Eishockey: Puh, das war ein hartes Stück Arbeit, bis der 3:2-Sieg nach Verlängerung gegen die Nürnberg Ice Tigers eingetütet war. Zweieinhalb Minuten vor Schluss hatte es am Freitagabend vor 4077 Zuschauern in der Helios Arena noch den Anschein, als würden die Wild Wings im ersten Saisonspiel der Deutschen Eishockey Liga leer ausgehen. Doch dann packte Stefano Giliati den Hammer aus. Wie ein Strich sauste der Puck zum 2:2 ins Netz. Den Rest besorgte Verteidiger Benedikt Brückner in der vierten Minute der Verlängerung. „Die Jungs sind super zum Tor gegangen. Ich musste nur noch schießen, es war nicht besonders schwer“, schilderte Brückner die Entstehung des 3:2. Zwei Jahre nach seinem Treffer in Köln hatte der 28-Jährige mal wieder ein Tor geschossen, eine gefühlte Ewigkeit für einen Eishockey-Profi. „Das tut gut. Da habe ich lange drauf gewartet“, gab Brückner Einblick in seine Gefühlswelt.

Der Schwenninger Abwehrspieler war nicht nur mit seinem Tor und den zwei Punkten, sondern auch mit der gesamten Mannschaftsleistung hochzufrieden. „Wir haben richtig gut gespielt und waren ab dem zweiten Drittel besser als Nürnberg“, sagte Brückner. Im letzten Abschnitt habe die Mannschaft noch mal eine Schippe draufgelegt. Brückner: „Wir hatten in dieser Phase mehr Speed als der Gegner.“

Auch SERC-Trainer Pat Cortina war nach dem heiß umkämpften Spiel vollauf zufrieden: „Wir haben den späten Gegentreffer im zweiten Drittel (Jurcina traf 0,2 Sekunden vor der Pause) gut weggesteckt und bis zum Schluss an uns geglaubt“, sagte der Italo-Kanadier. Allerdings fiel in den Freudenbecher ein Wermutstropfen. SERC-Stürmer Rihards Bukarts musste bereits im ersten Drittel verletzt vom Eis. Im letzten Abschnitt erwischte es auch noch Verteidiger Kalle Kaijomaa. Beide waren am Sonntag beim Spiel in Wolfsburg nicht dabei. Da mit István Bartalis und Markus Poukkula schon vor der Saison zwei längerfristige Ausfälle zu beklagen waren und Kai Herpich ebenfalls fehlte, traf es sich gut, dass die arg dezimierten Schwäne bereits am Auftaktwochenende von der Kooperation mit Ravensburg profitieren konnten. Da die Towerstars am Sonntag spielfrei waren, machten die beiden Förderlizenzspieler Daniel Pfaffengut und Daniel Schwamberger die Reise mit nach Wolfsburg und waren für die vierte Schwenninger Reihe vorgesehen, die mit vier Feldspielern trotz der beiden Aushilfen nicht komplett war. Wild Wings verloren die Partie übrigens mit 0:3 Toren.

Beim Spiel am Freitagabend gegen Nürnberg waren natürlich alle Augen auf die beiden Ex-Schwenninger Will Acton und Tim Bender gerichtet. Während Bender in seinem neuen Team einige Akzente setzte, blieb Acton völlig blass. Kevin Gaudet, Coach der Ice Tigers, wollte die schwache Leistung des Torjägers nicht bewerten. „Da müssen Sie ihn schon selbst fragen“, sagte der Gästetrainer.

.Wie Eishockey-Experte Matthias Hoppe das Spiel gegen Nürnberg bewertet und welche Schwenninger Profis er für seine Top Fünf auswählte, erfahren Sie im Internet:
http://www.sk.de/9891711