Fußball-Landesliga: Nach dem ersten Spieltag der neuen Saison hat mit dem FC 08 Villingen II eine Mannschaft die Tabellenspitze erobert, die etliche Trainer auch zum Saisonschluss ganz oben erwarten. Während der FC Löffingen spielfrei war, durften sich drei der acht Schwarzwälder Mannschaften über einen Auftaktsieg freuen.

Mit dem 4:0-Erfolg gegen Donaueschingen setzte der FC 08 Villingen II gleich ein dickes Ausrufezeichen. „Das war eine ganz starke Leistung, wobei Donaueschingen zunächst die besseren Chancen hatte. Wenn es da 0:2 und zur Halbzeit vielleicht 3:2 für uns steht, geht das auch in Ordnung“, sagt 08-Trainer Marcel Yahyaijan. Für ihn zeigten die Gäste eine gute Leistung und bestätigten die vorher getätigte Aussage, dass beide Teams fußballerisch die Besten der Liga sind. Die Partie habe gehobenes Landesliga-Niveau versprochen und auch gehalten. Für Yahyaijan hat seine Elf einen Maßstab gesetzt, der wohl nicht jede Woche erreicht werd en kann. „Wenn wir immer so spielen würden, wären wir sicherlich ganz oben dabei. Unsere Aufgabe wird es sein, diese Leistung möglichst oft zu wiederholen. Wir haben eine junge Elf und da bin ich vorsichtig. Wir müssen auch Rückschläge einkalkulieren“, ergänzt der Coach. Seine Mannschaft spielt am kommenden Wochenende nicht. Die Partie beim FC Singen wurde auf Wunsch der Villinger auf den 3. Oktober verlegt.

Schon in der Vorbereitung hatten die vielen Gegentreffer gezeigt, woran die Spieler und Trainer der DJK Donaueschingen noch zu arbeiten haben. Das 0:4 in Villingen scheint das zu bestätigen. Trainer Tim Heine relativiert. „Wir haben es in der ersten Halbzeit sehr gut gemacht und auch defensiv standen wir gut. Den Toren gingen individuelle Fehler voraus. Die Treffer kurz vor und nach der Pause waren Genickschläge, von denen wir uns letztlich nicht erholt haben. Diese Stockfehler werden von den Gegnern bestraft“, analysiert Heine. Auch wenn das Ergebnis hart klingt, hofft Heine, dass seine Mannschaft nicht in ein Loch fällt und sich schon am Mittwoch gegen Furtwangen im Pokal wieder von der bessern Seite zeigt. „Natürlich muss ich die Spieler wieder aufbauen, denn ein 0:4 ist brutal. Wir dürfen allerdings auch nicht zu hart in die Analyse gehen. Villingen ist der Top-Favorit in der Liga und da werden auch noch andere Mannschaften verlieren. Wir müssen schnell die Lehren ziehen und umsetzen“, ergänzt Heine. Am kommenden Wochenende schauen die Donaueschinger spielfrei zu.

Der Verbandsliga-Absteiger FC Bad Dürrheim startete mit einem beachtlichen 3:1-Erfolg in Frickingen. „Nach dem Rückstand sind wir richtig in die Gänge gekommen, haben Ball und Gegner schön laufen lassen und waren oft einen Schritt schneller als der Gegner. Läuferisch und mental waren wir auf einem guten Niveau, auch wenn ich einige Punkte erkannt habe, an denen wir noch arbeiten müssen“, resümiert Trainer Enrique Blanco. Er lobte alle 14 eingesetzten Spieler, wobei es besonders Martin Wieczorek glänzend verstand, den gegnerischen Top-Mann Mark Burgenmeister aus dem Spiel zu nehmen. Blanco gefiel zudem, dass seine Spieler auch bei 37 Grad in den zweiten 45 Minuten noch etwas zum zusetzen hatten und der Fitnessstand stimmt. Dabei fehlten mit Marcel Wetzig und Alexander German noch zwei fest eingeplante Akteure. Blanco sah eine „runde Leistung“ seiner Mannschaft, die ihn im Hinblick auf die kommenden Aufgaben zuversichtlich stimmt. „Wir waren immer einen Schritt schneller. Gegen eine Mannschaft, die mit zum Favoritenkreis in der Liga gehört, war damit im Vorfeld nicht unbedingt zu rechnen.“

Aufsteiger SV Geisingen startete mit dem erhofften Sieg. Beim 2:0-Erfolg gegen Schonach mussten sich die Zuschauer jedoch lange gedulden, ehe in der Schlussphase die zwei Treffer fielen. „Es war nicht einfach, aber einfach wird in der Liga für uns vermutlich nie. Für das Selbstvertrauen ist es wichtig, mit drei Punkten loszulegen. Zwischenzeitlich hatten wir auch etwas Glück“, sagt Spielertrainer Marijan Tucakovic. Er dachte an ein, zwei Szenen, in denen der Geisinger Schlussmann Alkall Faderas sein Team vor einem Rückstand bewahrte. „Er hat ein klasse Spiel gemacht“, freut sich Tucakovic und ergänzt: „Drei Punkte, kein Gegentor und keine gelbe Karte. Das ist schon sehr erfreulich. Obwohl uns sechs Spieler fehlten, haben wir eine taktisch gute Leistung gezeigt und waren bei den hohen Temperaturen auch körperlich fit.“

Trotz der Niederlage des FC Schonach in Geisingen findet Schonachs Trainer Alex Fischinger viele lobende Worte für seine Schützlinge. „Die Art und Weise, wie wir gespielt haben, hat mir sehr gefallen. Wir haben kombiniert und alles investiert. Wenn wir so weiter Fußball spielen, werden wir die nötigen Punkte holen“, bilanziert Fischinger. Mächtig geärgert hat ihn der Führungstreffer der Geisinger. „Dem ging eine klare Abseitsstellung voraus. Es ist bitter, auf diese Art zu verlieren.“ Noch mehr ärgert Fischinger, dass er anschließend hinter die Bande musste. „Ich bin kein Trainer, der Schiedsrichter beleidigt. Ich habe nur gerufen, dass es eine klare Abseitsstellung war. Mich dafür zu bestrafen, kann ich nicht nachvollziehen

Nach dem 1:1 beim Aufsteiger Stockach spricht Benjamin Gallmann, Trainer des FC Neustadt, von einem gewonnenen Punkt seiner Elf. „Stockach war die bessere Mannschaft und hatte ein Chancenplus. Für uns ist der Zähler sogar schmeichelhaft. Wir haben nie zu unserem Spiel gefunden und nicht das abgerufen, was wir in der Vorbereitung bereits gezeigt hatten“, resümiert Gallmann. Hinzu kam, dass die Neustädter mit nur zwölf Spielern angereist waren und Gallmann somit keine Möglichkeiten hatte, personell neue Ideen einzubringen. „Gerade in solch einem Spiel hätten frische Kräfte einiges bewirken können. Mir zeigen Spiel und Ergebnis, dass wir vor einer schwierigen Saison stehen. Diese Partie bestätigt meine Worte, wonach wir kein Kandidat für die ersten Plätze sind. Das sollte nun auch jeder Spieler begriffen haben.“

Obwohl der FC Furtwangen das Spiel gegen Markdorf 85 Minuten lang kontrollierte, gingen die Bregtäler mit einer 1:3-Niederlage vom Platz. Schon nach 13 Minuten stand es 0:2. „Auch wenn das Ergebnis etwas anderes vermuten lässt, so haben wir doch ein gutes Spiel gezeigt. Den ersten zwei Gegentreffern gingen dumme individuelle Fehler voraus. Der dritte Treffer war ein Schuss aus 70 Metern und passte perfekt zu diesem Nachmittag“, resümiert Trainer Markus Knackmuß. Er könne seiner Mannschaft, abgesehen von einer mangelhaften Chancenauswertung, nicht viel vorwerfen. Knackmuß: „Wir müssen das wegstecken. Es gibt solche Tage, an denen du nicht triffst. Da nützt dir auch die klare Überlegenheit nichts. Markdorf hatte aus dem Spiel heraus keine Chance und nimmt die drei Punkte mit. Das ist ärgerlich.“