Nach acht Jahren in der 1. und 2. Bundesliga ist vorerst Schluss mit der Erstklassigkeit in der Wasserfallstadt: Der Vorstand des SV Triberg hat beschlossen, für die Saison 2018/19 keine Mannschaft für die Ringer-Bundesliga zu melden. Vielmehr will der Verein den eigenen Talenten die Möglichkeit geben, sich in der Verbandsliga zu entwickeln. Kai Rotter wird, wie bisher, Trainer bleiben. "Natürlich war die Bundesliga schön für mich. Aber es macht auch Spaß, mit jungen, talentierten Ringern zu arbeiten. Die Jungs haben Potenzial, das ich mit ihnen in der Verbandsliga voll ausschöpfen will."

Die Entscheidung, sich freiwillig aus der Erstklassigkeit zu verabschieden, fiel den Verantwortlichen alles andere als leicht, wie der SV Triberg in einer Stellungnahme verdeutlicht. Der Verein sei an einem Punkt angelangt, an dem keine sportliche Steigerung in der Bundesliga mehr möglich sei. Das habe sich am Interesse der Zuschauer bemerkbar gemacht. Trotz hochklassigen Ringkampfsports mit Welt- und Europameistern sowie deutschen Kaderathleten fanden nicht genug Fans den Weg in die Triberger Sporthalle.

Auch der SV Triberg hat sich für die neue Punkteregel ausgesprochen, da sie nach Auffassung des Vereins die richtigen Ziele verfolgt: die Förderung des eigenen Nachwuchses. Standen in der vergangenen Saison zwei Triberger Ringer im Dienst der ersten Mannschaft, hätte der Trainer in der kommenden Saison mit Jan Rotter allerdings nur noch einen Triberger im Kader, da Marius Weiss aus beruflichen Gründen mit dem Ringen aufhören wird. Aus diesem Gesichtspunkt sei eine stabile Kaderplanung nur sehr risikobehaftet möglich.

Um weiterhin zwei Mannschaften im Ligenbetrieb stellen zu können, bedarf es vieler Ringer. Der Verlauf der Runde 2017 bestätigt dies. Die zweite Triberger Mannschaft wurde schwer gebeutelt. Von Woche zu Woche hatte sich die Anzahl der zur Verfügung stehenden Ringer durch Verletzungen oder Krankheit dezimiert. Ein Rückzug während der Runde kam für die Sportler und Verantwortlichen jedoch nicht in Frage. Auch das erfreuliche Abschneiden der Bundesliga-Mannschaft konnte die trübe Stimmung aufgrund der Situation um das Reserveteam im Verein nicht aufhellen.

Nun, so die Triberger Verantwortlichen, sei der Zeitpunkt gekommen, an dem unsere jungen Triberger wieder eine Basis brauchen, um sich zu entwickeln. Das sei in der Bundesliga nicht möglich. Der Sprung für die Triberger Jugendringer in die Erstliga-Mannschaft sei derzeit undenkbar.

Ziel der Triberger es nun, mit eigenen Talenten einen Neuanfang in der Verbandsliga Südbaden zu starten. „Manchmal muss man die Tasse leeren, um wieder Platz für Ideen und den richtigen Blick für bestimmte Dinge zu bekommen. Wenn man die Tasse nicht leert und immer mehr einschenkt, läuft irgendwann alles über“, sagt Trainer Kai Rotter.