Fußball-Kreisliga A, Staffel 2: Mit einem kompletten Spieltag beginnt am Wochenende die zweite Saisonhälfte in der Kreisliga A, Staffel 2. Hinterzarten geht mit der besten Ausgangsposition in die restlichen Partien, doch der erste Verfolger, FC Bräunlingen, hat bei einem weniger ausgetragenen Spiel und drei Punkten Rückstand eine ähnlich gute Ausgangslage. Zusammen mit dem Tabellendritten SSC Donaueschingen (aktuell vier Punkte Rückstand auf Hinterzarten) sind diese Teams die ersten Anwärter auf die ersten zwei Plätze. Am Tabellenende sind fünf Mannschaften abstiegsgefährdet. Durch die Reduzierung der Staffelgröße von 16 auf 15 Teams zeichnet sich hier ein nicht minder spannender Wettbewerb ab.

Spitzenreiter SV Hinterzarten scheint auf dem besten Weg, nach dem Abstieg aus der Bezirksliga den sofortigen Wiederaufstieg ins Bezirksoberhaus zu realisieren. Die Elf von Spielertrainer Kay Ruf hat bisher nicht nur die beste Punktzahl (35), sondern auch die meisten Tore erzielt (44) und die wenigsten (17) kassiert. Seit dem sechsten Spieltag führt Hinterzarten die Liga an. Die einzige Niederlage gab es auf eigenem Platz gegen Verfolger Bräunlingen (1:2). „Ich sehe hinter uns noch einige Konkurrenten, die uns vom Thron stoßen können. Neben Bräunlingen und Donaueschingen habe ich auch Grafenhausen auf der Rechnung. Die Stimmung bei uns ist gut. Wenn wir unser Spiel aufziehen, sind wir schwer zu schlagen. Wir wissen aber, dass noch harte Wochen vor uns liegen“, sagt Ruf.

Der FC Bräunlingen hat bisher eine Partie weniger als Hinterzarten ausgetragen und könnte im Erfolgsfall mit dem Spitzenreiter nach Punkten gleichziehen. Nach ihren Auslandsaufenthalten stehen Trainer Uwe Müller die Spieler Sebastian Würth und Simon Schorpp wieder zur Verfügung. „Von den drei Mannschaften, die vorne stehen, sind wir der Außenseiter. Viel wird davon abhängen, wer ohne Verletzungspech durchkommt. Wir haben in der Breite sicherlich mehr Möglichkeiten, aber es werden andere Faktoren entscheiden“, sagt Trainer Uwe Müller. Er rechnet mit einer Entscheidung auf der Zielgeraden der Saison. „Die vorderen Mannschaften spielen alle erst an den letzten Spieltagen gegeneinander. Vorher wird es keine so großen Abstände geben“, ergänzt Müller. In der Vorbereitung gelang zuletzt ein 7:0-Erfolg beim FC Brigachtal.

Ähnlich sieht es auch Thomas Minzer, Trainer des SSC Donaueschingen. „Ich rechne mit Entscheidungen, die frühestens im letzten Saisondrittel fallen. Aktuell wissen wir nicht, ob wir schon wieder im Wettkampfmodus sind. Natürlich wollen wir unsere gute Ausgangsposition verteidigen, aber an der Spitze sind die Unterschiede der Mannschaften minimal und es kann nahezu jeder jeden schlagen“, ergänzt Minzer. Neben Bräunlingen und Hinterzarten rechnet Minzer damit, dass auch der FC Löffingen II noch ganz oben angreifen kann. „Löffingen spielt gleich gegen uns und hat noch die Nachholpartie in Hinterzarten. Bei zwei Siegen werden sie zu einem heißen Konkurrenten. Personell gab es keine Veränderungen, dafür aber ein klare Tendenz, dass Minzer auch in der kommenden Saison den SSC Donaueschingen betreut.

Den größten Sprung nach vorn machte im bisherigen Saisonverlauf der FC Löffingen II. In der vergangenen Runde schaffte die Elf erst in den zwei Entscheidungsspielen den Ligaerhalt, nun grüßt das Team der Trainer Stefan Löffler und Andreas Happle mit starken 28 Punkten von Platz vier. Ein ähnliches Szenario wie vor zwölf Monaten scheint damit frühzeitig vom Tisch. Für Löffingen beginnen die Punktspiele bereits am 4. März mit der Nachholpartie gegen Spitzenreiter SV Hinterzarten. Danach geht es zum SSC Donaueschingen. Zwei schwierige Gegner, aber Löffingen hat vorgelegt. Im Hinspiel gab es in Hinterzarten eine Punkteteilung (2:2).

Kleinere Veränderungen gab es im Kader von Aufsteiger TuS Oberbaldingen während der Winterpause. Ryan Giggs, ein ehemaliger Nachwuchsauswahlspieler in Kamerun, und Keyan Kara (SSC Donaueschingen) kamen. Momodou Minteh (FC Hüfingen) ging. Trainer Bernhard Stern wäre zufrieden, „wenn wir den fünften Platz über die Ziellinie bringen“. Im Auftaktspiel wartet gleich der FC Bräunlingen. Für Stern ist Hinterzarten der Top-Favorit. „Das ist die stabilste Mannschaft und ich glaube nicht daran, dass Hinterzarten schwächeln wird. Sie sind es zudem gewohnt, sich bei winterlichen Bedingungen auf die Punktspiele vorzubereiten.“

Nach einigen Anlaufschwierigkeiten fand sich Bezirksliga-Absteiger SV Grafenhausen im weiteren Saisonverlauf immer besser in der Liga zurecht und hat bei noch zwei ausstehenden Nachholspielen die Chance, weitere Punkte zu holen. Hinterzartens Trainer Kay Ruf traut Grafenhausen zu, noch in die Meisterschaftsentscheidung eingreifen zu können. Auch SVG-Trainer Roberto Wenzler hat diesen Ehrgeiz. Neun Punkte Rückstand auf die Spitze sind durchaus aufzuholen.

Beim FC Pfohren hat Trainer Dominic Häring bereits für die kommende Saison verlängert. Große Hoffnungen ruhen auf Timon Zimmermann, der nach längerer Verletzung wieder zur Verfügung steht. Er soll den Aktionen mehr Stabilität geben. Aus dem Ausland ist Benjamin Avallone zurück. „Ich möchte in der Tabelle gern noch einige Plätze nach oben klettern. Wir haben die Möglichkeiten dazu. In erster Linie müssen wir konstanter werden. Daran hat es in der ersten Saisonhälfte gemangelt“, sagt Häring. Platz drei wie in der vergangenen Saison scheint allerdings nur machbar, wenn Pfohren eine Erfolgsserie startet und die Spitzenteams sich einige Patzer leisten,

In den Spielzeiten 2014/15 und 2015/16 musste der SV Gündelwangen bis zuletzt um den Ligaerhalt bangen. Platz sechs der vergangenen Runde unterstrich einen Aufwärtstrend, den die Elf von Trainer Nurhan Ardiclik im bisherigen Saisonverlauf bestätigt. Im Winter gab es personell keine Veränderungen. Ardiclik will den Entwicklungsprozess der Mannschaft vorantreiben. Mit den Leistungen der vergangenen eineinhalb Jahre sollte Gündelwangen die Liga halten. Zwischenzeitlich gelang es sogar, mehr Tor zuschießen als zu kassieren. Gerne abgeben würden die Gündelwanger indes ihren letzten Platz in der Fairplay-Wertung.

Nach einem starken Saisonstart hat sich der FC Lenzkirch zuletzt wieder im Tabellenmittelfeld einrangiert. Die Elf von Trainer Zejlko Cosic hat noch zwei Nachholspiele zu bestreiten. Der Abgang von einigen Stammspielern im vergangenen Sommer wurde kompensiert. Nun geht Lenzkirch ohne personelle Veränderungen in die zweite Saisonhälfte. Bei aktuell 22 Punkten scheinen die 37 Zähler aus der vergangenen Saison wiederholbar. Startet die Elf optimal, droht keine Gefahr nach unten. Die ersten Gegner (Öfingen, Löffingen und Möhringen) scheinen nach dem bisherigen Saisonverlauf nicht übermächtig.

Die ersten acht Spieltage stand der FC Bad Dürrheim II auf den ersten drei Tabellenplätzen, bevor ein Abwärtstrend einsetzte. Personelle Engpässe zwangen zwischenzeitlich sogar zu einer Spielabsage. Inzwischen ist der Rückstand der Elf um Trainer Denis Feuerstein auf die Top-Plätze größer als der Vorsprung auf die Abstiegsplätze. Daher ist klar, dass für die Kurstädter der Kampf um den Klassenerhalt Priorität hat. Im Kader gab es keine Veränderungen. Möglicherweise werden in der Restsaison schon A-Jugendspieler verstärkt zum Einsatz kommen. Feuerstein hat indes angekündigt, sein Amt im kommenden Sommer abzugeben.

Deutlich mehr wurde in der Saison vom FC Neustadt II erwartet. 17 Punkte aus 17 Spielen sind vor allem wechselnden Spielerkadern geschuldet, zumal die Elf ab und zu einige Akteure an die Verbandsliga-Mannschaft abgeben musste. Trainer Oliver Mahler hofft nun, dass die junge Elf gelernt hat und sich rechtzeitig von den gefährlichen Tabellenregionen entfernt. Ein Abstieg ist im Jahnstadion kein Thema. Vielmehr soll auch zukünftig Eigengewächsen in der Kreisliga A die Chance gegeben werden, sich für höhere Aufgaben anzubieten. Mit Grafenhausen, Bad Dürrheim und Hinterzarten warten zum Auftakt allerdings drei starke Teams.

Der FC Hüfingen hat im Winter personell ordentlich nachgelegt. Momodou Minteh (TuS Oberbaldingen), Roberto Albanese (VfB Villingen), Vincenzo Di Russo (NK Zagreb Villingen) und Torhüter Salvatore Montocciolo (FC Weilersbach) sind neu im Team um Trainer David Invernot. Bei erst 15 erzielten Toren wird die bisherige Schwäche der Hüfinger deutlich. „Daran haben wir auch im Trainingslager in der Schweiz gearbeitet. Wir müssen mehr Tore schießen. Primäres Ziel muss es sein, sich schnell von den gefährlichen Tabellenplätzen zu lösen. Ich bin zuversichtlich, dass es uns gelingen wird“, unterstreicht Invernot.

Nach Platz vier am ersten Spieltag hat sich der SV Öfingen zwischenzeitlich auf den zweistelligen Tabellenplätzen eingefunden. Trainer Martin Föhr musste gehen und mit Thomas Klimmer übernahm ein Vorstandsmitglied diese Position. Die Suche nach einem Trainer brachte in der Winterpause keinen Erfolg und so wird Klimmer dieses Amt wohl bis zum Saisonende bekleiden. Eine einstellige Abschlussplatzierung, wie in den vergangenen zwei Spielzeiten, scheint diesmal kaum zu realisieren. Andererseits verfügt Öfingen über eine eingespielte Mannschaft die durchaus in der Lage ist und die Qualität hat, drei oder vier Mannschaften hinter sich zu lassen.

2015 noch Vizemeister und in den Aufstiegsspielen zur Bezirksliga knapp gescheitert, kämpft der FV Möhringen nun einzig und allein um den Verbleib in der Liga. Gelingen wird dies allerdings nur, wenn die Mannschaft die hohe Zahl an Gegentreffern (55 in 16 Spielen) reduziert. Ebenso gilt es die Heimbilanz zu verbessern. In acht Spielen ging die Elf nur einmal als Sieger vom eigenen Platz. Seit 2009 in der Liga, läuft Möhringen Gefahr, diesen Status zu verlieren. Trainer Thomas Ribbe und die Mannschaft brauchen einen perfekten Start in die zweite Saisonhälfte. Im Kader gab es keine Veränderungen. Die Liga soll unter allen Umständen gehalten werden, um ab dem Sommer mit dem erfahrenen Coach Heinz Jäger etwas aufzubauen, was perspektivisch mit einer Top-Platzierung gekrönt werden soll.

Aufsteiger SV Eisenbach steckt seit dem dritten Spieltag auf einem der letzten drei Tabellenplätze fest. Die mageren 15 Treffer unterstreichen, wo das größte Steigerungspotenzial beim Aufsteiger zu finden ist. Zwar wird Eisenbach von vielen Konkurrenten eine deutlich bessere Rück- als Vorrunde zugetraut, doch die Gegner in den drei Auftaktpartien, Pfohren, Bräunlingen und Grafenhausen, scheinen deutlich besser besetzt zu sein als die Elf von Trainer Mario Heinrich.

Als einzige Mannschaft der Liga steckt der SV Göschweiler noch in den einstelligen Punktzahlen (8). Nach den Abschlussplatzierungen acht und zwölf in den vergangenen zwei Spielzeiten nach dem Aufstieg läuft Göschweiler Gefahr, zurück in die Kreisliga B zu müssen. Göschweiler wird einen Top-Start benötigen, hat jedoch andererseits bei nur sechs Punkten Rückstand auf Rang zwölf und drei ausstehenden Nachholspielen noch alle Chancen. Jedoch sollte die Elf die hohe Flut an Gegentreffern (51) deutlich reduzieren. Mit Andrej Cytacki kehrte in der Winterpause der Coach der vergangenen Saison zurück. Er kennt die Strukturen und gilt als Hoffnungsträger.