Fußball-Landesliga: (daz) Immer deutlicher setzen sich an der Tabellenspitze die als Favoriten eingestuften Teams vom SC Pfullendorf und FC 08 Villingen II ab. Nach zwei Drittel der Saison sind aktuell nur noch diese zwei Teams im Titelrennen.

Einmal mehr war Trainer Marcel Yahyaijan vom Auftritt des FC 08 Villingen II beim 2:0-Erfolg in Konstanz begeistert. Dabei agierte seine Elf 70 Minuten in Unterzahl. „Nach der roten Karte mussten wir alles auf den Kopf stellen. Wie die Jungs die neue Situation angenommen haben, zwei Tore erzielten und nur eine gute Chance der Gastgeber zuließen, hat mir sehr imponiert. Wir sind als Mannschaft aufgetreten, in der einer für den anderen gekämpft hat“, lobt Yahyaijan. Von einem Zweikampf um die Meisterschaft will er (noch) nichts wissen. „Im April könnten Vorentscheidungen fallen. Noch stehen zu viele Spiele aus, um schon jetzt Hochrechnungen anzustellen. Davon halte ich nichts“, fügt Yahyaijan an.

Mit viel Zuversicht und Selbstvertrauen reiste die Elf des FC Schonach zum FC Hilzingen. Den ersten Schock gab es jedoch schon vor dem Anpfiff. „Wir waren regelrecht erschrocken über den Platz. So viele Löcher auf einmal habe ich in meiner langen Laufbahn noch nicht gesehen. Der Eindruck bestätigte sich später, denn du konntest kaum einen sauberen Pass über drei Meter spielen“, sagt Schonachs Trainer Enrique Blanco, der den Platz aber nicht als Ausrede für das magere 1:1 beim Abstiegskandidaten gelten lassen will. Schon eher die Tatsache, dass seiner Elf „zwei glasklare Elfmeter“ verwehrt wurden. Später habe es die Blanco-Elf zu sehr mit der Brechstange versucht. Der Ärger des Trainers hält sich dennoch in Grenzen. „Ich bin froh, dass alle Spieler den Platz unverletzt überstanden haben. Die Partie sollten wir schnell abhaken. Wir haben über Ostern zwei Heimspiele, um unser wahres Gesicht zu zeigen.“

Deutlicher als der 3:2-Erfolg ausdrückt, beherrschte der FC Furtwangen seinen Gast aus Hilzingen. „Das Spiel kann auch 5:2 oder 6:2 enden. Die Möglichkeiten waren bei uns da, und auf der anderen Seite habe ich insgesamt nur drei Chancen gezählt. Ich hatte nie das Gefühl, dass etwas anbrennen könnte“, sagt Furtwangens Trainer Markus Knackmuß, der gleich 21 Spieler im Kader hatte. Mit dabei auch Jakob Prezer, der erstmals seit langer Zeit wieder ein Spiel über 90 Minuten bestritt. Seit Februar 2017 pausierte der Defensivspieler verletzt. „Ich freue mich für Jakob. Mit seiner Präsenz ist er für uns ein enorm wichtiger Baustein“, ergänzt Knackmuß. Gefallen hat dem Trainer außerdem, dass seine Elf auch in punkto Fitness dem Gegner überlegen war. Marcel Ambs musste mit einer Fersenprellung vom Platz.

Wieder einmal zeigte die DJK Donaueschingen beim 6:0-Erfolg gegen den Tabellendritten Walberstweiler eine kleine Gala. „Wir haben uns in das Spiel reingebissen und unsere fußballerischen Qualitäten ausgespielt. Über weite Strecken war das glanzvoll. Wir haben dem Gegner den Schneid abgekauft und die Tore schön herausgespielt“, lobt Trainer Olaf Kurth. Gleich vier Spieler trugen sich in die Torschützenliste ein. „Das macht uns flexibler und variabler. Wir sind offensiv schwer auszurechnen“, ergänzt Kurth. Auch wenn es für einen Angriff auf die ganz vorderen Plätze wohl nicht mehr reichen wird, will die DJK noch viele Konkurrenten ärgern. „Mit einem Auge schiele ich in der Tabelle noch etwas nach unten, doch mit der Leistung vom Sonntag ist das nicht nötig. Wir wollen vielmehr zeigen, was in uns steckt“, so Kurth.

Zweimal lag der FC Löffingen bei der Spvgg. F.A.L. zurück und zweimal gelang der Ausgleich. Mit dem 2:2 in Frickingen kann FCL-Trainer Tim Heine sehr gut leben, zumal er eine wichtige Erkenntnis gewann. „Wir sind jetzt stabiler geworden. Stabil in der Defensive, aber auch stabil im Spielaufbau. Natürlich geht es immer noch besser, doch eine Entwicklung ist zu sehen.“ Für ihn ist die Punkteteilung ein gerechter Ausgang. „Wir hätten gewinnen, aber auch verlieren können.“ Seine Elf habe zwei sehr gute Möglichkeiten ausgelassen, doch auf der anderen Seite hielt DJK-Schlussmann Dominik Osek auch zweimal großartig. Schon nach 24 Minuten musste Alexander Kornienko verletzt vom Platz. Wie schwer die Leistenverletzung ist, muss abgewartet werden. Auch Daniel Fuß ging mit einer Blessur aus der Partie.

Vor dem Spiel beim Spitzenreiter Pfullendorf hatten einige Experten der DJK Villingen eine hohe Pleite voraussagt. Mit 1:3 Toren ging die Partie tatsächlich verloren, doch über weite Strecken ärgerten die Villinger den Favoriten und kassierten erst in der Schlussminute das 1:3. „Wir waren kurz davor, einen Punkt mitzunehmen. Ich bin mit dem Auftritt meiner Elf sehr zufrieden. Das Engagement hat gestimmt. Nach dem 2:1-Anschlusstreffer haben wir auf den Ausgleich gespielt und sind in einen Konter gelaufen. Das kann passieren. Viel wichtiger ist für mich, dass wir die Chance gewittert und darum gekämpft haben“, bilanziert Villingens Trainer Jan Hirsch. Der Übungsleiter hatte ein goldenes Händchen, schließlich hatte er Devin Sarikaya, den Torschützen zum 1:2, erst drei Minuten zuvor eingewechselt. „Ihm habe ich speziell für seinen Treffer gratuliert“, so Hirsch.

Der SV Obereschach muss weiter auf den ersten Saisonsieg nach der Winterpause warten. Nach dem 0:2 gegen Salem bleibt es bei erst einem Punkt im Kalenderjahr. „Uns fehlt aktuell die Durchschlagskraft beim Torabschluss. Wir spielen zu viel quer, anstatt einfach einmal draufzuhalten. So sind wir nun schon über 180 Minuten ohne eigenen Treffer. Meine Spieler müssen erkennen, dass sie nicht alles spielerisch lösen können. In der Liga braucht es auch andere Tugenden“, macht Trainer Mario Bibic deutlich. Mit Salem musste Obereschach einen potenziellen Konkurrenten um den Ligaerhalt ziehen lassen. Etwas erstaunlich war ein Dreifachwechsel von Bibic in der Pause, der für den Trainer allerdings keine Besonderheit darstellt. „Ich wollte ein Zeichen setzen und neue Ideen einbringen.“