Fußball-Kreisliga A, Staffel 2: Der FC Bräunlingen sicherte sich mit der Meisterschaft die Rückkehr in die Bezirksliga. Der Tabellenzweite SSC Donaueschingen kann in den Aufstiegsspielen gegen Weilersbach nachziehen. Der FC Hüfingen, SV Göschweiler und der FC Neustadt II steigen ab. Zittern muss der Viertletzte, FC Bad Dürrheim II, dessen Ligaerhalt von den Entscheidungen in den Relegationsspielen abhängt.

Meister stellt auch das fairste Team

Mit deutlichem Vorsprung sicherte sich der FC Bräunlingen bereits am drittletzten Spieltag die Meisterschaft und die Rückkehr in die Bezirksliga, aus der die Zähringerstädter zuletzt 2007 absteigen mussten. Bräunlingen, in der vergangenen Saison noch Tabellenvierter, legte vor allem in der Rückrunde eine lange Erfolgsserie hin. Von 90 möglichen Punkten holte die Elf von Trainer Uwe Müller beachtliche 74 Zähler. Müller hatte bei seinem Amtsantritt das Potenzial in der Mannschaft erkannt, aber stets vor zu hohen Erwartungen gewarnt. „Wir waren in der vergangenen Runde noch etwas zu grün. Wir haben jetzt nochmals einen Entwicklungsschritt vollzogen.“ Aller Ehren wert und meisterwürdig sind 38 von 45 möglichen Punkten in den Auswärtsspielen. Platz eins belegt der Meister ebenso in der Fairplay-Tabelle.

Donaueschingen will Chance nutzen

Schon oft hat der SSC Donaueschingen nach dem Bezirksliga-Abstieg 2012 die Rückkehr angepeilt, die ersten zwei Plätze jedoch immer deutlich verfehlt. Mit dem neuen Trainer, Thomas Minzer, wurde nun das Ticket für die Aufstiegsspiele gegen den FC Weilersbach gelöst. „Ich bin kein Zauberer, habe aber als ehemaliger Spieler einen besonderen Draht zur Mannschaft. Für uns wäre auch mit Platz drei die Saison nicht verkorkst gewesen. Schließlich galten Bräunlingen, Hinterzarten und Grafenhausen als die eigentlichen Favoriten. Ich bin stolz auf meine Mannschaft. Nun wollen wir versuchen, die zwei zusätzlichen Chancen zu nutzen, wobei ich uns nicht als Favorit sehe“, sagt Minzer. Der SSC packte im Vergleich zur vorherigen Saison stolze 21 Punkte drauf.

Hinterzarten erzielt 100 Tore

Bezirksliga-Absteiger SV Hinterzarten galt vor der Saison als einer der großen Favoriten für den Aufstieg. Die Elf von Trainer Kay Ruf spielte eine großartige Saison, schoss 100 Tore und holte stolze 64 Punkte, die in der Saison zuvor für Platz zwei gereicht hätten. Diesmal aber bleibt unterm Strich Rang drei und somit eine weitere Saison in der Kreisliga A. Beim vorletzten Abstieg 2013 gelang die sofortige Rückkehr in die Bezirksliga. Vom sechsten bis zum 17. Spieltag führten die Hochschwarzwälder die Liga an und bis zum vorletzten Spieltag stand die Elf auf Rang zwei. Eine Heimniederlage gegen Grafenhausen kostete die Teilnahme an den Aufstiegsspielen.

Grafenhausen mit Abwehrschwächen

Wie Hinterzarten kam auch der SV Grafenhausen aus der Bezirksliga. Spielerisch galt die Elf von Trainer Roberto Wenzler stets als sehr stark, doch besser als auf Rang vier stand Grafenhausen nie. Mit dem 33-fachen Torschützen Florian Haselbacher haben die Grafenhausener nach wie vor einen Torjäger, um den sie viele Klubs beneiden. Die 54 Gegentreffer zeigen jedoch auch, wo die größte Baustelle ist. Wenzler beendet seine Tätigkeit. Mit Nils Boll wurde ein neuer Übungsleiter gefunden, der als Spieler schon höherklassig aktiv war und zuletzt beim TuS Bonndorf arbeitete. Unter Boll wird der Verein einen neuen Anlauf starten.

Neun Platzverweise für Löffingen II

Erst über den Umweg der erfolgreich verlaufenen Spiele um den Klassenerhalt löste der FC Löffingen II in der vergangenen Saison das Ticket für die jetzt beendete Runde. Offenbar wurden die richtigen Schlussfolgerungen gezogen, denn die Landesliga-Reserve bewegte sich durchgehend auf den Plätzen vier bis acht. Unter Trainer Stefan Löffler spielte die Elf eine konstante Saison, was sich auch in Platz sechs der Hin- und Rückrundentabelle ausdrückt. Allein der letzte Platz in der Fairplay-Wertung bei fünf Gelbroten und vier Roten Karten sollte zu denken geben. Ansonsten haben sich die Löffinger etabliert und dürfen sich über die beste Saison nach der Jahrtausendwende freuen.

Pfohren mit Verletzungspech

Der FC Pfohren spielte laut Trainer Dominic Häring „keine gute, aber eine zufriedenstellende und etwas schwierige Saison“. Das Minimalziel, die Runde einstellig zu beenden, habe die Mannschaft geschafft. Ständiges Verletzungspech habe jedoch zu vielen Umstellungen geführt, die den Rhythmus und das Spielverständnis hemmten. Die Mannschaft habe einige sehr gute Spiele abgeliefert, in denen keine Punkterfolge gelangen. Häring geht nun in die dritte Saison in Pfohren und kündigt an: „Da wollen wir mal etwas in Richtung Tabellenspitze probieren.“ Pfohren hat sich seit dem siebten Spieltag immer zwischen den Plätzen zwei und sieben bewegt. Auch Rang drei in der Fairnesstabelle kann sich sehen lassen. Die Saison 2016/17 hatte Pfohren auf Rang drei abgeschlossen. Wichtig wird es sein, längere Zeit ohne Verletzungspech zu bleiben, denn Potenzial hat die Elf zweifellos.

Oberbaldingen mit starken Stürmern

Nach dem Aufstieg des TuS Oberbaldingen im Sommer 2017 kündigte Trainer Bernhard Stern an, dass ihm allein das Ziel Klassenerhalt zu wenig sei. Mit 43 Punkten und Platz sieben spielte die Elf eine konstante Saison, die nur an zwei Spieltagen auf einen zweistelligen Tabellenplatz führte. Vor allem offensiv hatte der TuS einiges zu bieten. Die Spieler Saja (30 Treffer) und Camara (22) reihten sich in der Torjägerliste unter den fünf besten Spielern ein. Zwischenzeitlich traten Personalsorgen auf, die in einem kleinen Tief in der Rückrunde auch zahlenmäßig deutlich wurden. Stern hat seine Tätigkeit beendet und auch einige Spieler werden den Verein verlassen. Der neue Trainer Markus Schmelzer wird es schwer haben, die gute Platzierung zu wiederholen, je nachdem, wie groß der Aderlass sein wird. In der zweiten Saison wird der Klassenerhalt Priorität haben.

Öfingen gelingt Glücksgriff

Zwischenzeitlich war beim SV Öfingen die Sorge groß, dass es mit dem Klassenerhalt diesmal wohl nichts mehr werden wird. Bis zum 17. Spieltag stand die Elf auf einem Abstiegsplatz. Trainer Martin Föhr musste frühzeitig gehen und mit Thomas Klimmer übernahm der Spielausschussvorsitzende. Einen Glücksgriff landeten die Öfinger in der Winterpause mit der Verpflichtung von Jörg Kienast als Trainer. Unter seiner Regie begann eine Erfolgsstory, die mit Platz acht und 43 Punkten exakt die gleichen Zahlen wir vor zwölf Monaten ergab. „Wir sind zufrieden und stolz auf unsere Mannschaft. Das Saisonfinale macht Hoffnung auf mehr. Die Jungs haben sich mit dem Trainer und einer starken Moral aus dem Tabellenkeller herausgearbeitet. Jörg hat erstklassige Arbeit abgeliefert“, lobt Klimmer seinen Nachfolger.

Gündelwangen künftig ohne Fischer

Der SV Gündelwangen war in der Saison 2016/17 einer der positiven Überraschungen. Der damalige 6. Platz und die 46 Punkte ließen sich jedoch nicht wiederholen. Dennoch dürfte die beendete Saison für zufriedene Gesichter sorgen, denn die Elf von Trainer Nurhan Ardiclik war nie schlechter als auf Rang zehn platziert. Mit Thomas Fischer, der mit 33 Toren mehr als die Hälfte aller Gündelwanger Treffer erzielte, verfügt der Verein über einen treffsicheren Angreifer, der nun jedoch zum Verbandsliga-Absteiger FC Neustadt wechseln wird und eine Lücke hinterlassen dürfte. Wie es gelingt, diese Baustelle einigermaßen zu schließen, dürfte entscheidend für den Verlauf der kommenden Saison sein. Verbesserungswürdig ist der vorletzte Tabellenplatz in der Fairplay-Wertung.

Lenzkirch lässt Saison austrudeln

Nach Platz elf und 37 Punkten hat der FC Lenzkirch die aktuelle Saison mit Rang zehn und 33 Punkten nahezu identisch abgeschlossen. Was auf den ersten Blick keinen übergroßen Fortschritt darstellt, ist für die Lenzkircher dennoch ein Erfolg, denn im vergangenen Sommer verließen gleich mehrere Stammspieler den Verein. Trainer Zejlko Cosic hatte daher frühzeitig vor übertriebenen Erwartungen gewarnt. Gegen Ende der Saison ließen es die Lenzkicher etwas austrudeln. Platz drei in der Fairplay-Wertung kann sich sehen lassen. Die Zahl der Gegentreffer wurde deutlich reduziert, allerdings sank auch die Zahl der geschossenen Tore. An den Spieltagen drei und vier erreichte Lenzkirch mit Rang zwei die beste Platzierung. Danach pendelte sich die Cosic-Elf im Mittelfeld fernab jeglicher Abstiegsängste ein. Nach der Sommerpause will Lenzkirch weiter nach oben. Zuletzt gelang 2008/09 mit Rang drei ein einstelliger Tabellenplatz.

Eisenbach mit starker Rückrunde

Am vorletzten Spieltag hat der SV Eisenbach mit einem 8:0-Erfolg gegen Hüfingen den Klassenerhalt perfekt gemacht und damit eine deutlich bessere Rück- als Vorrunde gekrönt. Eisenbach holte in der zweiten Saisonhälfte mehr als doppelt so viele Punkte. Der Aufsteiger hat damit das primäre Ziel erfüllt und von allen Teams in der zweiten Tabellenhälfte die beste Tordifferenz. Trainer Mario Heinrich hat erst spät seinen Vertrag um eine weitere Saison verlängert. Platz elf zum Abschluss der Saison ist gleichzeitig die beste Platzierung des Rückkehrers, für den auch in der nächsten Saison der Klassenerhalt Priorität haben dürfte. Unwürdig war indes, dass mit dem Spiel beim SSC Donaueschingen eine Partie abgesagt wurde.

Möhringen kommt spät auf Touren

Wie in der vergangenen Saison schloss der FV Möhringen die Runde unmittelbar vor der Abstiegszone ab, damals mit 32 Punkten und Rang 13, diesmal mit 30 Zählern und Rang zwölf. Sieben Punkte aus den letzten vier Partien sicherten den Ligaerhalt. Stark spielten die Möhringer gegen die Top-Teams SV Hinterzarten (1:2), beim SSC Donaueschingen (4:2) und gegen Grafenhausen (3:4). Bedenklich sind die 90 Gegentreffer und die fünf Gelbroten Karten. Für die Zukunft haben sich die Möhringer, die 2015 noch Vizemeister in der Staffel waren, einiges vorgenommen. Viele Talente rücken nach und mit Heinz Jäger übernimmt ein erfahrener Trainer, der Erfahrung aus der Landesliga mitbringt.

Bad Dürrheim noch nicht durch

Immer wieder gab es in den vergangenen Jahren Bestrebungen, den FC Bad Dürrheim II als Unterbau der Verbandsliga-Elf wieder in die Bezirksliga zu führen, aus der sich die Mannschaft 2013 verabschiedet hatte. In der jetzt beendeten Saison gab es ganz andere Sorgen. Gleich zweimal musste eine Partie abgesagt werden, weil nicht genügend Spieler zur Verfügung standen. Wenn es die Möglichkeit gab, Spieler aus der eigenen A-Jugend einzusetzen, nutzte Trainer Dennis Feuerstein dies und heimste neben einigen Punkten auch viel Lob für couragierte Auftritte ein. Nach nur acht Saisonsiegen und 77 Gegentreffern muss die Elf nun in die Saisonverlängerung und in zwei entscheidenden Spielen gegen den FC Peterzell aus der Staffel eins um den Klassenerhalt bangen. Sollte der nicht glücken, wäre es für den Gesamtverein kein gutes Zeichen. Zudem müsste der neue Trainer, Klaus Müller, in der Kreisliga B einen Neuaufbau starten.

Neustadt II plant Neuaufbau

Vor der Saison galt der FC Neustadt II als Mannschaft, denen eine Platzierung unter den besten fünf Teams der Liga zugetraut wurde. Ab dem fünften Spieltag quartierte sich die Elf von Trainer Oliver Mahler auf den zweistelligen Tabellenplätzen ein und muss nun sogar, nach vier Spielzeiten in der Kreisliga A, zurück in die Kreisliga B. Von da war die Elf 2014 gekommen. Neustadt hatte nahezu über die gesamte Saison hinweg größere personelle Sorgen, die von der ersten bis in die zweite Mannschaft ausstrahlten. Einmal musste eine Partie (beim SSC) sogar abgesagt werden. Als Unterbau der ersten Mannschaft sollte die Klasse gehalten werden, doch die Rechnung ging nicht auf. Neustadt sammelte 16 Punkte weniger als in der vergangenen Saison ein und war im Defensivverbund (84 Gegentreffer) oft zu löchrig. Der Neuaufbau mit Spielern aus der eigenen Jugend soll bald in den Wiederaufstieg münden.

Göschweiler in der Abwehr löchrig

2015 gelang dem SV Göschweiler der Aufstieg in die Kreisliga A. Nach den Abschlussplatzierungen acht und zwölf in den ersten beiden Spielzeiten geht es nun auf Rang 15 wieder zurück in die B-Liga. Seit dem fünften Spieltag stand die Elf auf einem Abstiegsplatz, meistens sogar mit der roten Laterne in der Hand. Vor der Saison übernahm mit Franco de Rosa ein neuer Trainer, der bereits im Oktober gehen musste. Für ihn kam als Interimslösung Walter Winterhalder, bevor wieder Andrey Cytacki übernahm, der Göschweiler nach 50 Jahren aus der Kreisliga B herausgeführt hatte. Auch Cytacki gelang es nicht, die Flut an Gegentoren zu stoppen. 92 Mal schlug es im eigenen Kasten ein. Schon jetzt scheint klar, dass auch die kommende Saison nicht einfach wird.

Hüfingen kämpft vergeblich

Nach einem dreijährigen Abstecher in die Bezirksliga, der 2012 endete, kämpfte der FC Hüfingen nahezu durchgehend um den Klassenerhalt in der Kreisliga A. Diesmal vergeblich. Schon frühzeitig erfolgte die Trennung vom neuen Trainer Claudio Andreotti, den David Invernot als Spielertrainer beerbte. Hüfingen setzte 27 Spieler ein und kam dennoch nie von den zweistelligen Tabellenplätzen weg. Im Angriff (32 Tore) fehlte die Durchschlagskraft und defensiv (85 Gegentore) machten es die Hüfinger ihren Gegnern zu einfach. So stand bereits nach dem drittletzten Spiel der Abstieg fest. „Der Abstieg ist bitter. Wir werden mit vielen jungen Spielern einen Umbruch einleiten, um wieder an die Tür der Kreisliga A zu klopfen. Wir sind uns aber auch bewusst, dass wir nicht als Favorit in die Kreisliga B starten werden“, sagt Invernot.