Ringen: Während Bundesligist SV Triberg noch den Viertelfinal-Rückkampf in Mainz vor sich hat, dürfen sich Regionalligist KSV Tennenbronn und Oberligist KSK Furtwangen zurücklehnen. Die beiden Vereine blicken auf eine Saison mit Höhen und Tiefen zurück.

Rotter motiviert: Nur die kühnsten Optimisten glauben nach der 6:24-Heimniederlage der Triberger gegen Mainz noch daran, dass der SVT ins Halbfinale einzieht. Personell will Trainer Kai Rotter deshalb jedoch keine Abstriche machen. „Als Trainer will ich immer die bestmögliche Mannschaft aufstellen. Das gilt auch für Samstag“, so Rotter. Allerdings erschwert der Termin (23. Dezember) eine Bestbesetzung. Dies weiß auch der Vorsitzende Mike Pfaff: „Manche ausländische Ringer wollen zu einem Kampf einen Tag vor Weihnachten nicht kommen. Dieser Termin ist äußerst unglücklich.“

Personalplanung: Der Kader für die kommende Saison beim SV Triberg dürfte sich, bedingt auch durch das neue Punkte-System, stark verändern. Für Kai Rotter und Mike Pfaff gibt es einiges zu tun und vor allem zu rechnen. „Da reicht ein Rechenschieber wohl nicht mehr“, scherzt Pfaff. Es gibt einige ausländische Ringer, die gerne bleiben wollen. Ob sie bleiben können, hängt nicht nur von der sportlichen  Leistung ab, sondern auch von der Punktzahl, mit der sie bewertet werden. 28 Punkte darf ein Bundesligist nächste Saison bei einem Mannschaftskampf maximal haben. Ein ausländischer Spitzenringer kann bis zu acht Punkte zählen. Ein Faktor, den die Triberger bei jeder einzelnen Verpflichtung berücksichtigen müssen.

Hassler vor Abschied? Ob Oliver Hassler beim SV Triberg bleiben wird, ist sehr fraglich. Am Samstag schaffte die RG Hausen-Zell den Aufstieg in die Bundesliga. Gleich mehrere Gründe sprechen für einen Wechsel Hasslers ins Wiesental. 1. Die RG Hausen-Zell ist sein Heimatverein, 2. Sein Bruder Florian trainiert die Mannschaft, 3. Hassler wohnt in Schopfheim und damit knapp zehn Kilometer entfernt, 4. Als Eigengewächs ist der Vize-Weltmeister von 2015 mit Blick auf das neue Punkte-System besonders wertvoll für die RG Hausen-Zell. Hassler meinte zu einem möglichen Wechsel: „Der Aufstieg von Hausen-Zell steht erst seit wenigen Tagen fest und ich habe noch einen Kampf mit Triberg. Deshalb ist es für mich kein Thema“. Dennoch ist gut möglich, dass Hassler in Mainz seine Abschiedsvorstellung im SVT-Dress gibt.

KSV Tennenbronn

Hauchdünne Entscheidung: Wie knapp der KSV Tennenbronn am Bundesliga-Aufstieg vorbeischrammte, wurde vielen Tennenbronnern erst am späten Samstagabend bewusst. Timo-Marcel Nagel lag im allerletzten Einzelkampf der Saison mit 0:6 zurück und holte noch auf 5:6 auf. Hätte er auf 6:6 ausgeglichen, wäre der KSV Tennenbronn Regionalliga-Vizemeister und müsste in die Bundesliga aufsteigen. Vor allem aus finanziellen Gründen sind die Tennenbronner froh, dass es nicht dazu kam. „Ein Aufstieg hätte sicherlich auch etwas Reizvolles. Wenn die wirtschaftliche Belastung aber zu groß für den Verein ist, dann steht das über dem Sportlichen“, sagt KSV-Trainer Matthias Brenn.

Brenn bleibt: Seit 16 Jahren sitzt Matthias Brenn bereits als Tennenbronner Coach am Mattenrand. Brenn hat nun verlängert und geht somit nächste Saison in sein 17. Jahr als KSV-Trainer. Dabei hat er die große Hoffnung, „dass es nicht wieder so eine Saison wird wie dieses Jahr. Ich bin froh, wenn ich jetzt ersteinmal abschalten kann.“

Reiner überragend: Wer Fabian Reiner in der Regionalliga gegenüberstand, hatte wenig zum Lachen. Das Tennenbronner Ass fegte seine Kontrahenten nacheinander von der Matte. 71 von 72 möglichen Punkten holte Reiner für sein Team und ist somit der erfolgreichste Ringer der Liga. „Fabian könnte sicher auch in der Bundesliga ringen. Aber er hat diesbezüglich keine Ambitionen“, sagt Brenn und freut sich zugleich, dass Reiner auch im Verein stark engagiert ist. Brenn: „Er leistet als Jugendtrainer hervorragende Arbeit.“

KSK Furtwangen

Wolbers Fazit: Von einer „schwierigen Saison“ spricht Geschäftsführer Ewald Wolber mit Blick auf die Oberliga-Saison 2017 des KSK Furtwangen. Nach einem klasse Start musste der KSK gegen Saisonende sogar um den Klassenerhalt zittern. Die Verletzung von Felix Pfaff und das Fehlen von Albert Qorraj kostete die Bregtäler einige Punkte. „Mit ihnen hätten wir vieles leichter gehabt“, so Wolber. Das große Plus der Furtwanger ist laut Wolber die Kameradschaft. Nachdem klar ist, dass der KSK in der Oberliga bleibt, dürfte der Kader größtenteils zusammenbleiben. Auch der beste KSK-Punktesammler Sascha Weinauge hat signalisiert, dass er bei seinem Heimatverein bleiben will. Wolber: „Sascha ist bei einigen anderen Vereinen begehrt. Aber ein Wechsel ist für ihn derzeit kein Thema.“