Eishockey: Zum 17. Mal in dieser Saison blieben die Schwenninger Wild Wings am Donnerstag bei der 1:3-Niederlage gegen die Kölner Haie ohne Punkte. Und das in 25 Spielen. Mit der Partie am morgigen Sonntag gegen die Fischtown Pinguins aus Bremerhaven (14 Uhr, Helios Arena) ist Halbzeit in der DEL. Die Bilanz dürfte nicht sonderlich gut ausfallen. Es ist ein bisschen zum Verzweifeln für die und mit den Wild Wings, denn so schlecht war der Auftritt in Köln gar nicht. Aber eben auch nicht gut genug.

Beleg dafür ist vor allem eine Zahl. Elf Mal schossen die Gäste auf das Haie-Tor. Die Rheinländer im Vergleich gaben 23 Schüsse auf den Kasten von Dustin Strahlmeier ab. Die Kölner starteten mit viel Vorwärtsdrang und gingen folgerichtig in Überzahl in Führung. Es dauerte eine Viertelstunde, bis die Schwenninger besser in die Partie fanden. Sie nutzten ihrerseits das erste Powerplay zum Ausgleich. Neuzugang Vili Sopanen durfte sich in seinem zweiten Spiel für seinen neuen Arbeitgeber nach einer feinen Kombination gleich in die Torschützenliste eintragen lassen.

Defensiv agierten die Schwäne über weite Strecken gut. Dennoch fiel das 2:1 für die Hausherren. Wieder einmal ein Gegentreffer aus der Kategorie „dumm gelaufen“. Ausgangspunkt war ein unnötiger Scheibenverlust von Marc El-Sayed. Haie-Stürmer Fabio Pfohl zog auf und davon und passte auf Jason Akeson. SERC-Verteidiger Boaz Bassen, der zu seinem DEL-Debüt kam, konnte nicht mehr entscheidend stören. Die Scheibe trudelte unter Torhüter Dustin Strahlmeier durch und Felix Schütz drückte sie schließlich über die Linie. Der Rettungshechtsprung von Tobias Wörle, der sein 700. DEL-Spiel machte, blieb erfolglos.

Bis zu diesem Zeitpunkt waren die Schwenninger auf Augenhöhe. „Wir müssen mehr Druck auf das Tor bringen und mehr schießen“, erklärten Stürmer Mirko Höfflin und Co-Trainer Petteri Väkiparta in der Pause unisono. Die Wild Wings versuchten es zu Beginn des Schlussdrittels zumindest, schossen sich aber erneut selbst raus. Zunächst erhielt Wörle eine Zwei-plus-Zwei-Minuten-Strafe, wenige Sekunden später wanderte auch Jussi Timonen nach einem völlig unnötigen Beinstellen auf die Strafbank. Erstaunlicherweise überstanden die Teamkollegen der beiden Sünder mit einer famosen Willensleistung diese doppelte Unterzahl und wollten anschließend zur Schlussoffensive blasen.

Ausgebremst wurden sie wiederum vom eigenen Mann. Stefano Giliati leistete sich gut zwei Minuten vor dem Ende eine wirklich dumme Aktion und wurde zurecht für zwei Minuten aus dem Verkehr gezogen. Zehn Minuten Disziplinarstrafe obendrauf beendeten den Arbeitstag des Italo-Kanadiers. Eine erneute Undiszipliniertheit des Stürmers, die nicht nur seinen Trainer ordentlich geärgert haben dürfte. „Diese Strafzeiten in der entscheidenden Phase dürfen nicht passieren“, kritisierte Chefcoach Paul Thompson nach der Partie.

Die Schwenninger werden am Sonntag im Heimspiel gegen Bremerhaven eine Leistungssteigerung brauchen, um die 18. Niederlage zu vermeiden. Die Norddeutschen stehen in dieser Saison erneut gut da. „Sie haben einen sehr breiten Kader mit viel Energie und sind in den vergangenen Wochen immer stärker geworden“, weiß Thompson um die Schwere der Aufgabe. Zunächst einmal gilt es aber das eigene Team in die Spur zu bringen. „Wir sind in jedem Spiel drin, finden aber den Weg zum Sieg nicht“, so der Brite. „Das heißt: Weiter arbeiten und zwar alle gemeinsam“, hofft Thompson, dass die erste Saisonhälfte nicht mit einem weiteren Negativerlebnis endet.