Ringer-Bundesliga, Viertelfinale: SV Triberg – ASV Mainz 88 (Samstag, 19.30 Uhr). Souverän und ungefährdet hat der SV Triberg an den zwei vergangenen Wochenenden die Achtelfinalhürde ASV Hüttigweiler übersprungen. Fast ebenso deutlich qualifizierte sich der ASV Mainz in den zwei Vergleichen gegen den RC Merken (66:5 Mannschaftspunkte) für die Runde der letzten Acht. Am Samstag haben die Triberger Heimvorteil, bevor es in einer Woche zum Rückkampf in Mainz kommt. In der Bundesliga-Vorrunde mussten sich die Triberger zweimal deutlich mit 6:22 und 8:22 dem ASV geschlagen geben. Somit scheint klar, dass die Gäste aus der Landeshauptstadt von Rheinland-Pfalz in den zwei Duellen als Favorit auf die Matten gehen.

Für Tribergs Trainer Kai Rotter hat sein Team schon jetzt mit dem Viertelfinaleinzug eine großartige Leistung verbracht. „Wir haben schon in der Liga viele Gegner, mit denen wir uns auf Augenhöhe wähnten, in der Tabelle hinter uns gelassen. Zudem haben wir gegen einige dicke Brocken gut mitgehalten. Die zwei Niederlagen gegen Mainz spielen keine Rolle mehr. Wir sind jetzt in der K.o.-Runde, und da werden die Karten neu gemischt, wenngleich Mainz natürlich Favorit ist“, sagt Rotter.

Wahrscheinlich setzt der Triberger Coach, mit einer Ausnahme, auf die gleiche Formation, die gegen Hüttigweiler keinen Kampf abgab. Die eine Ausnahme ist Jan Rotter, der sich noch vor Weihnachten einer Schulteroperation unterziehen muss. Wer für Jan Rotter in der Klasse bis 86 kg startet, lässt der Trainer noch offen. „Ich habe zwei Optionen. Wir werden eine gute Lösung finden.“ Ansonsten sind alle Athleten fit und brennen auf das Viertelfinale. Rotter: „Ich muss keinen extra motivieren. Alle wollen und werden sich von der besten Seite zeigen. Sollte Mainz dann doch stärker sein, werden wir es sportlich akzeptieren. Die Mannschaft hat starke Ringer in ihren Reihen, aber wir müssen uns nicht verstecken. Auch wir haben gute Athleten“, ergänzt der Triberger Trainer. Triberg werde auf jeden Fall alle vier Ausländerplätze wieder qualitativ hochwertig besetzen.

Aus Mainz waren unter der Woche schon einmal vollmundige Ankündigungen in Richtung Triberg zu vernehmen. Triberg solle nach dem starken Achtelfinalauftritt des ASV-Teams von Trainer David Bichinashvili schon mal zittern. Rotter schmunzelt über solche Aussagen. „Wir zittern nicht, sondern stellen uns vielmehr sehr konzentriert der Herausforderung.“

Nicht wenige Experten räumen dem Sieger erstklassige Chancen auf den Titelgewinn ein. Rotter sieht dies ähnlich. „Der Sieger dieses Viertelfinalduells wird ein gewichtiges Wörtchen bei der Titelvergabe mitsprechen, wenngleich im Ringen schnell etwas passieren kann.“ Für ihn haben die Triberger trotz der Außenseiterrolle „eine berechtigte Chance auf den Halbfinaleinzug“. Den Glauben daran hält der Trainer auch bei seinen Athleten für wichtig. Rotter: „Wer nicht daran glaubt, hat schon im Vorfeld verloren.“

Auch für Rotter, der erst vor der Saison die Triberger als Übungsleiter übernommen hat, ist der Einzug in die Runde der letzten Acht ein Erfolg. Gern erinnert er sich an die beiden Kämpfe gegen Mainz in der Bundesliga-Doppelrunde. „Das waren schöne und spannende Kämpfe auf teilweise hohem Niveau. Wir haben dem Gegner trotz der Niederlagen ausgezeichnet Paroli geboten. Meine Jungs werden alles geben, um daran anzuknüpfen. Wir wollen eine gute Ausgangsbasis für den Rückkampf in einer Woche.“ Dabei sollen die Zuschauer ihre Mannschaft unterstützen. Die zuletzt nur 250 Besucher im Achtelfinale waren enttäuschend. Nur zu gern würden die Schwarzwälder am Samstag zumindest die doppelte Anzahl sehen, denn es zeichnet sich hochklassiger Ringersport ab.