Der TV St. Georgen startet am Samstag in das Abenteuer Südbadenliga. Nach gut 15 Jahren Landesliga-Zugehörigkeit greifen die Bergstädter wieder in der höchsten Spielklasse des Südbadischen Handballverbandes an. Gleich im ersten Spiel bekommen es die Schützlinge vom Trainergespann Jürgen Herr/Sven Waßmer gegen die HSG Konstanz II mit einem der Titelfavoriten zu tun.

Den Konstanzern fehlte vergangene Saison lediglich ein Punkt zum Klassenerhalt in der Oberliga. Das letzte Duell der beiden Mannschaften liegt bereits viele Jahre zurück. Seither hat sich das Gesicht der HSG deutlich verändert. In Kooperation mit der Universität und der HTWG Konstanz schufen die Handballer vom Bodensee einen Handballstandort, der in seiner Attraktivität für Spieler und Zuschauer im süddeutschen Raum wohl seines Gleichen sucht. Trotz allem war auch die Zweitligareserve der HSG nach dem Abstieg zu einem kleinen Umbruch und einer weiteren Verjüngung auf einen Altersschnitt von etwa 21 Jahren gezwungen. Mittelfristig wollen die Konstanzer jedoch zurück in die Oberliga.

Mit Benjamin Schweda, Samuel Wendel und Felix Krüger rückten gleich drei Leistungsträger der vergangenen Saison fest in den Kader der ersten Mannschaft auf. Hinzu kommen einige Spieler, die wohl noch länger ausfallen werden. Kompensieren sollen dies sechs Spieler, die aus der eigenen Jugend-Bundesliga-Mannschaft kommen, sowie drei externe Neuzugänge. Prominentester Zugang ist Joschua Braun. Er wurde vergangene Saison Torschützenkönig der Jugend-Bundesliga und durfte im Frühjahr mit Frisch-Auf Göppingen sogar den Europapokal in die Höhe strecken.

Auch auf der Trainerposition gab es einen Wechsel bei der HSG. Der ehemalige Zweitligaspieler Matthias Stocker beerbte den langjährigen Coach Gabor Soos. Durch die personellen Veränderungen bei den Konstanzern ist klar, dass es für die St.Georgener schwer ist, Gegner einzuschätzen. Fakt ist, dass die Gäste auf eine große Auswahl an talentierten und ehrgeizigen Spielern zurückgreifen können.

Für den TVS wird es wichtig sein, zunächst die wurfgewaltige Rückraumachse um Joschua Braun und die beiden aus Schwenningen stammenden Brüder Jonas und Samuel Löffler in den Griff zu bekommen und gleichzeitig die starken Kreisläufer nicht aus den Augen zu verlieren. Im Spiel nach vorne muss die Fehlerquote unbedingt gering gehalten werden.

Verzichten müssen die Bergstädter neben Niklas Holzmann wohl auch auf Thule Laabs, dessen Schulter weiterhin Probleme macht. Der restliche Kader steht allerdings zur Verfügung und brennt auf seinen Einsatz. Die „Jungs vom Roßberg“ gehen mit einer gehörigen Portion Respekt in ihr erstes Spiel, gepaart mit großem Mut und dem Glauben, eine Überraschung schaffen zu können. Dabei hoffen Spieler und Trainer auf die lautstarke Unterstützung der heimischen Fans.