Gratulation zur Kapitänswahl. Fiel die die Entscheidung bei der mannschafts-internen Wahl eher knapp oder klar aus?

Das Ergebnis war eindeutig. Das zeigt, dass ich als Kapitän einen guten Rückhalt in der Mannschaft habe. Ich habe sehr viel für meine Spielerkollegen getan, als Will Acton in der vergangenen Saison noch Kapitän war. Das haben die Jungs nicht vergessen.

Sie hatten bereits im Vorfeld keinen Hehl daraus gemacht, dass Sie gerne Kapitän der Mannschaft wären. Was bedeutet das „C“ auf der Brust für Sie?

Das macht mich sehr stolz. Ich bin mir auch über meine Aufgabe im Klaren. Es reicht nicht, das „C“ auf dem Eis herumzutragen. Es gibt viele interne Dinge in der Mannschaft zu regeln und Termine zu organisieren. Außerdem spreche ich viel mit Jürgen Rumrich. Ich verstehe mich als Bindeglied zwischen Mannschaft und sportlicher Leitung. Auch bei Diskussionen mit den Schiedsrichtern werde ich die Interessen der Mannschaft vertreten.

Steht man als Spieler auf dem Eis stärker unter Druck und im Fokus, wenn es gilt, als Vorbild voranzugehen?

Bei manchen Spielern mag das der Fall sein, bei mir aber nicht. Da ich ohnehin in jedem Spiel hart arbeite, niemals aufgebe und immer versuche, auf dem Eis präsent zu sein, setzt mich das „C“ nicht besonders unter Druck. Ich werde so weiterspielen wie bisher.

Ihr Einstand als Schwenninger Kapitän erfolgte ausgerechnet bei der 2:5-Niederlage gegen Mannheim. Was lief in diesem Spiel schief bei den Wild Wings?

Einiges. Wir haben gut begonnen. Das Spiel war ausgeglichen, bis wir das erste Gegentor kassiert haben. Nach dem 0:3-Rückstand haben wir uns im eigenen Drittel herumscheuchen lassen. Wir waren im Körperspiel viel zu passiv. Das war für die Fans, aber auch für uns nicht schön. Nach dem Spiel war jeder von uns restlos bedient.

Trainer Pat Cortina machte aus seiner Enttäuschung keinen Hehl und sagte, dass er von seiner Mannschaft mehr erwartet hätte. Müdigkeit lässt er als Ausrede nicht gelten. Pflichten Sie dem Coach bei?

Auf jeden Fall. Der Trainer hat in der zweiten Drittelpause in der Kabine eine sehr gute Ansprache gehalten und uns ermahnt, dass wir uns nicht auf dem Erfolg der vergangenen Saison ausruhen dürfen. Wenigstens haben wir uns in der Schlussphase des Spiels noch einigermaßen gut präsentiert.

Welche Lehren ziehen Sie aus dem ernüchternden Testspiel?

Die Niederlage sollte für uns als Mannschaft ein Warnschuss sein. Zum Glück kam er noch zur rechten Zeit. Wir haben das Spiel wohl nicht ernst genug genommen. Wir müssen künftig viel aggressiver in die Zweikämpfe gehen und den Spielfluss des Gegners früher und energischer unterbinden. Wenn wir nach der zweitägigen Ruhepause am Mittwoch wieder trainieren, werden wir das Spiel intensiv aufarbeiten.

Fragen: Werner Feisst