Ringen, Bundesliga-Endrunde: SV Triberg – ASV Mainz 6:24 – Die erhoffte Sensation blieb aus. Eine stark ersatzgeschwächte Triberger Mannschaft verlor den Viertelfinal-Hinkampf gegen den Favoriten aus Mainz deutlich und steht somit vor dem Aus. Ein Weiterkommen am nächsten Samstag in Mainz wäre ein sportliches Wunder.

Tribergs Trainer Kai Rotter musste schon in den Tagen vor dem Viertelfinale einige Rückschläge verdauen. Neben Jan Rotter (verletzt) und Oliver Hassler (beruflich verhindert) konnte auch Marvin Scherer aufgrund einer Herz-Muskel-Entzündung nicht ringen. Scherer wollte zwar antreten, doch Rotter riet ihm aus gesundheitlichen Gründen ab. Da sechs deutsche Ringer im Team sein müssen, musste Coskun Öztürk ran. Dies hatte wiederum zur Folge, dass für den rumänischen Schwergewichtler Rares Chintoan kein Platz mehr war. Dabei war das Flugticket für Chintoan bereits gebucht. Bemerkenswert war die Tatsache, dass sich Kai Rotter vor Kampfbeginn bei den knapp 200 Zuschauern entschuldigte, dass er fürs Viertelfinale nicht seine Bestbesetzung aufbieten kann.

Schon vor dem ersten Duell war klar, dass die Schwarzwälder ohne Vier gegen bärenstarke Mainzer wenig Erfolgschancen haben werden. Und so kam es auch. Zur Pause führten die Rheinhessen vor knapp 200 Zuschauern schon hoch mit 16:1.

„Wir wollten Mainz ärgern. Aber unter diesen personellen Voraussetzungen war dies leider nicht möglich. Immerhin haben die Zuschauer noch einige gute Einzelkämpfe gesehen. Überragend war die Leistung von Marius Weiss“, lobte Rotter das Eigengewächs.

Die Einzelkämpfe:

57 kg: Triberg konnte die Klasse nicht besetzen. Somit holte Beka Bujisahvili die ersten vier Zähler für Mainz (Gesamtstand: 0:4). 130 kg: Coskun Öztürk – Mantas Knystautas 0:4 – Nach dem Ausfall von Hassler und Chintoan musste Öztürk im Schwergewicht ran und bekam eine äußerst undankbare Aufgabe. Gegen den 21 Kilo schwereren und fast 20 Zentimeter größeren Litauer hatte Öztürk keine Chance und verlor nach etwas mehr als vier Minuten überhöht (0:8).

61 kg: Marian Apostol – Ili Sefaj 0:4 – Gerademal 25 Sekunden dauerte der Kampf bis zum Überlegenheitssieg von Sefaj (0:12). 98 kg: Ahmed Dudarov – Wladimir Remels 1:0 – Zum ersten Mal kam so etwas wie Spannung auf. In einem hart umkämpften Duell setzte sich der starke Dudarov trotz neun Kilo weniger Gewicht hauchdünn durch (1:12). 66 kg: Vladislav Wagner – Niklas Dorn 0:4 – Im fünften Kampf holten sich die Mainzer bereits den vierten Vierer. Dorn wurde in der 6. Minute nach hoher Führung Schultersieger (1:16).

86 kg: Benedikt Rebholz – Erichan Albayrak 2:0 – Durch die Ausfälle rückte Rebholz eine Gewichtsklasse nach oben. Doch dies hinderte ihn nicht, mit einem beherzten Auftritt für den zweiten Triberger Einzelerfolg zur sorgen (3:16). 71 kg: Kristian Fris – Ruslan Kudrynets 0:1 – In diesem Duell haderten die Triberger mit dem Kampfrichter. Fris verpasste nach einigen strittigen Entscheidungen den erhofften Sieg (3:17). 80 kg: Marius Weiss – Tim Müller 3:0 – Weiss sorgte aus Triberger Sicht für das Highlight des Abends. Mit einem überragenden Auftritt feierte der Triberger Youngster einen sensationell hohen Erfolg gegen den deutschen Männer-Meister. Im Hauptrunden-Kampf hatte Weiss diesen Vergleich noch mit 0:3 verloren. Das SVT-Eigengewächs begeisterte das heimische Publikum mit seiner Vorstellung (6:17).

75 kg Fr.: Roman Dermenji – Soner Demirtas 0:3 – Gegen den WM-Dritten hatte Dermenji kaum eine Chance. Immerhin konnte er eine überhöhte Niederlage verhindern (6:20). 75 kg gr.: Simon Günter – Balint Korpasi 0:4 – Ersatzmann Günter hatte es ebenfalls mit einem Weltklasse-Ringer zu tun. Die Tatsache, dass er sich dem ungarischen Europameister erst nach vier Minuten überhöht geschlagen geben musste, unterstreicht Günters beachtliche Leistung (Endstand: 6:24).