Fußball-Oberliga: Zwölf Saisontore hat Nico Tadic in der abgelaufenen Verbandsliga-Saison für den FC Bad Dürrheim erzielt. Die Vermutung liegt nahe, dass der 23-Jährige im Angriff oder zumindest im offensiven Mittelfeld beheimatet ist, tatsächlich kam er jedoch meistens als Außenverteidiger zum Einsatz. Im Interview stellte sich der Allrounder den Fragen des SÜDKURIER.

Herr Tadic, obwohl Ihre Hauptposition Außenverteidiger ist, haben Sie in der vergangenen Saison oft getroffen. Spielen Sie lieber vorne oder hinten?

Ich bin da variabel und habe keine Lieblingsposition. In der Hinrunde habe ich vor allem als Rechtsverteidiger gespielt, in der Rückrunde eher im defensiven Mittelfeld oder ab und zu auch im Angriff.

Sie haben bereits in der Jugend beim FC 08 gespielt. Was hat sich seitdem verändert?

Im Gegensatz zum Jugendfußball hat sich natürlich viel verändert. Die Qualität der Mitspieler, aber auch die Organisation. Jetzt wird für uns sogar die Wäsche gewaschen, was für mich etwas komplett neu ist. Insgesamt ist alles viel professioneller

Was gab den Ausschlag für die Rückkehr?

Nach fünf Jahren für den FC Bad Dürrheim in der Verbandsliga wollte ich nun den nächsten Schritt gehen. Ich wohne in Schwenningen, da lag Bad Dürrheim quasi schon direkt vor der Haustür. Villingen ist nun sogar noch näher. Ich hatte immer das Ziel, eine Liga höher zu spielen. Im Sommer ergab sich nun die Gelegenheit dazu.

Wie bewerten Sie Ihre Zeit in Bad Dürrheim?

Es war eine sehr hilfreiche Zeit. Der gute Übergang von der Jugend war richtungsweisend. In Bad Dürrheim wurde ich schnell Stamm- und sogar Führungsspieler. Mit Reiner Scheu hatte ich zudem einen sehr guten Trainer.

Zuletzt wurde eher über Spielerstreiks und ausstehende Zahlungen an die Mannschaft berichtet und nicht über sportliche Erfolge. Wie haben Sie diesen Abschnitt erlebt?

Ich habe mich mit solchen Dingen nie beschäftigt. Ich renne nicht dem Geld hinterher. Wir hatten eine gute Mannschaft, mit der ich fünf tolle Jahre erlebt habe, auch wenn das letzte chaotisch war. Leider war unser Kader sehr dünn, auch deshalb sind wir abgestiegen.

Wie schätzen Sie Ihre Rolle beim FC 08 ein?

Ich gebe mein Bestes und will so schnell wie möglich Stammspieler werden. Im Idealfall will ich schon in meiner ersten Saison einige Tore erzielen. Auch wenn ich erst einmal nur von der Bank kommen sollte, möchte ich mich in jedem Training anbieten.

Wie schwer war die Umstellung von einem Verbandsliga- zu einem Oberligateam?

Am Anfang war der Sprung größer als gedacht. Mittlerweile bin ich das höhere Tempo jedoch gewohnt, was ich sicherlich meiner Verbandsliga-Erfahrung zu verdanken habe.

Gibt es für Sie Vorbilder aus dem Profifußball?

Konkrete Idole habe ich nicht. Es macht jedoch Spaß, Messi und Ronaldo zuzuschauen.

Haben Sie einen Lieblingsverein?

Auch das muss ich verneinen. Ich verfolge interessiert die Entwicklung des FC Schalke 04, würde mich jedoch eher als Sympathisant und nicht als Fan bezeichnen.

Was machen Sie in Ihrer Freizeit, wenn Sie nicht auf dem Sportplatz stehen?

Ich gehe gerne in dem Kraftraum und verbringe Zeit mit Freunden und Familie. Eine andere Sportart als Fußball betreibe ich nicht.

Was machen Sie beruflich?

Ich habe eine Ausbildung zum Industriekaufmann bei einem Unternehmen in Schwenningen absolviert. Danach wurde ich übernommen und arbeite dort im Vertrieb.

Fragen: Julian Singler und Marius Faller