Eishockey: Während einer mehrwöchigen Vorbereitungsphase geht es auch darum, das Training richtig zu dosieren. Schließlich sollen die Spieler zu Saisonbeginn topfit sein und nicht hundemüde. Was die Intensität betrifft, befinden sich die Profis der Wild Wings aktuell auf dem Höhepunkt der Belastung. „Die vergangene Woche war schon schwer, doch diese Woche ist richtig hart“, sagt Trainer Pat Cortina. Auch von den zwei bevorstehenden Testspielen gegen den Schweizerischen A-Ligisten EHC Biel und gegen DEL-Konkurrent Adler Mannheim lässt er sich nicht von seinem Weg abbringen. „Wir bereiten uns nicht auf die beiden Spiele am Donnerstag und Sonntag vor, sondern auf den 14. September, wenn die DEL-Saison beginnt.“

Die momentane Verfassung seiner Profis fasst Cortina in einem kurzen Satz zusammen: „Die Spieler sind müde.“ Deshalb legt er vor der Partie gegen den EHC Biel, die am Donnerstagabend (Beginn 19.30 Uhr) in der Badensee-Arena in Kreuzlingen ausgetragen wird, keinen Wert auf das Ergebnis. Auch das Resultat beim Prestige-Duell gegen Mannheim am Sonntag (18 Uhr) in der Helios-Arena dürfte die Schwenninger Fans weitaus mehr interessieren als den Trainer. Er will nicht um jeden Preis Siege sehen, sondern Fortschritte.

Obwohl Schwenningen am vergangenen Samstag Testspiel Nummer fünf gegen Rapperswil-Jona auf eigenem Eis mit 4:2 gewann, sah Cortina noch reichlich Luft nach oben. „Wir haben viele Zweikämpfe verloren, zu viele Torchancen zugelassen und unser Spielsystem nur 30 Minuten lang durchgehalten. Das müssen wir verbessern.“ Doch er sah auch positive Dinge. „Das Bullyspiel ist besser geworden. Wir kamen gegen Rapperswil direkt nach einem Face off dreimal schnell zu Torschüssen. Außerdem beginnt die Mannschaft zu verinnerlichen, was zu tun ist, wenn wir in Puckbesitz sind.“ Cortina sieht aber auch die Kehrseite der Medaille: „Wenn die Spieler sich zu sehr auf Puckbesitz konzentrieren, vergessen sie oft ihre Aufgaben, wenn wir die Scheibe nicht haben. Da müssen wir in der Defensivarbeit strukturierter auftreten.“

Nachdem Marco Wölfl gegen Rapperswil das Tor hütete, steht Dustin Strahlmeier gegen Biel 60 Minuten lang zwischen den Pfosten. István Bartalis, Kyle Sonnenburg und Dominik Bittner sind verletzt und werden bei der Partie gegen den Schweizer A-Ligisten fehlen. Cortina: „Ich befürchte, dass die drei auch am Sonntag gegen Mannheim nicht dabei sind.“ Dafür erhält Boaz Bassen eine weitere Chance. „Er wird gegen Biel spielen“, kündigt Cortina an. Der Coach ist von dem jungen Verteidiger sehr angetan. „Boaz spielt mutig, wenn er die Scheibe hat. Außerdem ist er ein guter Skater.“ Dennoch plane er zu Saisonbeginn nicht mit ihm, um Bassen möglichst viele Einsätze im DNL-Team der Schwenninger zu ermöglichen.