Eishockey: Acht Niederlagen in Folge, in neun Spielen gerademal sieben Tore erzielt und bereits vier Zähler Rückstand auf den Vorletzten – die Wild Wings stehen nach einem krassen Fehlstart bereits mit dem Rücken zur Wand. Motivation bedarf es für die Spieler von Chefcoach Pat Cortina somit sicherlich keiner mehr. Vor allem nicht vor dem Auswärtsspiel am Freitag. Die Schwäne gastieren um 19.30 Uhr im Baden-Württemberg-Derby bei den Adler Mannheim. Ein Sieg wäre Balsam auf die Schwenninger Wunden. Zumindest von der Papierform scheint das Kellerduell am Sonntag, 17 Uhr, zuhause gegen die Fischtown Pinguins aus Bremerhaven die leichtere Aufgabe.

Nach der Niederlagen-Serie sind bei den Schwenningern Durchhalteparolen angesagt: „Wir haben keine Leistungs-, sondern eine Ergebniskrise. In manchen Spielen waren wir größtenteils auch die bessere Mannschaft“, sagt Pat Cortina überzeugt. Die Spieler dürften nun nicht daran denken, was wäre, wenn sie erneut verlieren oder kein Tor schießen. Cortina: „Wichtiger denn je ist jetzt der Entwicklungsprozess.“

Julian Kornelli pflichtet seinem Trainer bei: „Wir dürfen den Glauben an uns nicht verlieren und müssen weiter hart arbeiten. Dann kommen auch Glück und Erfolg zurück.“ Immerhin machte der 21-jährige Neuzugang bereits die Erfahrung, wie man ein vergleichbares Tief übersteht. „Wir haben vergangenes Jahr mit Bad Tölz zu Beginn sieben Spiele in Folge verloren und haben uns gemeinsam wieder nach oben gearbeitet.“ Kornelli verschweigt allerdings nicht, dass er und seine Teamkollegen frustriert sind: „Mit jeder Niederlage wird die Stimmung schlechter.“ Am Montagvormittag gab es eine Aussprache unter Spielern und Trainerteam. Kornelli: „Jeder konnte seine Meinung sagen. Es war sehr konstruktiv.“ Ob’s auch produktiv war, wird sich zeigen. Ein garantierter Stimmungsaufheller wäre ein Derby-Erfolg in der Mannheimer SAP-Arena.

Um für neuen Schwung zu sorgen, hat Pat Cortina seine Angriffsreihen umgestellt. Andree Hult spielt gemeinsam mit Mirko Höfflin und Rihards Bukarts. Istvan Bartalis bildet ein Sturm-Trio mit Stefano Giliati und Ville Korhonen. Simon Danner, Marcel Kurth und Anthony Rech spielen in einer Reihe. Den vierten Dreier-Block bilden Tobias Wörle, Marc El-Sayed und Kornelli. In Mannheim steht Dustin Strahlmeier zwischen den Pfosten. Wer am Sonntag das SERC-Tor hüten wird, ist noch offen.

Auf den erhofften Neuzugang müssen die Wild Wings-Fans weiter warten. „Einen Spieler zu verpflichten, nur damit wir einen Neuzugang haben, macht keinen Sinn. Er muss auch zu uns passen und momentan gibt es nicht viele Top-Spieler, die zur Verfügung stehen“, stellt Cortina klar. Die Verpflichtung des dringend benötigten Knipsers ist ohnehin vornehmlich die Aufgabe von Jürgen Rumrich. Eine Herausforderung, um die der Manager nicht zu beneiden ist. Cortina betont jedoch: „Wir haben uns keine Frist gesetzt. Mein Fokus liegt auf den Spielern, die hier in Schwenningen sind.“

Und genau diese Spieler werden an diesem Wochenende liefern müssen. Zunächst im Prestigeduell gegen Mannheim und am Sonntag im Sechs-Punkte-Spiel gegen Bremerhaven. Ein weiteres Wochenende mit zwei Niederlagen können sich die Wild Wings nicht leisten. Auch Julian Kornelli weiß dies und meint deshalb treffend: „Ein Derby-Sieg gegen Mannheim wäre der beste Zeitpunkt für die Wende.“