Ringen, Bundesliga Finalrunde: SV Triberg – ASV Hüttigweiler 30:0 – Einseitiger geht’s kaum. Mit einem rekordverdächtigen Ergebnis zogen die Triberger ins Viertelfinale um die deutsche Meisterschaft ein. Dort treffen sie auf den ASV Mainz und haben zunächst Heimrecht am kommenden Samstag.

Nach dem knappen Ergebnis im Hinkampf in Hüttigweiler hatten die 250 Zuschauer zumindest mit etwas Spannung im Rückkampf gerechnet. Doch das Duell hatte spätestens ab der Pause nur noch den Charakter eines Freundschaftskampfes. Die Triberger konnten wenig dafür. Sie boten die bestmögliche Mannschaft auf, um den Besuchern ein hochklassiges Achtelfinale zu bieten. Die fehlende Spannung lag vielmehr an den Gästen aus dem Saarland. Die hatten sich offensichtlich null Chancen auf das Viertelfinale ausrechnet. Anders ist ihre Aufstellung nicht zu erklären. Vier Jungendringer schickte Hüttigweiler auf die Matte. Trainer Christoph Gall bestätigte sogar die Tatsache, dass seine Mannschaft ohne große Ambitionen in den Schwarzwald reiste: „Als klar war, dass zwei Leistungsträger bei uns fehlen werden, haben wir uns entschieden, Jugendringer einzusetzen. Diese Jungs haben ihre Sache sehr gut gemacht“, versuchte Gall die enttäuschende Aufstellung seines Teams zu erklären.

Tribergs Kai Rotter freute sich natürlich auf den Einzug unter die letzten Acht: „Damit haben wir unser Saisonziel, das Erreichen der Finalrunde, übertroffen. Immerhin gab es einige Einzelkämpfe auf hohem Niveau zu sehen.“ Dabei gab es ein Extra-Lob für Adrian Wolny, der mit seinem aufopferungsvollen Kampf dafür sorgte, dass es in der Triberger Halle richtig laut wurde. Wolny lag gegen den Fünften der Junioren-WM, den Moldawier Mihai Esanu, bereits 0:4 zurück und drehte den Kampf noch.

Die Einzelkämpfe:

57 kg griechisch-römisch: Aleksei Kinzhigaliev – Steven Ecker 4:0 – Der Triberger wirbelte den Jugendringer über die Matte und wurde noch vor der Pause Überlegenheitssieger (Gesamtstand: 4:0). 130 kg Freistil: Rares Chintoan – Denis Balaur 2:0 – Einer der wenigen spannenden Kämpfe an diesem Abend. Chintoan tat sich gegen den 20 Kilo leichteren Balaur schwer, konnte sich aber noch knapp durchsetzen (6:0).

61 kg Fr.: Vladislav Wagner – Jan Wolfanger 4:0 – Knapp zwei Minuten benötigte Wagner nach einer ganzen Serie an Durchdrehern zum Überlegenheitssieg (10:0). 98 kg gr.: Oliver Hassler – Till Bialek 2:0 – Hassler hatte den Kampf klar im Griff und kam zu einem unspektakulären, aber auch ungefährdeten Sieg (12:0). 66 kg gr.: Kristian Fris – Yannick Parisi 4:0 – Auch Fris dominierte dieses Duell souverän. Immerhin schaffte es sein Gegner, dass der serbische Europameister über fünf Minuten für seinen Überlegenheitssieg benötigte (16:0).

86 kg Fr.: Ahmed Dudarov – Alexandru Burca 3:0 – Dudarov spielte gegen den Moldawier seine ganze Klasse aus und sorgte mit seinem deutlichen Sieg dafür, dass der Einzug der Triberger ins Viertelfinale auch theoretisch feststand (19:0). 71 kg fr.: Adrian Wolny – Mihai Esanu 1:0 – Zweifelsohne der Kampf, der die Zuschauer am meisten begeisterte. Wolny zeigte nach 0:4 Rückstand großes Kämpferherz und machte damit Hüttigweilers größte Hoffnung auf einen Einzelsieg zunichte (20:0).

80 kg gr.: Jan Rotter – Kevin Gremm 3:0 – Gehandicapt durch seine Verletzung tat sich Rotter anfangs schwer. Doch mit zunehmender Kampfdauer spielte er seine Stärken aus und verpasste knapp einen Überlegenheitssieg. Allerdings ist fraglich, ob Rotter aufgrund seiner Verletzung gegen Mainz ringen kann (23:0). 75 kg gr.: Benedikt Rebholz – Mathis Jochim 3:0 – Rebholz hatte gegen seinen 15-jährigen Gegner keine Probleme und schraubte die Triberger Führung weiter nach oben (26:0). 75 kg Fr.: Roman Dermenji – Danny Hippich 4:0 – Dermenji durfte den Schlusspunkt auf dieses einseitige Achtelfinale setzte. Nach etwas mehr als zwei Minuten wurde er nach hoher Führung Schultersieger (Endstand: 3:0).