Volleyball, Dritte Liga, Damen: Dank einer beeindruckenden Vorstellung ließen die Volleyballerinnen des TV Villingen am vergangenen Samstag dem Tabellenzweiten aus Sinsheim keine Chance. Noch drei Spiele stehen aus, bevor die Saison endet. Nur noch einmal präsentieren sich die Villinger dabei vor eigenem Publikum.

Meister: Seit dem vergangenen Wochenende ist der VC Wiesbaden II so gut wie neuer Drittliga-Meister und damit Nachfolger des TV Villingen. Der erste Verfolger Sinsheim hat bei nur noch zwei ausstehenden Spielen sieben Punkte Rückstand. Abzuwarten bleibt, ob die Bundesliga-Reserve dann ihr Aufstiegsrecht zur 2. Bundesliga wahrnimmt. Ein Antrag zur Vorlizenzierung wurde eingereicht. Offenbar meinen es die Wiesbadener in der Saison ernst. Am anderen Tabellenende scheint die TSG Mainz-Bretzenheim einen von zwei Abstiegsplätzen wohl nicht mehr verlassen zu können.

Libero: Im Blickpunkt stehen immer jene Spielerinnen, die mit spektakulären Angriffen punkten, tolle Aufschlagserien spielen oder mit perfekter Blockarbeit die gegnerischen Angriffe abwehren. Etwas unter geht da der Libero, der weniger spektakulär agiert, aber ungemein wichtig ist. Beim TV Villingen übernimmt schon seit längerer Zeit Sonja Kühne diesen Part. „Der Libero ist eher etwas für das Fachpublikum. Als Trainer weißt du jedenfalls ganz genau, was du an solch einer Spielerin hast. Mit Sonja haben wir die Position glänzend besetzt“, sagt TVV-Trainer Sven Johansson. Auch er schätzt die Qualitäten der 23-Jährigen, die oftmals mit einer Hand noch die gegnerischen Angriffe abwehrt. Dazu passt die ruhige und sympathische Art von Sonja Kühne, die in der Mannschaft großes Ansehen genießt.

Angaben: Was die Villingerinnen am Samstag für ein Angaben-Feuerwerk ablieferten, war beeindruckend. Vor allem die 14 Stück in Serie von Nadine Hones. „Perfekte Angaben können im Volleyball eine Waffe sein. Deshalb trainieren wir sie auch permanent“, ergänzt Johansson, der zudem in der Rückrunde davon abgekommen ist, auf der Tafel jeder Aufschlagspielerin die vermeintliche Schwachstelle auf der Gegenseite zu zeigen. „Wir schlagen jetzt immer auf die gleiche Position auf. Das ist eine der Taktikveränderungen, die ich angekündigt habe“, fügt Johansson an. Aktuell klappt es sehr gut.

Ratschlag: Nach der langen Pause von Nina Gass hatte der Trainer zunächst nur mit einem Teileinsatz der Mittelblockerin spekuliert. Dann aber zeigte die Spielerin starke Trainingsleistungen und laut Johansson ein „hammermäßiges Training am Samstagmorgen“. Auch beim Einschlagen wenige Minuten vor der Partie sprühte Gass vor Spielfreude. Auf den Vorschlag von Co-Trainer Robert Senk, Nina Gass von Beginn an zu bringen, warf Johansson die vorherigen Planungen über Bord und wurde von der 19-Jährigen nicht enttäuscht.

Personal: Seit vergangener Woche weiß Johansson, dass aus dem aktuellen Kader neun Spielerinnen bleiben (wir berichteten). Nadine Hones, Martina Bradacova und Lena Kälberer haben um Bedenkzeit gebeten. Sollte das Trio nicht mehr zur Verfügung stehen, zeichnet sich vor allem im Außenangriff ein Problemfeld ab. Johansson weiß aus den vergangenen Jahren nur zu gut, wie schwer es ist, auswärtige Spielerinnen nach Villingen zu lotsen. Aus der eigenen zweiten Mannschaft wurden mit Jule Gaisser und Amelie Nunnenmacher bereits zwei Spielerinnen in den Drittligakader hochgezogen. Weitere Spielerinnen bieten sich aktuell nicht an. Es könnte für den Trainer doch noch ein heißer Sommer werden, bevor alle zwölf Plätze im Team besetzt sind.