Fußball: Ausnahmezustand beim SV Niedereschach: Nach satten sieben Jahren kehrt der vor der Saison 2017/18 als Außenseiter titulierte Fußballklub in die Kreisliga A zurück. 2010/11 war der SVN als Vorletzter in die Kreisliga B abgestiegen. Nur eine Saison zuvor hatte die Mannschaft noch einen guten vierten Platz in der Kreisliga A erreicht.

Nun lassen es die Niedereschacher offensichtlich richtig krachen. „Manche sind jetzt noch dran“, antwortete Spielertrainer Marco Tümpel am Montagnachmittag auf die Frage, ob der Meistertitel gebührend gefeiert wurde und ergänzt: „Nach dem abschließenden 3:0-Sieg in Mönchweiler und den Feierlichkeiten auf dem Platz ging es mit einem Bus zurück nach Niedereschach. Hier wurden wir von zahlreichen Menschen empfangen und feierten die ganze Nacht.“ Grund genug gab es, denn das letzte Mal, als in Niedereschach ein Aufstieg bejubelt werden durfte, liegt bereits 20 Jahre zurück. Zudem hatte das junge Team mit einem Durchschnittsalter von gerade einmal 21 Jahren niemand auf dem Zettel für den Aufstieg. Tümpel: „Es ist ein echter Sensationserfolg. Favoriten waren Gütenbach, der FK Bratstvo Villingen sowie der sich selbst als Titelfavorit bezeichnende FC Unterkirnach.“ Die letzten Jahre in der Kreisliga B stand Niedereschach konstant auf den Plätzen sechs bis acht – nun folgt der überraschende Aufstieg.

47 Punkte aus 20 Partien reichten am Ende für Rang eins und den direkten Aufstieg. Konkurrent FK Bratstvo schloss die Runde mit drei Zählern weniger ab und muss in die Relegation. Dort treffen die Villinger in einer Dreier-Runde auf den SV Saig (Vizemeister Kreisliga B 3) sowie den SV Aasen (Vizemeister B 2).

Den Grundstein für den Niedereschacher Erfolg legte die Defensive. „Vor eigenem Publikum kassierten wir lediglich sechs Gegentore. Auf dem Spielfeld unterlagen wir nur Unterkirnach und FKB“, bilanziert Tümpel. Der SVN profitierte zudem von den fünf Unentschieden des FKB Villingen, denn in Sachen geschossene Tore und Torverhältnis lag Bratstvo vor Niedereschach. Am Ende sind jegliche Statistiken aber ohnehin egal, denn der Tabellenerste feierte mit 15 „Dreiern“ die meisten Siege aller elf Teams und steigt verdientermaßen auf. Auch die Freude beim Vereinsvorsitzenden Volker Frick ist groß: „Bis zum vorletzten Spieltag waren wir nie Tabellenführer. Es ist besonders schön, als Außenseiter Meister zu werden.“

Natürlich werden die Niedereschacher den jüngsten Erfolg erst einmal ausreichend feiern, doch zumindest mit einem Auge schielen die Verantwortlichen bereits auf die kommende Spielzeit. „Die Jungs sind noch nicht am Limit und ich erwarte mir in der Kreisliga A nochmals einen Schub. Dennoch kann das Ziel hier erstmal nur Klassenerhalt lauten“, freut sich Tümpel auf die Saison 2018/19. Zwei Zugänge stehen derweil bereits fest: Die A-Jugendlichen Tim Franczewski und Max Lorse (FC Dauchingen) werden zukünftig das Trikot des SVN tragen.

Spielertrainer Tümpel verriet zudem, dass er seinen Mitspielern das ein oder andere Bier ausgeben musste. Grund dafür: Der Offensivspieler war mit 16 Treffern der interne Torschützenkönig des SV Niedereschach. „Ich wurde am Sonntag sogar von einigen Spielern beim Heimspiel meines Heimatvereins SV Seedorf überrascht. Dies unterstreicht unseren tollen Teamgeist innerhalb der Mannschaft. Ich möchte jedem Einzelnen an dieser Stelle nochmals ein Kompliment aussprechen.“ Der SV Niedereschach scheint gerüstet für die Rückkehr in die Kreisliga A. Mit einem jungen Kader sowie einem gefestigten Umfeld darf der Ort gespannt sein, wo die Reise hinführt.