Fußball: (kat) Der Weg des FV Donaueschingen in die Bedeutungslosigkeit ist um eine weitere Etappe reicher. Der Vorstand des Südbadischen Fußballverband (SBFV) hat den Traditionsverein von der Baar vor wenigen Tagen aus dem Fußballverband ausgeschlossen. Dabei handelte der SBFV-Vorstand nach Paragraph 12 c der Satzung, der besagt, „dass ein Verein ausgeschlossen werden kann, wenn er den Verpflichtungen gegenüber dem Verband trotz Fristsetzung und wiederholter Androhung des Ausschlusses nicht nachgekommen ist.“

„Der FV Donaueschingen hat eine mittlere vierstellige Summe zu bezahlen. Mehrere Mahnverfahren wurden ins Leere laufen lassen. Es kam keine Antwort auf Post oder E-Mail und Vorstandschaftsmitglieder waren auch nicht erreichbar“, erläutert Thorsten Kratzner, der Pressesprecher des Südbadischen Fußballverbandes, die Gründe für den Ausschluss.

Gerichtliche Schritte aufgrund der Außenstände werde es nicht geben. „Es macht ja keinen Sinn, wenn sich ohnehin keiner meldet“, so Kratzner. Die Tür für eine Rückkehr in den Verband sei allerdings nicht komplett verschlossen. Kratzner: „Wenn die Außenstände beglichen sind, ist eine Rückkehr durchaus denkbar.“

Im Jahre 2012 begann der bittere Abstieg des FVD. Der Verein zog seine Mannschaft aus der Verbandsliga zurück. Nach einem Neubeginn in der Landesliga folgte der sportliche Abstieg in die Bezirksliga. Und auch im Bezirksoberhaus gab es, trotz großer Aufbruchstimmung im Sommer 2015, während der Saison 2015/16 einen Rückzug. Das einstige sportliche Aushängeschild auf Baar verschwindet immer mehr von der Fußball-Landkarte.

Ein Verein, der begeisternde Fußballfeste feierte, wie im DFB-Pokal gegen den 1. FC Köln und in Freundschaftsspielen gegen Bayern München und Borussia Dortmund, rückt dem Abgrund immer näher. In zwei Jahren hätte der FV Donaueschingen seinen 100. Geburtstag. Es ist mehr als fraglich, ob der Traditionsklub im Jahr 2020 überhaupt noch existiert. Grund zum Feiern dürfte es ohnehin nicht geben.