Handball Südbadenliga: Nach der Heimniederlage gegen den Tabellenführer HGW Hofweier wird die Luft für den TV St. Georgen immer dünner. Sieben Spiele verbleiben noch, um den Abstieg aus der Südbadenliga zu verhindern. Im Gespräch mit dem SÜDKURIER äußert sich Trainer Jürgen Herr über die Chancen im Abstiegskampf, die Personallage und die Stimmung in der Mannschaft.

Wollen Sie die restlichen Partien bereits für den Übergang in die Landesliga nutzen oder ist die Überzeugung, den Klassenerhalt zu schaffen, immer noch da?

Natürlich wollen wir die sieben Spiele nutzen, um die Mannschaft weiterzuentwickeln. Doch auch wenn der Abstand immer größer wird und mittlerweile vier Punkte beträgt, haben wir noch nicht aufgegeben.

Was gibt Ihnen Hoffnung?

Das Heimspiel gegen den Vorletzten TV Oberkirch steht noch aus. Wenn wir diese Begegnung für uns entscheiden und noch ein weiteres Spiel bei gleichzeitiger Niederlage der Oberkircher gewinnen, sind wir wieder punktgleich. Ich denke, wir haben auf jeden Fall noch eine realistische Chance.

Stephan Lermer hat sich den Mittelfuß gebrochen. Wie schwer wiegt sein Ausfall?

Stephan ist ein wichtiger Spieler und unser Abwehrchef, er war zudem in jedem Training. Wenn er fehlt, müssen wir damit klarkommen. Verletzungen gehören beim Handball einfach dazu.

Wie sieht die personelle Lage insgesamt aus?

Auch wenn wir einige Ausfälle haben – es war schon schlimmer. Jan Linhard wurde am Montag am Knie operiert. Ich habe noch nicht mit ihm gesprochen und will erst einmal abwarten, was dabei herauskam. Ich gehe aber davon aus, dass er mehrere Wochen fehlen wird und dass es für diese Saison knapp wird.

In der vergangenen Saison hat Ihre Mannschaft eine sehr starke Runde gespielt und wurde verdient Meister in der Landesliga. Wie ist die Stimmung im Team nun, da es nicht so gut läuft?

Wir haben von Anfang an gesagt, dass es in der Südbadenliga schwer für uns wird. Unser Ziel war stets der Klassenerhalt. Dennoch muss man zugeben, dass wir im vergangen Jahr besseren Handball gespielt haben. Ich hatte mir mehr Siege erhofft. Trotzdem können die Mannschaft und das Umfeld sehr gut damit umgehen. Sicherlich gibt es Schöneres, als oft zu verlieren, aber wir wissen unsere Lage realistisch einzuordnen. Wir wollen weiterhin unseren Weg gehen und auf eigene Spieler setzen.

Was macht die Südbadenliga so stark?

Viele Mannschaften verfügen über eine hohe individuelle Qualität und haben oft mehrere Linkshänder in ihren Reihen. Auffällig ist zudem, dass gerade die Torhüter in vielen Fällen schon höherklassig gespielt haben, teilweise bis zur zweiten oder dritten Liga.

Falls es zum Abstieg kommen sollte, könnten Sie Ihre Mannschaft zusammenhalten?

Das Team bleibt in großen Teilen zusammen. Bisher weiß ich nur von Abgängen aus beruflichen Gründen, nicht aus sportlichen.

Welche Spieler meinen Sie?

Bei Niklas Holzmann steht das Praxissemester seines Studiums an und er weiß noch nicht, ob er dies in der Nähe absolvieren kann. Zudem wird Dominik Vetter aus familiären Gründen mit dem aktiven Sport aufhören.

Am Sonntag muss Ihr Team zur Reserve der SG Köndringen/Teningen. Was rechnen Sie sich bei diesem Spiel aus?

Die SG steht im Mittelfeld der Tabelle. Bei der 26:30-Niederlage in der Hinrunden hatten wir durchaus unsere Probleme, doch wie vor jedem Spiel wollen wir uns bestmöglich vorbereiten und den Gegner ärgern. Wir werden, wie immer, versuchen, Punkte mitzunehmen.

Fragen: Marius Faller