Fußball-Landesliga: (daz) Droht der Landesliga an der Tabellenspitze frühzeitig Langeweile? Spitzenreiter Überlingen hat sich nach acht Partien bereits einen Sechs-Punkte-Vorsprung erarbeitet. Die Ausbeute der Schwarzwälder Teams war am 8. Spieltag gering.

Auch dem FC 08 Villingen II gelang es durch die 0:1-Niederlage im direkten Duell nicht, die Überlinger aufzuhalten. „Wenn du fünf hundertprozentige Möglichkeiten auslässt, hast du wohl auch keinen Punkt verdient“, spricht Marcel Yahyaijan die schlechte Chancenauswertung seiner Elf an. Vielmehr ärgert sich der Villinger Coach aber über einen anderen Aspekt. „Wie schon zuletzt gegen Bad Dürrheim schickt der Verband einen unerfahrenen Schiedsrichter zu einem Spitzenspiel. Uns wurden zwei klare Elfmeter verwehrt. Ich mache dem jungen Mann keinen Vorwurf. Die Verbandsverantwortlichen müssen erkennen, dass sie einem jungen Schiedsrichter mit der Leitung einer so wichtigen Partie keinen Gefallen tun. Da muss ein Mann mit Erfahrung ran.“ Unverständlich waren für Yahyaijan die Platzverweise gegen ihn und gegen Tim Zölle in der Nachspielzeit. „Selbst Schiedsrichter-Beobachter Kempter hat mit den Schultern gezuckt, als ich ihn nach dem Grund für die Herausstellungen fragte.“

Zwei Punkte hat die DJK Donaueschingen beim 1:1 in Neustadt liegen gelassen. Chancen, die für drei bis vier Siege reichen sollten, brachten in den vergangenen zwei Partien gegen Schonach (3:5) und Neustadt nur einen Zähler ein. „Ich bin mit der Art und Weise, wie wir spielen, einverstanden. Nicht aber mit unserer Chancenauswertung. Uns geht die Effizienz ab. Wir haben das nötige Tempo im Spiel und zeigen schöne Kombinationen. Auf Dauer reicht das aber nicht“, moniert DJK-Trainer Tim Heine. Seine Elf zeigte in Neustadt eine beeindruckende Leistung, die aber den bekannten Makel hatte. Mehrfach scheiterten die Spieler am Schlussmann der Gastgeber und wenn dieser geschlagen war, am Aluminium.

Beim FC Neustadt können Spieler und Trainer mit dem Punkt gegen Donaueschingen gut leben, zumal es zuvor einen Heimsieg gegen Furtwangen gegeben hatte. „Wir mussten schon in der ersten Halbzeit zweimal verletzungsbedingt wechseln. Da ist uns später etwas die Luft ausgegangen, was bei unserer engen Personalsituation verständlich ist“, sagt Co-Trainer Florian Heitzmann. Auch er musste frühzeitig angeschlagen vom Platz, sollte aber am kommenden Wochenende in Singen wieder fit sein. Heitzmann sieht seine Elf nach den vergangenen zwei Partien auf einem guten Weg raus aus der Abstiegszone. „Wir versuchen mit Leidenschaft und Mentalität die nicht ganz einfachen Wochen zu überbrücken. Wir hoffen, dass die Personalnot bald endet“, ergänzt Heitz-mann. Für das nächste Spiel wird Ranil Weerakkdoy zurückerwartet.

Zuletzt kassierte der SV Geisingen eine Flut an Gegentreffern. Beim 4:1-Erfolg gegen Löffingen zeigte sich, dass die intensiven Einzelgespräche von Trainer Marijan Tucakovic vergangene Woche offenbar etwas gebracht haben. „Unsere erste Halbzeit war richtig gut. Da haben wir nahezu alle Chancen genutzt. Zudem haben sich einige Umstellungen ausgezahlt. So darf es gern weitergehen“, wünscht sich Tucakovic. Ein Sonderlob erhielt Antonio Zubcic, der als linker Verteidiger eine starke Leistung zeigte. „Sein bestes Spiel, seitdem er in Geisingen ist“, so Tucakovic. Grundsätzlich sieht der Spielertrainer die Geisinger auf einem guten Weg, zumal außer ihm und Simon Federle jetzt auch alle Akteure zur Verfügung stehen.

Der FC Löffingen hatte sich für die Partie in Geisingen einiges vorgenommen. „Wir hatten sicherlich nicht weniger Chancen als der Gegner, treffen aber nur vom Elfmeterpunkt“, sagt Trainer Uli Bärmann. Seine Mannschaft habe schon in der Anfangsphase die Partie verloren. „Den ersten beiden Geisinger Treffern gingen von uns individuelle Fehler voraus, die du dir in der Liga nicht erlauben darfst. Da schlägt auch ein Aufsteiger eiskalt zu“, fügt Bärmann an. Das 1:4 höre sich allerdings zu deutlich und einseitig an. In der Pause musste Bärmann den angeschlagenen Schlussmann Dominik Osek auswechseln und durch den ebenfalls nicht ganz fitten Raphael Albert ersetzen. Da sich am Freitagabend in der zweiten Mannschaft mit Michael Langenbacher ebenfalls ein Torhüter verletzte, haben die Löffinger nun ganz andere Sorgen.

Alex Fischinger, Trainer des FC Schonach, hatte schon vor der Partie gegen den FC Singen zum Ausdruck gebracht, dass ihm eine ordentliche Leistung seiner Elf wichtiger als das Ergebnis sei. „Wir müssen realistisch bleiben. Mit dem Kader, mit dem wir am Sonntag angetreten sind, stimmte die Leistung. Wir hatten nur Spieler der zweiten Mannschaft auf der Bank“, so Fischinger. Was dem erfahrenen Coach nicht gefiel, war die Tatsache, dass sich seine Spieler nach dem zwischenzeitlichen 1:1-Ausgleich nicht mit der Aussicht auf einen Punkt zufrieden gaben und noch den Treffer zur 1:2-Niederlage kassierten. „Wir wollten mit aller Gewalt drei Punkte und wurden dafür bestraft. Moral und Leistung stimmen, aber du kannst nicht jede Partie gewinnen. An diesem Tag wäre auch ein Punkt machbar gewesen.“ Fischinger hofft, dass die Spieler daraus lernen. Noch offen ist hingegen, wie schwer sich Jannik Reiner in der Schlussphase verletzt hat.

Vor der Partie bei F.A.L. in Frickingen hatte Markus Knackmuß, Trainer des FC Furtwangen, seine Spieler vor vielen langen Bällen der Gegner gewarnt. Die Warnung half offenbar nicht. F.A.L. spielte seine Stärken aus und setzte sich mit 3:1 durch. Furtwangen muss weiterhin auf den zweiten Saisonsieg warten. „Es war definitiv mehr möglich. Frickingen macht aus wenigen Chancen drei Treffer. Wir haben in der ersten Halbzeit ein gutes Spiel gemacht. Nur das Ergebnis stimmte nicht“, bilanziert Knackmuß. Den Trainer ärgert vor allem, dass nur rund 100 Sekunden nach dem schwer erkämpften 1:1-Ausgleich das 1:2 fiel. „Da stimmte die Zuordnung nicht. So ein Treffer darf nicht fallen, zumal wir in der Phase sehr stark spielten und ich das Gefühl hatte, wir drehen die Partie.“ Mit sechs Punkten aus acht Spielen wird es für Furtwangen langsam etwas kritisch. Knackmuß: „Im nächsten Spiel gegen Stockach sind drei Punkte Pflicht.“