Eishockey: Als Joey MacDonald vor zwei Jahren bei den Wild Wings einen Vertrag unterschrieb und erstmals in Europa spielte, dachte er sicherlich nicht daran, dass Schwenningen sein letzter Klub im professionellen Eishockey sein würde. Doch nun steht fest: Der 37-jährige Torhüter sagt dem Profisport endgültig goodbye. „Ich werde meine Karriere beenden“, sagt MacDonald im Gespräch mit dem SÜDKURIER.

Es ist die Sorge um seine Gesundheit, die MacDonald die Entscheidung leichter machte, sich künftig nicht mehr zwischen die Pfosten zu stellen. Seit Mitte Januar leidet der Kanadier an Tinnitus, der ihm zu schaffen macht und sprichwörtlich auf Eis legt. Seit dieser Zeit absolvierte MacDonald kein Spiel mehr für die Wild Wings.

Das Ende seiner Karriere bedeutet allerdings nicht MacDonalds Abschied vom Neckarursprung in Richtung kanadische Heimat. Im Gegenteil: Der sympathische Spieler wird seinen gesamten Hausrat von Übersee in den Schwarzwald verfrachten und in Tuningen sesshaft – aus Liebe zu einer Frau. „Wir haben uns verlobt“, lacht MacDonald.

Noch im vergangenen November hatte der Keeper dazu tendiert, seine Laufbahn noch ein Weilchen fortzusetzen und das Gespräch mit den Wild Wings gesucht. Ohne Ergebnis. MacDonald: „Als ich im Januar und Februar immer noch keinen Bescheid erhielt, habe ich für mich selbst eine Entscheidung getroffen.“

Der Entschluss, aufzuhören, fiel dem Kanadier nicht leicht. „Eishockey ist mein Leben“, sagt MacDonald. Als Profi hat er eine tolle Karriere hinter sich und kann auf 138 Spiele in der nordamerikanischen Profiliga NHL zurückblicken. „Ich habe bei großen Klubs gespielt“, sagt er mit Blick auf die Detroit Red Wings und Boston Bruins. Bei den Wild Wings avancierte er im ersten Jahr zur Nummer eins. In der aktuellen Saison lief Dustin Strahlmeier seinem Kollegen allerdings den Rang ab.

Einen Wunsch hat Joey MacDonald als Profi noch: „Ich würde am Sonntag beim Heimspiel gegen Nürnberg gerne noch einmal zwischen den Pfosten stehen und mich von den Schwenninger Fans verabschieden. Ich fühle mich wieder fit genug für den Job.“ Nun wartet er noch auf das Okay des Trainers. Die Entscheidung sollte nach dem Spiel am Freitag gegen Straubing fallen, bei dem MacDonald zumindest wieder als Torhüter Nummer zwei im Kader stand.

Egal, ob er am Sonntag spielt oder nicht: Joey MacDonald ist froh, dass er den Weg als Profisportler eingeschlagen hat. „Ich würde es sofort wieder tun“, sagt er. Gänzlich vom Eishockey will er sich nicht verabschieden. „Vielleicht kann ich später bei einem Klub als Torwart-Trainer arbeiten.“ Bei den Wild Wings will er auch des Öfteren vorbei schauen. Von Tuningen bis zur Helios-Arena ist es schließlich nur ein Katzensprung.