Fußball-Bezirksliga: (daz) Bis auf die Partie FC Hochemmingen gegen den FV Tennenbronn startete die Bezirksliga Schwarzwald mit einem kompletten Programm in die zweite Saisonhälfte. Noch Mitte voriger Woche drohten aufgrund der winterlichen Bedingungen mehrere Absagen, doch viele fleißige Helfer und das Tauwetter sorgten dafür, dass auf sieben Plätzen gespielt werden konnte. Das Spitzentrio gab sich dabei keine Blöße und fuhr Siege ein.

Mit dem 5:1-Erfolg gegen den FV Marbach auf dem Kunstrasenplatz in Bad Dürrheim unterstrich die Elf des SV Geisingen die Worte von Spielertrainer Marijan Tucakovic, dass sich die Geisinger reif für den ganz großen Schlag in dieser Saison sehen. „Marbach war über 90 Minuten ein gefährlicher Gegner. Wir haben die Aufgabe mit viel Cleverness gelöst. Auch nach dem zwischenzeitlichen 1:2-Anschlusstreffer sind wir ruhig geblieben und haben danach wieder unsere Stärken ausgespielt. Das war ein schöner Auftakt“, sagt Tucakovic. Für ihn war es auch ein Signal an die Konkurrenten, dass die Geisinger weit davon entfernt sind, zu schwächeln. Vor dem Hintergrund von zwei Treffern in den Schlussminuten fiel das Ergebnis vielleicht etwas zu hoch aus. Tucakovic erinnert jedoch an einen Treffer, der wegen einer Abseitsstellung nicht gegeben wurde, was die Geisinger bezweifelten. „Auf jeden Fall war es die richtige Entscheidung, in Bad Dürrheim zu spielen. Beide Teams haben spielerische Klasse. Auf unserem tiefen Platz wäre es kein schönes Spiel geworden“, fügt Tucakovic an.

Weitgehend zufrieden mit den Leistungen seiner Schützlinge beim 3:0-Erfolg in Überauchen war Patrick Anders, Spielertrainer FC Pfaffenweiler. „Wir haben die erste Halbzeit dominiert und hatten da bereits Chancen für mehr als zwei Tore. Wir haben eine gute Fitness und auch die Form ist ansprechend“, sagt Anders. In der zweiten Halbzeit habe seine Elf etwas cleverer agiert, müsse aber früher das 3:0 machen. Wirklich Kritik kommt von Anders indes nicht und es gibt auch keinen Grund dazu. „Wir hatten schon in den fünf Testspielen einen guten Eindruck hinterlassen. Daran haben wir angeknüpft“, fügt der Trainer an. Nun gelte es, am kommenden Wochenende auf eigenem Platz gegen Immendingen nachzulegen, um anschließend ein wirkliches Top-Spiel beim Spitzenreiter Geisingen zu haben.

Sigurd Bickmann, zusammen mit Frank Albrecht Trainer beim SV Überauchen, glaubt nicht, dass die Derby-Niederlage seine Mannschaft lähmen wird. „Wir haben mit einer Not-Elf gegen einen Aufstiegskandidaten lange mitgehalten. Letztendlich hat uns der fragwürdige Elfmeter zum 0:1 etwas verunsichert“, sagt Bickmann. Ihm fehlte etwas die Durchschlagskraft im Angriff, wobei Überauchen kurzfristig auf drei erkrankte Spieler verzichten musste. „Im Herbst plagte uns das Verletzungspech, jetzt sind die Spieler krank. Wir sind nicht vom Glück begleitet“, ergänzt Bickmann. Er und Albrecht werden die Mannschaft nun neu auf- und einstellen, denn am kommenden Sonntag geht es zum Schlusslicht SG Riedböhringen. Bickmann: „Das ist der erste Gegner, der uns auf Augenhöhe begegnet. Da müssen wir topfit sein.“ Ein Punkt gegen Pfaffenweiler sei dennoch möglich gewesen.

Eine ganz starke erste Halbzeit zeigte der FC Gutmadingen beim 3:1-Erfolg in Dauchingen. „Die ersten 45 Minuten waren sehr gut. Wichtig sind natürlich die drei Punkte. Aber wie wir spielerisch in der ersten Halbzeit aufgetreten sind, hat mir sehr gut gefallen. Nur bei der Chancenverwertung gibt es Steigerungsmöglichkeiten offen gelassen“, sagt der neue Trainer Steffen Breinlinger. Zwischen der 50. und der 65. Minute habe seine Elf etwas den Faden verloren und das 1:2 kassiert. Nur fünf Minuten später war der alte Abstand wieder hergestellt. Auch wenn Breinlinger einiges im Spiel seiner Elf in den zweiten 45 Minuten nicht gefiel, so stellt der Übungsleiter doch fest: „Das ist Klagen auf hohem Niveau.“

Schon nach 45 Minuten stand in der Partie des FC Brigachtal gegen die DJK Donaueschingen II der 2:2-Endstand fest. „Ich hätte gern drei Punkte mitgenommen, um den Abstand zum unteren Tabellenmittelfeld zu reduzieren. Physisch und psychisch haben wir eine ordentliche Leistung gezeigt. Ich bin mit den 90 Minuten zufrieden“, sagt Brigachtals Trainer Werner Bucher. Nach dem Seitenwechsel habe seine Elf den Spielfaden etwas verloren, was auch an den Verletzungen der Spieler Tobias Bucher und Björn Waller lag, die ausgewechselt werden mussten. Der Trainer hofft, dass beide schnell zurückkommen werden, da die Brigachtaler für das Unternehmen Klassenerhalt alle Akteure brauchen. Wichtig ist für Bucher die Erkenntnis, „dass sich meine Spieler über 90 Minuten förmlich zerrissen haben“. Das sei die Einstellung, die jetzt nötig ist.

Einen etwas überraschenden Punktgewinn feierte Aufsteiger SG Riedöschingen/Hondingen beim 1:1 gegen Königsfeld. Mit dem neuen Trainer Heinz Jäger gelang es dem Neuling nach einer nicht so einfachen Vorbereitung gleich Akzente zu setzen. „Man hat deutlich gesehen, dass der Hartplatz eher uns in die Karten gespielt hat. Natürlich war Königsfeld in der ersten Halbzeit die bessere Mannschaft, aber die zweiten 45 Minuten gingen an uns. Es ist für uns sehr wichtig zu erkennen, dass wir auch gegen Mannschaften mithalten und punkten können, die ganz andere Zielsetzungen als wir haben“, betont SG-Kapitän und Co-Trainer Björn Werhan. Auch wenn auf eigenem Platz für die SG Riedöschingen in erster Linie drei Punkte zählen, so wollte Werhan nicht von zwei verlorenen Zählern sprechen: „Für die Moral und die neue Trainingswoche ist der eine Punkt eminent wichtig.“