Volleyball, 3. Liga Damen: Mit einer stark veränderten Mannschaft geht der TV Villingen in die neue Saison der deutlich veränderten Dritten Liga. Das Ziel der Volleyballerinnen ist ganz klar definiert. Es lautet Klassenerhalt.

Die Sonne lacht an diesem Abend und die Damen des TV Villingen auch. Bei der Mannschaftspräsentation in einem Villinger Autohaus merkt man den Spielerinnen des Volleyball-Drittligisten die Vorfreude auf die am Samstag beginnende Saison an. Und dennoch: Etwas ist anders. Zwei Damen, die in den vergangenen Jahren maßgeblich zu den Erfolgen des TV beigetragen hatten, sind nicht mehr dabei. Diese beiden Abgänge waren das beherrschende Thema in den letzten Monaten beim Tabellenvierten der vergangenen Saison. Denn schon kurze Zeit später gab Martina Bradacova ihren Abschied bekannt. Die gebürtige Tschechin galt als eine der besten Spielerinnen in der Dritten Liga. Vor zwei Wochen entschied sich auch Nadine Hones, den TV Villingen zu verlassen. Sie studiert in Ludwigsburg, die ständigen Fahrten wurden zu aufwendig, weshalb sie in der neuen Saison für den TSV GA Stuttgart auflaufen wird.

Zwei Top-Angreiferinnen sind also nicht mehr dabei. Die Suche nach Ersatz gestaltete sich schwierig, adäquater war ohnehin kaum möglich. Mit der jungen Klara Single konnte man zumindest einen positionsgetreuen externen Neuzugang holen. Die 19-Jährige wechselte aus Tübingen zum TVV. „Klara ist volleyballerisch gut ausgebildet und hat eine Menge Potenzial“, beschreibt Villingens Trainer Sven Johansson die Annahme-Außenspielerin. Allerdings ist Single nominell die einzige gelernte Akteurin auf dieser Position. Maria Kühne als Allrounderin hat mittlerweile einige Jahre Erfahrung als Außenangreiferin und im Januar wird mit Julia Reich die Dritte im Bunde zurückerwartet. Sie studiert derzeit in Budapest. Somit stehen Johansson aktuell nur zwei Außenangreiferinnen zur Verfügung. „Wir haben in den vergangenen Wochen mit Michelle Feuerstein und Lisa Spomer verstärkt auf dieser Position gearbeitet“, erklärt der Trainer und fügt an: „Natürlich wiegen die Abgänge schwer, aber nun sind wir eben auch gefordert, variabler zu werden. Wir müssen und wollen die Last im Angriff auf mehrere Schultern verteilen.“

Für die erfahrene Michelle Feuerstein sollte die Umstellung eher kein Problem sein. Überhaupt blickt die alte und neue Mannschaftsführerin durchaus optimistisch auf die neue Spielzeit: „Wir haben genug Potenzial im Team und können an den Abgängen ohnehin nichts ändern.“ Für die erst 17-Jährige Lisa Spomer hingegen wird die Umstellung von der Diagonalspielerin zur Außenangreiferin sicher aufwendiger, zumal das Eigengewächs erst die zweite komplette Saison in der dritthöchsten Spielklasse bestreiten wird. „Sie wird mehr Verantwortung tragen müssen. Es wird sicher seine Zeit brauchen, bis sie so weit ist“, nimmt Johansson ein bisschen Druck weg. Es gilt, in die Rolle hineinzuwachsen. Was im Übrigen auch auf die weiteren Teenager im Team zutrifft. Mit Jule Gaisser (16) und Michelle Spomer (19) rücken zwei Mittelblockerinnen aus der zweiten Mannschaft (Verbandsliga) in den festen Drittliga-Kader. Keine einfache Aufgabe. „Das ist sowohl emotional als auch spieltechnisch schwer“, erklärt Johansson.

Da trifft es sich durchaus ganz gut, dass mit Felicitas Piossek eine der Erfahrensten weiter zur Verfügung steht. Mit ihr und Nina Gass ist man im Mittelblock gut aufgestellt, was wiederum Jule Gaisser und Michelle Spomer die nötige Ruhe zum Arbeiten geben sollte. Als Zuspielerinnen sind wie gehabt Ramona Dietrich (geborene Wolbert) und Nikola Strack eingeplant, wobei Dietrich derzeit noch verletzt ist.

Mit einem Durchschnittsalter von 22 Jahren wird der TV Villingen eine sehr junge Mannschaft ins Rennen schicken. Zu Gute kommt den Schwarzwälderinnen, dass die Dritte Liga Süd im Vergleich zum Vorjahr wohl an Stärke verloren hat. Mit Wiesbaden, Waldgirmes und Holz sind die drei Spitzenteams in die Zweite Liga aufgestiegen. Mit der TG Bad Soden kommt ein nicht allzu starker Absteiger hinzu. Aufsteiger sind der VfR Umkirch, der SSC Freisen, die TGM Mainz-Gonsenheim und TSV GA Stuttgart (mit Nadine Hones). „Die Liga ist eher schwächer geworden und völlig neu gemischt. Das Mittelfeld ist breiter und das könnte für uns ein Vorteil sein. Oberstes Ziel ist aber dennoch der Klassenerhalt“, erklärt Johansson.