Fußball, Aufstiegsspiel zur Landesliga: FC Hochemmingen – SV Denkingen (Samstag, 16 Uhr). Was vor rund zwei Jahren noch völlig undenkbar schien, ist nun Realität. Der FC Hochemmingen klopft an die Tür zur Landesliga. Jahrelang trennten beide Vereine etliche Spielklassen. Denkingen war bereits ein fester Bestandteil der Landesliga, als Hochemmingen noch in der Kreisliga B beheimatet war. Zwei Jahre nach dem Abstieg will Denkingen den Betriebsunfall wieder reparieren, während Hochemmingen schon jetzt auf die erfolgreichste Saison überhaupt zurückblickt. Dennoch scheint es im Duell der beiden Vizemeister der Bezirksligen Schwarzwald und Bodensee keinen Favoriten zu geben.

Beide Teams schlossen die Punktspiele in ihren Bezirksligen nahezu gleich ab. Hochemmingen erzielte 77 Tore, Denkingen 75. Denkingen kam auf 65 Punkte. Hochemmingen auf 64. Hochemmingen war in seiner Liga die beste Heim-Elf, Denkingen in seiner Liga die stärkste Auswärts-Elf.

Mario Maus, Trainer des FC Hochemmingen, hat die beste Nachricht gleich zu Beginn: „Wir sind personell komplett und werden mit voller Kapelle spielen.“ Maus kann nach Wunsch aufstellen, was aber auch bedeutet, dass einige Akteure auf der Bank sitzen werden, die sich ebenfalls einen Einsatz verdient hätten. Die Mannschaft, der gesamte Ort und der Verein freuen sich auf die zwei Spiele, die Maus mit der Europapokal-Arithmetik vergleicht. „Das sind Spiele, auf die du hinfieberst und die ihre eigenen Gesetze haben. Ich sehe den Heimvorteil im ersten Spiel nicht als Nachteil. Da spielt nur die Tagesform eine Rolle.“

Hochemmingen erwartet eine große Kulisse. „Weit und breit findet keine andere Partie zur gleichen Zeit statt. 1000 Zuschauer wären ein würdiger Rahmen“, sagt Maus. Er hat den SV Denkingen in der vergangenen Saison noch nicht gesehen und baut auf Informationen befreundeter Trainer. „Es wird richtig spannend und viele meiner Jungs können es kaum erwarten. Wir waren zuletzt blendend in Form. Wenn wir daran anknüpfen, ist einiges machbar.“

Im Abschlusstraining am Donnerstag wird Maus die elf Akteure benennen, die in der Startformation stehen. Mit großen Überraschungen ist nicht zu rechnen. Zu gut funktionierte zuletzt die Start-Elf. „Mir ist wichtig, dass wir uns an die taktische Disziplin halten. Die einzelnen Puzzlestücke müssen funktionieren und zu einem Ganzen zusammenwachsen, so wie in den vergangenen Partien.“ Maus wird seinen Spielern mitgeben, mit der nötigen Lockerheit in die Partie zu gehen. Hochemmingen habe nichts zu verlieren und schon jetzt viel erreicht. „Wir werden beide Partien genießen“, sagt der Hochemminger Trainer.

Denkingen ist seit Jahren ein gestandener Landesligist, der 2017 erstmals wieder diese Liga verlassen musste. Trainer Helmut Wunderlich hat die Hochemminger am vergangenen Wochenende beim 3:1-Sieg in Pfaffenweiler beobachtet und mit einigem Respekt die Rückreise angetreten. „Offensiv hat Hochemmingen eine gewaltige Qualität. Wir werden an unsere Leistungsgrenzen gehen müssen. Vorab sehe ich keinen Favoriten. Es werden 50:50-Spiele.“ Auch Wunderlich kann bis auf zwei, drei langzeitverletzte Spieler nahezu seine Wunschformation aufbieten.

Seit dem 20. Spieltag belegte Denkingen, mit zwei Ausnahmen, in der Bodensee-Bezirksliga den zweiten Platz und beendete die Saison nur zwei Punkte hinter Meister VfR Stockach. Trainer Wunderlich sieht keinen Vorteil darin, zuerst auswärts anzutreten. „Wenn ich ehrlich bin, wäre es mir umgekehrt lieber. Mit einem Sieg zu Hause im ersten Spiel hast du den psychologischen Vorteil. So aber musst du im schlechtesten Fall einen Rückstand aufholen.“ Wunderlich zufolge werden die Denkinger eine große Zahl an eigenen Fans mitbringen. „Auch bei uns ist die Vorfreude groß.“