz vor dem Pausenpfiff sorgte der FC Furtwangen in Überlingen für eine 3:0-Halbzeitführung und damit die Vorentscheidung. Am Ende siegten die Bregtäler mit 3:1 „Wir haben sehr effektiv und auch clever gespielt, vor allem in den ersten 45 Minuten“, bilanziert Spielertrainer Markus Knackmuß. Seine Elf ließ nur in der Anfangsphase zwei Chancen der Gastgeber zu und hatte danach die Partie weitgehend im Griff. Personell sah es hingegen nicht so gut aus. Auf der Bank saßen als Alternativen nur Knackmuß selbst und der Co-Trainer Matthias Vollmer. Als schließlich Steffen Holzapfel nach einem Schlag auf das Knie vom Platz musste, spielte Vollmer die letzte halbe Stunde durch. Knackmuß hofft, dass Holzapfel bis zum nächsten Spiel wieder fit wird.

Dank zwei später Treffer hat die DJK Donaueschingen das Heimspiel gegen den SC Konstanz-Wollmatingen mit 3:1 gewonnen. „Ich bin sehr zufrieden. Der Gegner war sehr stark und ließ kaum Lücken. Wir haben mit Lauffreude und Bewegung gespielt. Auch den Platzverweis haben wir weggesteckt. Es gibt keinen Grund zur Kritik“, lobte Trainer Olaf Kurth. Für die DJK war die rote Karte für Christoph Erndle der erste Platzverweis in der laufenden Saison, was die Fairness der Elf unterstreicht. Beim Elfmeter der Gäste zeigte Torhüter Sebastian Neininger seine ganze Klasse. Kurth: „Sebastian ist in bestechender Form.“.

Eine schnelle 2:0-Führung reichte dem FC Löffingen nicht, um die Partie gegen die DJK Villingen zu gewinnen. Durch den späten Villinger Ausgleich zum 3:3 war das Unentschieden wohl eine gefühlte Niederlage. „Bei allen Spielern gingen nach dem Schlusspfiff die Köpfe nach unten. Wir haben nach dem 2:0 nicht nachgelegt und nach dem 2:1 den Faden völlig verloren“, bilanziert Trainer Tim Heine. Ihn ärgern weniger die Gegentreffer eins und drei („so etwas kann passieren“), als vielmehr die schlechte Chancenauswertung. „Da fehlt oft die letzte Konzentration. Wir könnten zehn bis 15 Punkte mehr haben“, ergänzt Heine.

Die DJK Villingen muss weiterhin auf den ersten Auswärtssieg in dieser Saison warten. Der späte Punktgewinn in Löffingen dürfte der Elf im Kampf um den Ligaerhalt jedoch Auftrieb geben. „Wir haben die ersten zehn Minuten verpennt. Unser Ziel war es, ohne Gegentreffer in die Pause zu kommen. Doch nach zehn Minuten stand es 0:2. So gesehen war mehr als eine Punkteteilung möglich“, sagt Trainer Jan Hirsch. Er wertet den späten Ausgleich zum 3:3 als einen Erfolg der Moral. Die Mannschaft habe an sich geglaubt und sich belohnt, auch wenn der erhoffte Befreiungsschlag im Tabellenkeller nicht gelang. Hirsch musste seine Elf erneut umbauen, nachdem Marc Riesle kurzfristig ausfiel und wohl auch am kommenden Wochenende nicht zur Verfügung steht.

Gute Nachrichten gibt es bei den Villingern, was die Trainersuche betrifft. Wolfgang Heinig wird im Sommer neuer Coach bei der DJK: „Ich hatte auch andere Anfragen. Aber die Gespräche mit den Verantwortlichen haben mich überzeugt und der Funke ist gleich übergesprungen. Es wird eine schwere Aufgabe, weil die Mannschaft vor einem Umbruch steht. Aber wir gehen diesen Weg, wenn es sein muss, auch über die Bezirksliga“, sagt der 57-Jährige. Heinig war zuvor bereits einige Jahre beim FC Bad Dürrheim tätig.

Beim SV Obereschach gab es im Vorfeld der Partie gegen den SC Pfullendorf einige, die eine Klatsche befürchteten. Es kam aber anders. Fast eine Stunde hielten die Gastgeber gegen den Favoriten die Null. „Ich bin stolz auf unsere Mannschaft“, resümiert Alexander Lees vom Trainerteam. Das nötige Quäntchen Glück hatten die Gastgeber nicht. „Beim Stand von 0:1 schießen wir an den Innenpfosten. Der Ball kullert die Linie entlang und wieder heraus. Auch kurz danach haben wir eine erstklassige Möglichkeit. In beiden Szenen bekommen wir umgehend einen Gegentreffer“, so Lees. Er zieht den Hut vor seinen Akteuren, die alles abgerufen haben, wobei Noah Nocht wegen eines Schwächeanfalls frühzeitig vom Platz musste. Aufgrund der Personalnot wurde mit Ralph Dittmar ein AH-Spieler reaktiviert, der auch zum Einsatz kam.