Dustin Strahlmeier, die Mannschaft hat die ersten Übungseinheiten unter dem neuen Trainer Paul Thompson absolviert. Wie wars?

Es war sehr intensiv und viel Tempo drin. Wir haben viele verschiedene Übungen gemacht, aber er wollte vor allem sehen, dass wir Gas geben. Es ging um eine gewisse Geradlinigkeit, weniger um spielerische Feinheiten. Zum Schluss hat er auch noch ein bisschen Spaß reingebracht, das ist nach einer anstrengenden Einheit wichtig. Er hat auf mich einen guten Eindruck gemacht.

Wie ist es für einen Spieler, wenn während der Saison und nach immerhin zweieinhalb Jahren ein neuer Trainer kommt?

Es ist erst mal ungewohnt. Ich habe in Schwenningen bisher immer mit Pat Cortina gearbeitet. Aber man darf auch nicht vergessen, dass es ein Job und ein Geschäft ist. Da geht es manchmal sehr schnell. Man kann es ohnehin nicht ändern und sollte es dem neuen Trainer so einfach wie möglich machen. Die Hauptsache ist, sich gegenseitig kennenzulernen, eine gemeinsame Basis zu finden und so schnell wie möglich ans Arbeiten zu kommen.

Während der Deutschland-Cup-Pause hatte die Mannschaft eine Woche frei. Was haben Sie in dieser Zeit gemacht?

Ich war zu Hause in Gelsenkirchen, einige Male in meinem Fitnessstudio und habe an einem Abschiedsspiel von zwei alten Kumpels aus Essen und Weißwasser teilgenommen. Ich war nicht gänzlich weg vom Eis, aber erst einmal weg vom Job. Mit den Freunden und der Familie rede ich ohnehin wenig über Schwenningen. Das tut besonders in dieser Situation auch gut. Zuletzt war es einfach mehr Job und weniger Spaß. Deshalb waren die freien Tage gut und am Ende gab es auch noch ein leckeres Mittagessen bei Oma (lacht).

Wo haben Sie die Probleme der Mannschaft in den vergangenen Wochen gesehen?

In den ersten zehn Spielen haben wir sehr wenig Tore geschossen. Dann wurden wir auch hinten plötzlich sehr anfällig und haben einfache Tore kassiert. Für mich war das total schwer zu begreifen. Es gab Gegentreffer, bei denen ich mich gefragt habe, wie das Ding reingehen konnte. Das nervt und es ist schwer, da die nötige Distanz zu wahren.

Wie sehen Sie Ihre eigene Leistung bisher?

Es gab ein paar Spiele, nach denen ich absolut nicht zufrieden war. Gerade bei diesen einfachen Gegentoren habe ich oft überlegt, was ich hätte anders machen können. Ich hatte mir das natürlich für diese Saison auch anders vorgestellt und gehofft, wir könnten da anschließen, wo wir letztes Jahr aufgehört haben. Aber es ist nicht so einfach und man muss sich alles wieder neu erarbeiten.

Wollen Sie vielleicht zu viel oder müssen Sie etwas ändern?

Ich ändere gar nichts. Und zu viel will ich sowieso immer (lacht). Das ist ein bekanntes Problem bei mir. Unser Torwarttrainer Ilpo Kauhanen redet diesbezüglich viel mit mir. Aber in unserer Situation hat man automatisch das Gefühl, dass man vielleicht etwas anders machen, etwas ausprobieren sollte. Ilpo ist da ein guter Anker, der mich wieder runterholt. Man muss mit diesen Situationen einfach klarkommen. Ich muss natürlich auch wieder mehr Pucks halten und bin mir auch sicher, dass es so wieder kommen wird.

Blicken wir mal nur auf die kommenden Wochen: Wie macht man jetzt weiter? Strich darunter und bei null anfangen?

Genau. Das war auch das Erste, was der neue Trainer angesprochen hat. Unsere Vergangenheit interessiert ihn nicht. Das erste Training war schon ein erster Schritt. Es war hart, hat aber auch Spaß gemacht.

Ist die Mannschaft nach der Pause auch wieder etwas entspannter?

Ja, das ist schon so. Aber dass es davor anders war, hat nichts mit Pat Cortina zu tun. Jeder konnte einfach mal für ein paar Tage weg und musste nicht an Eishockey denken. Wenn man dann zurückkommt, geht man mit neuem Elan an die Sache. Wir haben auch davor immer versucht, positiv zu denken, und das war sicher nicht einfach. Man muss geduldig bleiben. Manchmal ändert man eine einzige Kleinigkeit und plötzlich läuft es. Wir werden sehen, was kommt. Wir fangen wieder bei null an. Wenn wir uns den A… aufreißen, bin ich sicher, dass diese Saison noch nicht vorbei ist.

Kann und will man überhaupt noch ein Saisonziel formulieren?

Unser Ziel waren und bleiben die Playoffs. Wir müssen von Spiel zu Spiel schauen, dass wir da unten rauskommen. Dafür müssen wir wieder Selbstvertrauen aufbauen. Und das geht über gute Spiele, egal, wie das Ergebnis nachher ausfällt. Die DEL sieht in diesem Jahr ja auch nicht so aus, wie es viele Leute zuvor erwartet haben. Da kann ganz schnell die Waschmaschine angehen, und es mischt sich wieder anders. Natürlich ist es leichter, wenn man weiter oben steht, dann hat man sicher mehr Leichtigkeit drin. Wir müssen in jedem Spiel unsere Leistung abrufen und hinterher sagen können, dass wir alles gegeben haben. Ich bin fest davon überzeugt, dass die Mannschaft das auch kann.

Ihr Vertrag bei den Wild Wings läuft am Ende dieser Saison aus. Wie geht es danach weiter?

Keine Ahnung. Ich habe keine Eile, da eine Entscheidung zu treffen.