Fußball-Landesliga: Zwei Spieltage vor Abschluss der Saison zeichnet sich ab, dass der große Favorit SC Pfullendorf den Meistertitel holen wird. Von den sieben Schwarzwälder Vereinen rücken an den letzten zwei Spieltagen die beiden Villinger Klubs in den Blickpunkt. Der FC 08 II wird voraussichtlich die Aufstiegsrunde zur Verbandsliga bestreiten. Die DJK hingegen muss, wie in der vergangenen Saison, wohl bis zum letzten Spieltag um den Klassenerhalt zittern.

Rang zwei und zumindest den Platz in der Aufstiegsrunde hat der FC 08 Villingen II nach dem 2:1-Erfolg in Obereschach sicher. Pfullendorf hat drei Punkte mehr und spielt noch gegen F.A.L. und in Löffingen. Villingen spieltag noch gegen Schonach und in Überlingen. „So lange wir rechnerisch eine Chance auf Platz eins haben, geben wir nicht auf. Pfullendorf hat schon einmal gegen F.A.L. verloren“, hofft Trainer Marcel Yahyaijan. Mögliche Gegner in der Aufstiegsrunde wird sich Yahyaijan im Vorfeld vorerst nicht persönlich anschauen. „In den beiden anderen Staffeln werden die Konkurrenten wohl erst am letzten Spieltag ermittelt. Wir haben ein gutes Netzwerk, um dann an Informationen zu kommen“, ergänzt der 08-Trainer. Ein Lob verteilte Yahyaijan an die Elf des SV Obereschach. „Die Obereschacher haben ein gutes Spiel gezeigt. Bei uns war nach der Gewitterunterbrechung und der 2:0-Führung der Dampf raus. Da haben wir uns dem Wetter angepasst.“

Eine hoch motivierte Leistung zeigte der FC Schonach beim 4:1-Sieg in Salem. „Wir wollen noch Dritter werden. Dieses Ziel treibt uns an“, sagt Trainer Enrique Blanco. Ihm hat in Salem gefallen, dass Spieler auch auf teilweise ungewohnten Positionen ihre Leistungen gebracht haben. Lobenswert war für den Trainer der Spielaufbau, der den Entwicklungsschritt der Mannschaft verdeutlichte. „Wir haben Salem nie ins Spiel kommen lassen“, ergänzt Blanco. Der Trainer verspricht auch für die zwei restlichen Partien beim FC 08 II und gegen die DJK Villingen starke Leistungen. Blanco: „Ich hatte in Schonach vier schöne Jahre. Es ist unser aller Anspruch, bis zur letzten Minute die besten Leistungen für den Verein abzurufen.“

Schon nach wenigen Spielminuten führte der FC Furtwangen durch einen Treffer von Steffen Holzapfel in Frickingen mit 1:0, doch nach 90 Minuten stand eine 1:2-Niederlage. „Es war eines unserer schlechteren Spiele in dieser Saison. Das lässt sich auch nicht mit Müdigkeit erklären. Wenn Pässe über fünf Meter nicht ankommen, dann hat das andere Gründe“, sagt Spielertrainer Markus Knackmuß. Er war enttäuscht, dass sich einige seiner Spieler nicht an seine Anweisungen hielten. „Ich hatte vor den langen Bällen gewarnt, mit denen F.A.L. seine Spitzen sucht. So haben sie es auch gemacht.“ Positiv war für Knackmuß, dass seine Elf in den zweiten 45 Minuten kaum etwas vom Gastgeber zuließ. Er hebt dabei Jörg Ringwald und Jakob Prezer hervor. Umso bitterer sei der späte Treffer zum 1:2 gewesen. „Es sind die einfachen Fehler, die wir abstellen müssen, um in den letzten zwei Partien noch etwas zu holen“, fügt der Coach an.

Dem wahrscheinlich neuen Meister Pfullendorf musste sich die DJK Donaueschingen beim 0:3 auf eigenem Platz geschlagen geben. „Der Unterschied war“, sagt DJK-Trainer Olaf Kurth, „dass Pfullendorf sehr effizient im Abschluss war. Dabei hätten wir den ersten Treffer erzielen können und hatten weitere gute Möglichkeiten.“ In punkto Cleverness seien die Gäste einen Schritt voraus gewesen. Kurth lobt indes den Charakter seiner Mannschaft, die die Saison nicht austrudeln lässt. „Der Ehrgeiz bei den Spielern und in den Aktionen ist ungebrochen. So werden wir auch die letzten Spiele gegen Hilzingen und Obereschach auftreten“, kündigt Kurth an.

Nach dem 2:2 gegen den SC Konstanz steht für den FC Löffingen fest, dass sich Platz zehn nicht mehr verbessern lässt. „Für uns wäre eine deutlich bessere Platzierung möglich gewesen. Wieder einmal fehlte in unseren Aktionen die letzte Konsequenz“, stellt Heine fest. Seit dem 7:0 gegen Salem am 22. April haben die Löffinger keine Partie mehr gewonnen und aus den jüngsten vier Spielen nur zwei Punkte mitgenommen. „Wir haben gegen Konstanz wieder gut begonnen, kassieren dann aber zu einfache Gegentreffer. So darfst du die Gegner nicht aufbauen“, fügt Heine an. Er hofft, dass sich seine Spieler für das Saisonfinale noch einmal deutlich mehr motivieren.

Auch im 14. Versuch gelang der DJK Villingen nicht der erste Auswärtserfolg. Das 1:1 in Dettingen ist zwar gut, doch im Kampf gegen den Abstieg wohl zu wenig. „Ich bin mit unserer Leistung, aber nicht mit dem Resultat zufrieden. Für uns war erneut mehr möglich. Ich denke da nur an die drei, vier guten Chancen, die wir zum möglichen 2:1 ausgelassen haben“, blickt DJK-Trainer Jan Hirsch zurück. Zwischenzeitlich haben sich die Villinger schon jetzt bei nunmehr elf Punkteteilungen den Titel des Remis-Königs gesichert, auf den Hirsch gern verzichtet hätte. „Das ist ein Grund, warum wir in der bedrohlichen Lage stecken. Wir hätten drei, vier dieser Partien gewinnen können. Diese sechs bis acht Punkte fehlen uns“, ergänzt der DJK-Trainer und fügt an: „Ich glaube weiterhin an den Klassenerhalt und werde mit einer positiven Stimmung vorangehen.“ Schon am kommenden Samstag steht das nächste Endspiel an, wenn die Villinger die zwei Punkte schlechter platzierte Elf aus Salem erwarten.

Eines der besten Spiele der gesamten Saison zeigte Absteiger SV Obereschach auf eigenem Platz bei der 1:2-Heimniederlage gegen den FC 08 Villingen II. „Die Zuschauer haben uns anschließend gefragt, warum wir diese Leistungen nicht öfters abgerufen haben. Ein Punkt wäre verdient gewesen. Leistung und Einstellung waren vorbildlich“, sagt Alexander Lees vom Trainerteam. Lees und den Zuschauern gefiel die Leidenschaft, mit der die Obereschacher auftraten. Diese Vorstellung soll nun, auch wenn der letzte Tabellenplatz nicht mehr verlassen werden kann, der Maßstab für die restlichen zwei Partien gegen Überlingen und in Donaueschingen sein. Unterdessen steht fest, dass es zwei Abgänge geben wird. Tom Duffner will etwas kürzer treten und wird sich wahrscheinlich dem FC Pfaffenweiler anschließen. Schlussmann Yannic Haag zieht es zur DJK Villingen.